Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Bombodrom
Aus Kefk.
| Die Neutralität dieses Artikels oder Absatzes ist umstritten. Die Gründe stehen auf der Diskussionsseite oder auf der Seite für Neutralitätsprobleme. Versuche, den Artikel neutraler zu formulieren und entferne diesen Baustein erst, wenn er nicht mehr nötig ist. |
</div>
Bombodrom ist der gebräuchliche Name des Truppenübungsplatzes und Luft-Boden-Schießplatzes Wittstock. Das Gelände liegt zwischen den Städten Wittstock, Rheinsberg und Neuruppin in der Kyritz-Ruppiner Heide im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, an der Grenze zwischen den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Das Bombodrom hat eine Fläche von 144 km2 und ist damit einer der größten Truppenübungsplätze in Europa.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Entstanden ist der Übungsplatz ab 1952 mit der schrittweisen Nutzung durch die Rote Armee, die dort zuerst Panzerübungen durchgeführt und später auch vermehrt Bombenabwürfe im Tiefflug trainiert hat. Die ursprünglichen Grundbesitzer wurden gezwungen, das Land zu sehr günstigen Konditionen an die Rote Armee zu verpachten. [1] Auf die Nutzung durch die Rote Armee geht auch der Name Bombodrom zurück.
1992 stellen die sowjetischen bzw. russischen Truppen alle Übungsflüge ein. Die brandenburgische Bürgerinitiative "Freie Heide" wird gegründet mit dem Ziel, den Übrungsplatz in eine touristische Nutzung zu überführen. [2]
1993 zieht die Rote Armee endgültig ab und die Bundesregierung beschließt die militärische Weiternutzung. Seither entstand in der umgebenden Region eine große Protestbewegung, die eine militärische Weiternutzung bislang verhindert hat.
Kontroverse
Eine große Protestbewegung richtet sich gegen die militärische Nutzung und organisiert zu diesem Zweck unter anderem mehrere Protestmärsche im Jahr, insgesamt bereits 100 (Stand 26. April 2006). So findet in der Kyritz-Ruppiner Heide seit einigen Jahren der größte Ostermarsch in Deutschland statt.
Es gibt auch Bürger, die sich durch die in Aussicht gestellte Stationierung der Bundeswehr auf dem Übungsplatz und insbesondere in einer neu zu schaffenden Garnison in Wittstock mehr Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum versprechen. Diese Seite vertritt die Bürgerinitiative ProBundeswehr. Überwiegend ist die Bevölkerung in der Region jedoch der Ansicht, dass mit dem Bombodrom die einzige Hoffnung auf Wirtschaftswachstum durch sanften Tourismus zerstört wird. Entsprechend haben sich daher sowohl der Kreistag des Landkreis Ostprignitz-Ruppin als auch die Landtage von Brandenburg[3] und Mecklenburg-Vorpommern sowie das Abgeordnetenhaus von Berlin positioniert. Alle relevanten Landesparteien unterstützen den Kampf gegen das Bombodrom, aber auch Bundespolitiker, zum Beispiel die Vizepräsidentinnen des Bundestages, Petra Pau (Linkspartei) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne).
Seitens der Bundeswehr werden zwei Argumente für die Nutzung des Bombodroms ins Spiel gebracht: die Lastenverteilung zwischen Ost- und Westdeutschland und die Notwendigkeit des Übens zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft[4]. Winfried Nachtwei (MdB B90/Grüne), Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestages vertritt in seiner Stellungnahme[5] die Meinung, dass der Abwurf von ungelenkten Bomben im Tiefflug, wie er auf dem Bombodrom geübt werden soll, weder für die Landesverteidigung noch für die Aufgaben im Bereich internationaler Kriseneinsätze notwendig sei. Beim Argument "Lastenausgleich" werde die jahrzehntelange extrem hohe Belastung der Anwohner durch den Übungsbetrieb der Sowjetarmee ignoriert. Am 3. März 2007 erhielt die Initiative FREIeHEIDe, stellvertetend für alle Initiativen gegen das Bombodrom, den Göttinger Friedenspreis.
Weblinks
- Website der Bürgerinitiative FREIe HEIDe
- Website der Bürgerinitiative Freier Himmel
- Website der Unternehmerinitiative Pro HEIDe
- bundeswehr.de: Informationen zur Nutzung des Übungsplatzes Wittstock
Fußnoten
- ↑ Hans-Peter Richter - THE "BOMBODROM" IN BRANDENBURG - A MILITARY BASE PREPARING THE NEW WARS?
- ↑ NDR - Chronologie zum Streit über das "Bombodrom"
- ↑ Platzeck: Kein Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide – Rede vor dem Landtag Brandenburg
- ↑ Antworten der Bundeswehr auf die häufigsten Fragen zur künftigen Nutzung des Übungsplatzes Wittstock
- ↑ Stellungnahme zur "Ergänzenden Begründung" des BMVg zur "Notwendigkeit der sofortigen Inbetriebnahme des TrÜbPl Wittstock durch die Bundeswehr als Luft-Boden-Schießplatz" vom 6. Dezember 2005 von Winfried Nachtwei
Koordinaten: 53°5′10″ N 12°38′42″ O
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Bombodrom, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
