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Boeing 737
Aus Kefk.
Die Boeing 737 ist die bisher meistgebaute Familie von zivilen Strahlflugzeugen[1]. Die als Standardrumpfflugzeug ausgelegte Familie wird vom US-amerikanischen Hersteller Boeing in der mittlerweile dritten Generation gefertigt und hat über die Zeit ihre äußere Erscheinung kaum geändert. Ursprünglich als kleines Kurzstreckenflugzeug geplant, ist die jüngste Generation „Boeing 737 Next Generation“ eine Familie von Mittelstreckenflugzeugen für die kommerzielle Passagierluftfahrt, deren Spektrum grob vom 100-Sitzer 737-600 bis zum 200-Sitzer 737-900ER reicht. Auch Langstrecken können mittlerweile mit bestimmten Varianten bedient werden.
Die erste Auslieferung einer Boeing 737 erfolgte im Dezember 1967, als eine Boeing 737-100 an die Lufthansa übergeben wurde. Bis heute findet die Boeing 737 mit 6675 (Stand November 2006) Bestellungen einen sehr guten Absatz. Zur Zeit (Stand: 2005) sind weltweit stetig rund 1300 Boeing 737 gleichzeitig in der Luft, wobei ca. jede 6. Sekunde eine 737 startet. Die größte Konkurrenz für die Boeing 737 stellt die Airbus-A320-Familie dar, die zwar erst während der späten 1980er-Jahre auf den Markt kam, sich aber mittlerweile mit 5018 Bestellungen durchschnittlich besser verkauft[1]. Die aktuellen Listenpreise der Boeing 737 betragen ohne Rabatt zwischen 47 Millionen US-Dollar für die kleinste Version und 70 Millionen US-Dollar für die größte, Sonderausstattungen jeweils nicht mitgerechnet.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Idee eines kleinen Flugzeugs entstand aufgrund der erfolgreichen Markteinführung der BAC 1-11 und Douglas DC-9. Diese erschlossen den damals völlig neuen Markt eines kleinen Kurzstreckenflugzeugs mit Luftstrahlantrieb. Als Boeing das Programm der 737 schließlich am 19. Februar 1965[1] (gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Bestellung von 19 Maschinen durch die Lufthansa) offiziell startete, absolvierten diese beiden Konkurrenten jedoch bereits ihren Erst- (DC-9) bzw. Zulassungsflug (BAC 1-11). Die Entwicklung wurde vor allem auf Druck des 737-Erstkunden Deutsche Lufthansa durchgeführt. Um die Konstruktionsarbeiten zu beschleunigen übernahm Boeing zahlreiche der bereits bei der Boeing 707 und der Boeing 727 angewandten Technologien. Dies wird vor allem bei den identischen Rümpfen sichtbar, die sich lediglich in ihrer Länge unterscheiden. Probleme bereiteten während der Entwicklung die Tragflächen, von denen eine bei 95% der vorgeschriebenen Maximalbelastung brach. So mussten die Tragflächen neu konzipiert werden; dieser Aufschub wurde allerdings auch genutzt, um effizienzsteigernde technische Neuerungen einzuführen.
Die erste Boeing 737 hob am 9. April 1967 in der Version 100 zu ihrem Erstflug ab und trat ihren Dienst im Februar des folgenden Jahres bei der Lufthansa an. Es wurden jedoch lediglich 30 Exemplare gebaut, nahezu alle wurden an die Lufthansa geliefert. Weitaus erfolgreicher war die verlängerte Version 737-200, die am 8. August 1967 ihren Erstflug absolvierte und bis 1988 produziert wurde. Der Erstkunde für diese Variante war die United Airlines, die das Flugzeug ab dem 28. April 1968 einsetzte.
Wie die Boeing 747 („Jumbo“) besitzt auch die Boeing 737 einen international gebräuchlichen Spitznamen. In Fliegerkreisen wird die Boeing 737 „Bobby“ genannt. Dieser Name, der eher im deutschsprachigen Raum bekannt ist, entstand im Lufthansa-Konzern. Dort gab es für die kleinen Passagiere in der Zeit von 1970 bis 1972 ein Buch, welches den Titel „Bobby Boeings Abenteuer“ trug.
In den frühen 1980er-Jahren wurde die 737 erstmals in erwähnenswertem Umfang verändert. Die Modifizierung, die zu den „klassischen“ 737 führte, umfasste vor allem die weit effizienteren Triebwerke CFM International CFM56, ein neu gestaltetes und mit Bildschirmen ausgerüstetes Cockpit sowie eine neue Kabine. Die erste 737-300 nahm ihren Dienst im Jahre 1984 auf.
Bereits zu dieser Zeit war auch schon ein neuer Konkurrent für die 737 absehbar, nämlich der Airbus A320. Dieser weit modernere und effizientere Konkurrent veranlasste Boeing bereits zehn Jahre darauf, 1993 das 737-X-Programm (später „Next Generation“ genannt) zu starten. Dieses beinhaltete eine praktisch komplette Neuentwicklung der 737, von der im Prinzip nur noch die äußere Form blieb. Neue Tragflächen, neue Avionik und modifizierte Triebwerke waren nur die größeren Änderungen. Im Cockpit wurden fortan CRT- (später LCD-) Bildschirme ähnlich wie in der Boeing 747-400 und der Boeing 777 verwendet. Zusätzlich wurden später ab Werk auch Winglets angeboten, die den Treibstoffverbrauch senkten und das Startverhalten verbesserten. Die klassischen Versionen können jedoch mittlerweile ebenfalls mit Winglets nachgerüstet werden.
Im Jahre 2001 wurde mit der 737-900 die bisher längste Version vorgestellt. Ihre Rumpflänge übertrifft sogar die der 707, ihre Kapazität erreicht nahezu jene der 757, deren Produktion im Jahre 2004 aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt wurde. Die erste sichtbare Änderung am Rumpf selbst entstand im Jahre 2005, als die „Augenbrauenfenster“ des Cockpits entfernt wurden. Waren sie in den 1960er-Jahren noch nötig gewesen, konnte man mittlerweile jedoch auf sie verzichten. Als wahrscheinlich letztes Modell der 737 wurde im Juli 2005 die heutige 737-900ER unter dem Namen 737-900X vorgestellt. Mit dem gleichen Rumpf der 737-900 ist sie in der Lage, bis zu 215 Personen zu transportieren und wird erst dadurch ein ernsthafter Konkurrent zum Airbus A321.
Für die Boeing 737 läuft die Zeit jedoch unweigerlich ab, unter dem Namen Y1 verfolgt Boeing bereits Pläne für den Nachfolger der Flugzeugfamilie. Diese wird Boeings nächstes großes Projekt nach der 787 sein. Zuvor wird die 737 aber noch von Verbesserungen des CFM-56-Triebwerkes profitieren.
Am 28. Januar 2000 hatte die Boeing-737-Weltflotte als erster Flugzeugtyp in der Luftfahrtgeschichte die Marke von 100 Millionen Flugstunden überschritten. Am 13. Februar 2006 wurde das fünftausendste Exemplar der 737 an die Southwest Airlines übergeben.
Kommunalität
Die so genannte Familien-Kommunalität findet sich bei den verschiedenen Mitgliedern der 737-Familie in vielen Bereichen. Das bedeutet, dass Systeme verschiedener Flugzeugtypen identisch sind, um damit bei der Wartung wie auch bei der Pilotenausbildung Kosten einzusparen. In folgenden Bereichen findet sich dieser Grundsatz bei der 737 verwirklicht: Die Mitglieder der einzelnen 737-Generationen sind untereinander stark verwandt und verwenden in großem Maße gleiche Teile wie Triebwerke usw. Somit lassen sich vor allem bei der Wartung durch Synergieeffekte Kosten sparen. Die Avionik und das Cockpit der klassischen Versionen ähnelt der Avionik der Boeing 757/767, die der Next Generation der der 747-400/-8 und 777. Die für die zweite und dritte Generation der 737 verwendeten CFM International CFM56-Triebwerke kommen in leicht modifizierten Varianten auch bei der Airbus-A320-Familie sowie beim Airbus A340-200/-300 zum Einsatz. Somit können diese Triebwerke durch Skaleneffekte zu günstigeren Kosten erworben werden. Zusätzlich können Fluggesellschaften, die mehrere dieser Typen betreiben (z. B. die Lufthansa, die 737, A320 und A340-300 parallel einsetzt), günstigere Ausbildungs-, Anschaffungs-, Wartungs-, Lagerungs- und weitere Kosten realisieren. Abschließend sei noch gesagt, dass alle Modelle der einzelnen Generationen der 737 jeweils auf demselben Grundentwurf basieren und somit mit demselben Type Rating geflogen werden können.
Versionen
Die Boeing 737 wurde in drei Generationen gefertigt, die man in die „Ur-Versionen“, die „klassischen Versionen“ und die „Next Generation“ (NG) einteilt. Da die Versionsbezeichnungen keinen Hinweis auf die Größe des Flugzeuges geben (insgesamt gab es lediglich sechs verschiedene Rumpflängen bei neun Versionen), werden die Rumpflängen hier in Gruppen gleicher Länge zusammengefasst. Begonnen wird bei der kleinsten Rumpflänge:
- -100
- -200, -500, -600
- -300, -700
- -400
- -800
- -900
Die „Ur-Versionen“
Charakteristisch für die ersten Versionen sind die schlanken Triebwerke, da diese jedoch länger sind als bei den späteren 737-Typen, ragen sie nach hinten unter den Tragflächen hervor.
Insgesamt wurden 1.125 Maschinen dieses Typs ausgeliefert. Nach Typen aufgeschlüsselt sind das 30 Stück 737-100, 991 Stück 737-200 und 104 Stück des Typs 737-200C.
Boeing 737-100
Die 737-100 ist mit einer Länge von 28,63 Metern (94 Fuß) die Standard-Kurzversion der 737-Familie. Der Erstflug erfolgte am 9. April 1967. Die 737 bekam denselben Rumpfquerschnitt und dieselbe Cockpitform wie die bereits vorhandenen Typen Boeing 707 und Boeing 727 und war mit „Pratt & Whitney“-JT8D-Triebwerken ausgestattet. Auf den damals noch üblichen Flugingenieur wurde allerdings verzichtet. Das Flugzeug wurde zunächst belächelt, da seine Spannweite genauso groß war wie seine Länge. Es wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa AG entwickelt, die auch der Hauptabnehmer dieser Version war. Am 15. März 1965 wurde zunächst der Kaufvertrag über 21 Maschinen des Typs 737-130 unterzeichnet. Dieser wurde am 26. Februar 1967 auf 24 Maschinen erhöht, dann aber wieder am 5. August 1968 auf 22 Maschinen reduziert. Diese Maschinen trugen die Boeing-Seriennummern 19013 bis 19033 sowie 19794. Sie wurden zwischen Dezember 1967 und Februar 1969 in die Flotte der Lufthansa übernommen. Die letzte Maschine wurde im Oktober 1969 ausgeliefert.
Zwischen März 1981 und März 1982 wurden alle Maschinen der Lufthansa weiterverkauft, die meisten von ihnen übernahm People Express. Von der Boeing 737-100 wurden insgesamt 30 Stück hergestellt.
Boeing 737-200
Boeing 737-200 Basisversion
Die Boeing 737-200 ist die verlängerte Version der 737-100, die ursprünglich vor allem dem US-Markt angepasst war. Der Erstkunde für dieses Flugzeug war United Airlines. Die 737-200C (C für Convertible) war eine Version der 737-200, die man sowohl für Passagiere also auch für Frachtzwecke verwenden konnte; der Erstkunde für diese Variante war Wien Air Alaska. Alaska Airlines betreibt bis heute 2 Maschinen dieser Bauart.
Die Boeing 737-200 ist 30,53 Meter (ca. 100 Fuß) lang und ebenfalls noch mit „Pratt & Whitney“-JT8D-Triebwerken ausgestattet. Von dieser Version wurden über 1.100 Stück gebaut. Erstkunde dieses Modells war United Airlines.
Boeing 737-200 Advanced
Die Boeing 737-200 Advanced ist eine Weiterentwicklung der 737-200 mit den gleichen Abmessungen, jedoch einer besseren Performance. Sie weist eine größere Reichweite bei vergrößerter Zuladungskapazität auf und kann auf kürzeren Start- und Landebahnen operieren. Zudem wurden die Triebwerke in Bezug auf Verbrauch und Lärmentwicklung optimiert. Signifikant ist auch eine bedeutende Weiterentwicklung der Avionik. Die Boeing 737-200 wurde bis 1988 hergestellt.
Die „klassischen“ Versionen
Von den klassischen Versionen Boeing 737-300, -400 und -500 wurden 1984 bis 1999 1.988 Stück produziert. Aufgeschlüsselt nach Typen waren das 1.113 Stück 737-300, 486 Stück 737-400 sowie 389 Stück 737-500.
Boeing 737-300
Die Boeing 737-300 war ursprünglich ein etwas längeres Schwestermodell der Boeing 737-200, wurde dann aber das neue Basismodell der klassischen 737. Sie bekam das moderne CFM56-3-Triebwerk von CFMI, hatte bereits Bildschirme im Cockpit und ein Flight Management System. Diese Version erhielt eine Zulassung für bis zu 150 Sitzplätze. Sie wurde in 1.113 Exemplaren gebaut. Erstkunden dieses Typs waren Southwest Airlines und USAir.
Die 737-300 flog erstmalig am 24. Februar 1984. Die Auslieferungen begannen im November des selben Jahres.
Boeing 737-400
Im Juni 1986 wurde bekannt, dass Boeing die 737 nochmals verlängern und eine 400er-Variante auf den Markt bringen würde. Sie bot nun bis zu 174 Passagiere Platz, schloss damit zum größeren Airbus A320 auf und ersetzte die 727. Sie wurde speziell für Charterfluggesellschaften entwickelt. Diese Version war die größte klassische Boeing 737.
Die 737-400 absolvierte am 19. Februar 1988 ihren Erstflug und trat im Oktober dieses Jahres bei Piedmont ihren Dienst an. Insgesamt wurden von dieser Version 486 Stück ausgeliefert. Die letzte Boeing 737 Classic (Boeing 737-400) wurde am 28. Februar 2000 an ČSA übergeben.
Boeing 737-500
Die Boeing 737-500 war eine verkürzte Version mit der Länge der Boeing 737-200, aber der modernen Technik der -300 und -400. Das Projekt wurde im Mai 1987 unter dem Namen 737-1000 vorgestellt, erhielt dann jedoch den heute gültigen Versionsnamen. Der Erstflug fand am 30. Juni 1989 statt, die erste Auslieferung erfolgte im Februar 1990 an den Erstkunden Southwest Airlines.
Dieses Flugzeug ist für maximal 132 Passagiere zugelassen, wird aber üblicherweise mit 100 bis 110 Sitzen betrieben. Von dieser Version wurden 389 Stück produziert.
Die „Next Generation“
Als Antwort auf den zunehmend erfolgreicheren Airbus A320 gab Boeing im November 1993 bekannt, seine 737-Familie erneut modernisieren zu wollen. Die entstandenen Modelle (-600, -700-, -800, -900 sowie gelegentlich BBJ) wurden von Boeing „Next Generation“ getauft. Um die Wirtschaftlichkeit zu steigern, wurden die Next Generation-737 gegenüber den Vorgängermodellen mit modifizierten Avionik-Systemen, verbesserten Triebwerken sowie neu entwickelten Tragflächen ausgestattet. Im Gegensatz zur Airbus A320-Familie verfügen die 737NG jedoch noch nicht über eine elektronische Fly-by-wire-Steuerung.
Bisher wurden 2.110 von 3.543 bestellten Flugzeugen dieses Typs ausgeliefert (Stand November 2006. Aufgeschlüsselt nach Typen sind das 69 von 69 Stück des Typs 737-600, 796 Stück von 1.247 der 737-700, 84 von 97 Stück der 737-700BBJ, 11 von 12 Stück der 737-700C, 0 von 2 der 737-700ER, 1085 von 1956 Stück des Typs 737-800, 13 von 14 Stück der 737-800BBJ, 52 von 52 Exemplaren der 737-900, 0 von 2 der 737-900BBJ sowie 0 von 94 Stück des Typs 737-900ER[1].
Boeing 737-600
Die Boeing 737-600 ist eine verkürzte Version mit der Länge der Boeing 737-200/-500, aber der modernen Technik der Next-Generation-Modelle. Die Entwicklung der 737-600 wurde am 16. März 1996 gestartet, der Erstflug fand am 22. Januar 1998 statt. Die erste Auslieferung folgte im September des selben Jahres an SAS.
Die 737-600 bietet Platz für maximal 132 Passagiersitze, üblicherweise werden 100 Plätze eingesetzt. Die Kosten für eine 737-600 belaufen sich auf 47 bis 55 Millionen US-Dollar.
Boeing 737-700
Boeing 737-700 Basisversion
Die Boeing 737-700 war die erste Version der „Next Generation“ (NG) und entspricht in der Länge etwa der Boeing 737-300. Sie wurde im November 1993 als erste 737NG vorgestellt, der Roll-Out fand am 7. Dezember 1996 statt. Die Zertifikation folgte im November 1997, worauf dann im Dezember der Erstkunde Southwest Airlines den Flugdienst mit der 737-700 aufnahm. Eine Boeing 737-700 kostet derzeit zwischen 54 und 64 Millionen US-Dollar.
Boeing 737-700C
Die Boeing 737-700C (C = Convertible) ist eine Version der Boeing 737-700, die mit einer „Quick Change“-Option in weniger als einer Stunde von einem Passagierflugzeug in ein Frachtflugzeug umgebaut werden kann (oder umgekehrt). Sie verfügt über die verstärkten Tragflächen der Boeing 737-BBJ. In einer Ein-Klassen-Konfiguration können bis zu 140 Passagiere befördert werden, die Zwei-Klassen-Konfiguration bietet Platz für bis zu 126 Passagiere. In der Frachtversion können bis zu 18.780 kg Fracht über 5335 km (2880 nm) befördert werden. Die Boeing 737-700C ist mit einer neu entwickelten Frachttür im Hauptdeck ausgerüstet. Die ersten beiden Vollfrachter wurden am 3. September 1997 von der US-Marine bestellt. Die militärische Variante wird C-40 Clipper genannt.
Boeing 737-700ER
Die 737-700ER ist eine Version der 737-700, die über ein um ca. 7,5 t kg erhöhtes maximales Abfluggewicht sowie eine maximale Reichweite von 10.200 km verfügt. Im Zuge dieser Leistungsverbesserungen wird die 737-700ER unter anderem mit dem Hauptfahrwerk und den Tragflächen der 737-800 ausgestattet. Die aerodynamischen und strukturellen Modifikationen für diese neue Variante basieren größtenteils auf für den BBJ entwickelten Veränderungen. Offiziell gestartet wurde das Programm am 31. Januar 2006 mit einer Bestellungsumwandlung durch ANA, zwei bestellte 737-700 in zwei Exemplare der -700ER umwandelte. Der Eintritt in den Liniendienst ist für Anfang 2007 vorgesehen.
Boeing 737-800
Die Boeing 737-800 ist etwas länger als die 737-400 (39,5 m lang, 12,5 m hoch, 35,79 m Spannweite), ebenfalls optional mit den großen Winglets erhältlich, die eine Höhe von 2,60 Meter haben, und kann maximal 189 Passagiere befördern. Das Projekt wurde am 5. September 1994 unter dem Namen „737-400X Stretch“ gestartet. Der Erstflug erfolgte am 31. Juli 1997, im April 1998 wurde das erste Flugzeug der Hapag Lloyd (heute TUIfly) übergeben.
Mit bisher 1.829 Bestellungen, inklusive 13 Bestellungen für 737-800BBJ (Stand 23. August 2006), ist die 800er-Reihe die bisher erfolgreichste Variante der 737NG-Familie. Ihr Kaufpreis beträgt zwischen 66 und 75 Millionen US-Dollar.
Boeing 737-900
Boeing 737-900 Basisversion
Die Boeing 737-900 ist die bisher größte aller Boeing 737. Die Anzahl ihrer Passagiersitze wurde auf 189 limitiert, da die Anzahl der Notausgänge gegenüber der Boeing 737-800 nicht erhöht wurde. Die Entwicklung wurde am 10. September 1997 mit einer Order über 10 Flugzeuge von Alaska Airlines gestartet. Der Erstflug fand am 3. August 2000 statt, das erste Flugzeug wurde am 15. Mai 2001 an Alaska Airlines übergeben.
Boeing 737-900ER
Da die Basisversion der 737-900 trotz ausreichender Länge aufgrund einer zu geringen Anzahl an Notausgängen maximal 189 Passagiere befördern darf, forderten einige Fluggesellschaften frühzeitig, diesen Mangel zu beheben und das Modell darüber hinaus mit höherer Reichweite auszustatten. Im Ergebnis entstand die 737-900ER (früher 737-900X), die dank zusätzlicher Notausgänge nun für bis zu 219 Passagiere zugelassen ist. Weitere Veränderungen gegenüber der Standard-737-900 sind verstärkte Tragflächen und zusätzliche Treibstofftanks, mit denen die Reichweite auf 5925 km erhöht werden konnte. Als Erstkunde der -900ER wurde am 18. Juli 2005 die indonesische Lion Air vorgestellt, welche die ersten ihrer 30 bestellten Exemplare in der ersten Hälfte des Jahres 2007 erhalten soll. Roll-out der ersten Maschine war im August 2006, der Erstflug fand am 1. September desselben Jahres statt. Üblicherweise ist die 737-900ER mit 170 bis 180 Sitzplätzen ausgestattet und tritt damit in Konkurrenz zum Airbus A321. Darüber hinaus soll sie z. B. auch die alternde 757-200 ersetzen.</br>Eine Boeing 737-900ER kostet zwischen 70,0 und 80,5 Millionen US-Dollar. Fünf Fluggesellschaften haben insgesamt 94 Maschinen dieses Types bestellt.
BBJ, BBJ2 und BBJ3
Auf Basis der 737NG entwickelte Boeing zusammen mit General Electric die Geschäftsreiseflugzeuge BBJ und BBJ2. Das Modell BBJ3 wurde am 21. November 2005 angekündigt und basiert auf dem 737-900ER Modell.
Zwischenfälle
Seiner Verbreitung und der langen Marktpräsenz entsprechend war dieser Flugzeugtyp in der Vergangenheit relativ häufig von Unfällen betroffen. Insgesamt wurden 114 Boeing 737 bei Unfällen zerstört oder derart beschädigt, dass sie als Totalschaden abgeschrieben werden mussten; bei diesen Zwischenfällen kamen 3182 Menschen ums Leben. Bei anderen Unfällen kamen weitere 242 Personen ums Leben. Daneben starben bei insgesamt 96 Flugzeugentführungen 325 Menschen.
Technische Daten
| Kenngröße | 737-100 | 737-200 | 737-300 | 737-400 | 737-500 | 737-600 | 737-700 | 737-800 | 737-900ER |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Länge | 28,65 m | 30,50 m | 33,25 m | 36,40 m | 31,01 m | 31,20 m | 33,60 m | 39,50 m | 42,10 m |
| Spannweite | 28,35 m | 28,88 m | 34,30 m | ||||||
| Rumpfdurchmesser | 3,76 m | ||||||||
| Sitzplätze ca. | 85-99 | 96-133 | 123-149 | 146-162 | 103-122 | 110-132 | 128-149 | 162-189 | 180-215 |
| max. Startgewicht | 49940 kg | 58100 kg | 61250 kg | 62820 kg | 52400 kg | 65150 kg | 69400 kg | 79010 kg | 83627 kg |
| Reisegeschwindigkeit | 917 km/h | 907 km/h | 852 km/h | ||||||
| Minimalgeschwindigkeit | ? km/h | ? km/h | 330 km/h | ||||||
| Reichweite bis ca. | 3440 km | 4200 km | 4400 km | 5000 km | 5200 km | 6000 km | 6100 km | 5500 km | 5020 km |
| Indienststellung | 10. Feb. 1968 Lufthansa | 28. Apr. 1968 United | 28. Nov. 1984 US Air | 15. Sep. 1988 Piedmont | 28. Feb. 1990 Southwest | Aug. 1998 SAS | Okt. 1997 Southwest | 24. Apr. 1998 Hapag Lloyd | Anfang 2007 Lion Air |
Literatur
- Helmut Gerresheim, Mike Riedner: „Flugzeuge die Geschichte machten, Boeing 737“, ISBN 1861264046
- Malcolm Hill: „Boeing 737“, ISBN 1861264046 (englisch)
Quellen
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Boeing 737 – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Offizielle Website der Boeing 737 (englisch)
- detaillierte Boeing 737-Produktionsliste
- Auflistung aller Abstürze der Boeing 737
Zivile Baureihen
247 |
2707 |
307 |
377 |
707 |
720 |
717 |
727 |
737 |
747 |
757 |
767 |
7J7 |
777 |
787 |
Business Jet (BBJ) |
Sonic Cruiser
Militärische Baureihen
B-17 |
B-29 |
B-47 |
B-50 |
B-52 |
C-17 |
C-97 |
E-3 |
E-4 |
E-6 |
E-8 |
E-10 |
KC-135 |
KC-767 |
RC-135 |
YC-14
Vergleichbare Flugzeugtypen</br> Airbus A320-Familie - Boeing 717/727/757 - Caravelle - Dassault Mercure - Douglas DC-9 - Embraer 190/195 - Fokker 100 - McDonnell Douglas MD-80/ MD-90 - Tupolew-Tu-204/214-Familie
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