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Boulle Marketerie
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Der Begriff der Boulle Marketerie, Boulletechnik beschreibt eine Technik aus dem Handwerk der Tischler die Oberflächen hochwertiger Möbel und Kunstgegenstände, objets d'art zu veredeln. Der Begriff beinhaltet die zur Herstellung verwendete Technik der Marketerie und dem Familienname eines französischen Ebenisten, André-Charles Boulle. Umgangssprachlich wird der Begriff Boulle Marketerie sowohl für die verwendete Technik wie auch als Stilbegriff gebraucht.
Inhaltsverzeichnis |
Entwicklung
Die Ursprünge der "Boulle" Marketerie liegen weit vor André-Charles Boulle. Sein Verdienst besteht in der handwerklichen Perfektionierung der Marketerie-Technik. Ein Grund für seine Bekanntheit liegt im stilistischen Erfolg der Arabeske und Groteske am Ende des 17. Jahrhunderts. Viele der nach 1710 gefertigteh Arbeiten verwenden Motive von Jean Bérain der Ältere. 1707 lieferte André-Charles Boulle die ersten Möbel mit Boulle Marketerie für das Chambre du Roi des Petit Appartement im Château de Versailles an Ludwig XIV.
Technik
Durch den Einsatz verbesserter Werkzeuge wurde eine schnellere und präzisere Fertigung möglich. Das Hauptmerkmal der nach Boulle benannten Marketerie ist die Verwendung von Schildpatt in Kombination mit Messing oder Zinn. Diese werden als Furnier auf den betreffenden Oberflächen des Möbels verarbeitet. Dabei wird generell zischen zwei kontrastierenden Gestaltungstechniken unterschieden. Die Form der première-partie von dunklem Grund (Schildpatt) und hellem Bild (Messing, Zinn) ist im allgemeinen, schon durch den Materialeinsatz, die wertvollere. Häufig ist das Schildpatt rückseitig auf der dem Korpus zugewandten Seite pigmentiert oder mit einem farbigem Papier hinterlegt. Aufgrund der kostspieligen Naturprodukte und aufwendigen Verarbeitung wurde das bei der Herstellung entstandene Negativ als contre-partie verarbeitet. Auf den Partien die aus Metalllegierungen bestehen sind oft weitere Motive als Gravur aufgebracht.
Boulle Revival
…, auch Buhl work genannt
während des Louis-seize
während des Second Empire und Napoléon III
während der Belle Époque
Werke
- 1684 Truhe cabinet de marqueterie en forme de tombeau in Boulle Marketerie (countre-partie)nach Motiven von Jean Louis Berain, angefertigt für Ludwig von Frankreich, Le Grand Dauphin (* 1661; † 1711), jetzt in den State Apartments in Blenheim_Palace sowie (première-partie) und (countre-partie) im Getty Museum in Los Angeles (Abb. siehe unter Sammlungen, Link Getty Center).
- 1719 Toilettenspiegel in Boulle Marketrie (première-partie) nach Motiven von Jean Louis Berain, angefertigt für Marie Louise Elisabeth d'Orléans Duchess de Berry (* 1695; † 1719), jetzt in der Wallace_Collection in London.
- 1720-1732 Konsoltisch in Boulle Marketerie (première-partie) mit Akantus- und Blütenranken, angefertigt für das Blaue Kabinet der Appartements der Kaiserin Maria Amalie von Österreich (* 1701; † 1756) in der Residenz München, jetzt im Bayerischen Nationalmuseum in München.
Sammlungen
- Petit Appartement, Château de Versailles]
- Bougthon
- Blenheim Pallace
- Getty Center
- Louvre Galerie, Paris
- Waddeston Manor
- Wallace Collection Front, London
Literatur
- Chastang, Yannick 2002 Paintings in Wood: French Marquetry Furniture, London, Wallace Collection. (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung), ISBN 0900785667
- Feulner, Adolf 1927 Kunstgeschichte des Möbels, Berlin, Propyläen-Verlag.
- Hughes, Peter 2000 The Wallace Collection: Catalogue of Furniture London, Wallace Collection. ISBN 0-900785-51-9
- Langer, Brigitte; Ottomeyer, Hans 1995 Die Möbel der Residenz München, I Die französischen Möbel des 18. Jahrhunderts, München, New York, Prestel.
Weblinks
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