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Bodenseekreis

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Wappen Karte
Bild:Bodenseekreis Wappen.svg Bild:Lage des Bodenseekreises in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Region: Bodensee-Oberschwaben
Verwaltungssitz: Friedrichshafen
Fläche: 664,78 km²
Einwohner: 207.090 (30. Juni 2006)
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner/km²
Kfz-Kennzeichen: FN
Kreisgliederung: 23 Gemeinden
Amtlicher Kreisschlüssel: 08 4 35
Adresse der Kreisverwaltung: Glärnischstraße 1-3
88045 Friedrichshafen
Offizielle Website: www.bodenseekreis.de
Politik
Landrat: Lothar Wölfle
Karte
Bild:Baden wuerttemberg fn.png

Der Bodenseekreis ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er bildet zusammen mit dem Landkreis Ravensburg und dem Landkreis Sigmaringen die Region Bodensee-Oberschwaben im Regierungsbezirk Tübingen. Der Bodenseekreis grenzt im Norden an die Landkreise Sigmaringen und Ravensburg, im Osten an den bayerischen Landkreis Lindau, im Süden bildet der Bodensee die natürliche Grenze zur Schweiz (Kantone Thurgau und St. Gallen) und zu Österreich (Vorarlberg), im Westen grenzt er an den Landkreis Konstanz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Bodenseekreis erstreckt sich entlang des Nordufers des Bodensees mit dem anschließenden „Oberschwäbischen Hügelland“, das im Osten in das „Westallgäuer Hügelland“ übergeht.

Geschichte

Der Bodenseekreis wurde durch die Kreisreform zum 1. Januar 1973 durch Vereinigung des Landkreises Tettnang mit dem Hauptteil des Landkreises Überlingen gebildet. Der Landkreis Tettnang war 934 aus dem alten württembergischen Oberamt Tettnang hervorgegangen, das 1810 errichtet wurde. 1938 wurde der Landkreis Tettnang in Landkreis Friedrichshafen umbenannt, jedoch später wieder rückbenannt. Der Landkreis Überlingen wurde 1936 durch Vereinigung der badischen Bezirksämter Überlingen und Pfullendorf gebildet, die 1857 durch Vereinigung mehrerer Ämter errichtet worden waren. Mit der Kreisreform 1973 wurden somit ehemals badische und württembergische Teile zu einem Landkreis vereinigt. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Bodenseekreis noch 23 Gemeinden, darunter 5 Städte und hiervon wiederum 2 „Große Kreisstädte“ (Friedrichshafen und Überlingen). Größte Stadt des Kreises ist Friedrichshafen, kleinste Gemeinde ist Stetten.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1973 161.906
31. Dezember 1975 162.236
31. Dezember 1980 170.353
31. Dezember 1985 172.981
27. Mai 1987 ¹ 172.776
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1990 183.774
31. Dezember 1995 192.947
31. Dezember 2000 199.181
31. Dezember 2005 205.446
30. Juni 2006 207.090

Politik

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf 5 Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren.

Ergebnis der Wahl zum Kreistag am 13. Juni 2004

  1. CDU 39,0 % (-3,1)
  2. FW 22,1 % (+0,5)
  3. SPD 17,9 % (-0,7)
  4. GRÜNE 12,3 % (+2,3)
  5. FDP 4,7 % (+2,0)
  6. ödp 2,8 % (-0,4)
  7. Eriskircher Liste 1,2 % (-0,6)

Sitzverteilung

CDU FW SPD GRÜNE FDP ödp Eriskircher Liste Gesamt
2004 26 14 10 8 3 1 1 63
1999 25 13 9 6 1 1 1 56

Landräte

Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte (Erster Landesbeamter).

Die Landräte des Landkreises Tettnang 1945–1972:

Die Landräte des Landkreises Überlingen 1945–1972:

Die Landräte des Bodenseekreises seit 1973:

Kreispartnerschaften

Kreispartnerschaften bestehen zum Muldentalkreis in Sachsen und zum Powiat Częstochowski in Polen.

Wappen

Beschreibung
In Blau über drei silberenen Wellenfäden ein achtspeichiges goldenes Rad ohne Felgen (Mühlrad) (Wappen-Verleihung 27. Februar 1976)
Bedeutung
Die Wellenfäden symbolisieren den Bodensee, das Rad ist dem Wappen der Herren von Markdorf und Raderach entnommen. Es kann aber auch als Zahnrad gedeutet werden und damit die Industrie versinnbildlichen, die im Bodenseekreis ebenfalls vorhanden ist.

Siehe auch: Liste der Wappen im Bodenseekreis

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Württembergische Staatsbahn erreichte schon 1847 von Ulm her auf der berühmten „Schwäbischen Eisenbahn“ den Bodensee bei Friedrichshafen. Dagegen wurde die Bodenseegürtelbahn durch die Badische Staatsbahn erst 1895 von Radolfzell her bis Überlingen und 1901 – ab Landesgrenze durch die Württembergische Staatsbahn – bis Friedrichshafen gebaut; der östliche Abschnitt bis Lindau war bereits 1899 fertiggestellt worden.

Die Badische Staatsbahn fügte noch folgende Nebenbahnen hinzu:

  • 1901: Uhldingen-Mühlhofen–Unteruhldingen
  • 1905: Mimmenhausen-Neufrach–Frickingen

Die erste normalspurige Bahn für Personen- und Güterverkehr in Deutschland, die elektrisch betrieben wurde, war die 1895 eröffnete Lokalbahn Meckenbeuren – Tettnang der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München.

Erst 1922 kam noch die Strecke Friedrichshafen Stadt – Oberteuringen der Teuringertal-Bahn GmbH hinzu.

Zur Verbesserung des Nahverkehrs gründeten die interessierten Kommunen die Bodensee-Oberschwaben-Bahn GmbH, an der der Kreis 20 % der Anteile hält. Sie setzt seit 1993 auf der DBAG-Strecke Friedrichshafen – Ravensburg zusätzliche Züge ein und wurde 1997 bis Aulendorf ausgedehnt.

Von den 94 km des Gesamtnetzes sind nur 26 km stillgelegt worden:

  • 1950: Uhldingen-Mühlhofen – Unteruhldingen 3 km
  • 1954: Friedrichshafen Stadt – Oberteuringen 11 km
  • 1953: Salem (früher: Mimmenhausen-Neufrach) – Frickingen 8 km
  • 1976: Meckenbeuren – Tettnang 4 km


Das Kreisgebiet wird von keiner Bundesautobahn berührt. Daher wird der Landkreis nur durch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die B 31 (Freiburg im BreisgauLindau), die B 30 (UlmFriedrichshafen) und die B 33 (RavensburgMeersburg).

Fähren über den Bodensee verbinden den Bodenseekreis von Friedrichshafen nach Romanshorn (CH) und von Meersburg nach Konstanz. Ein Katamaran verbindet im Stundentakt Friedrichshafen mit Konstanz.

Der Flughafen Friedrichshafen, an dem der Bodenseekreis mit 20,1 % des Kapitals beteiligt ist, verbindet die Bodenseeregion mit vielen Zielen im In- und Ausland.

Kreiseinrichtungen

Der Bodenseekreis ist Träger des Bildungszentrums Markdorf mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium, folgender Beruflicher Schulen: Berufsschulzentrum Friedrichshafen mit Claude-Dornier-Schule (Gewerbliche Schule) und der Landesberufsschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Tettnang, Hugo-Eckener-Schule (Kaufmännische Schule) und Droste-Hülshoff-Schule (Haus- und Landwirtschaftliche Schule), Elektronikschule Tettnang, Berufsschulzentrum Überlingen mit Jörg-Zürn-Gewerbeschule, Constantin-Vanotti-Schule (Kaufmännische Schule) und Justus-von-Liebig-Schule (Haus- und Landwirtschaftliche Schule) sowie der Sonderschulen Pestalozzi-Schule in Markdorf und Sonnenbergschule in Salem-Buggensegel (Förderschulen). In Trägerschaft des Bodenseekreises sind die Volkshochschule Bodenseekreis mit Außenstellen in allen Städten und Gemeinden und die Jugendkunstschule in Meersburg.

Der Bodenseekreis ist Gesellschafter der Klinik Tettnang GmbH[1], welche seit 2005 das Krankenhaus in Tettnang betreibt. Das ehemalige Kreiskrankenhaus Überlingen befindet sich heute in Trägerschaft der Hegau-Bodensee-Hochrhein-Kliniken GmbH.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 30. Juni 2006)

Bild:LkrFN.gif
Städte- und Gemeindekarte des Bodenseekreises

Städte

  1. Friedrichshafen (58.210)
  2. Markdorf (12.710)
  3. Meersburg (5.574)
  4. Tettnang (18.612)
  5. Überlingen (21.405)


Verwaltungsgemeinschaften bzw. Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Gemeindeverwaltungsverband „Eriskirch-Kressbronn am Bodensee-Langenargen“ mit Sitz in Langenargen; Mitgliedsgemeinden: Eriskirch, Kressbronn am Bodensee und Langenargen
  2. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Friedrichshafen mit der Gemeinde Immenstaad am Bodensee
  3. Gemeindeverwaltungsverband „Markdorf“ mit Sitz in Markdorf; Mitgliedsgemeinden: Stadt Markdorf sowie Gemeinden Bermatingen, Deggenhausertal und Oberteuringen
  4. Gemeindeverwaltungsverband „Meersburg“ mit Sitz in Meersburg; Mitgliedsgemeinden: Stadt Meersburg sowie Gemeinden Daisendorf, Hagnau am Bodensee, Stetten (Bodenseekreis) und Uhldingen-Mühlhofen
  5. Gemeindeverwaltungsverband „Salem“ mit Sitz in Salem; Mitgliedsgemeinden: Frickingen, Heiligenberg und Salem
  6. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Tettnang mit der Gemeinde Neukirch
  7. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Überlingen mit den Gemeinden Owingen und Sipplingen

Gemeinden

  1. Bermatingen (3.772)
  2. Daisendorf (1.530)
  3. Deggenhausertal (4.190)
  4. Eriskirch (4.699)
  5. Frickingen (2.776)
  6. Hagnau am Bodensee (1.394)
  7. Heiligenberg (2.892)
  8. Immenstaad am Bodensee (6.033)
  9. Kressbronn am Bodensee (8.189)
  10. Langenargen (7.615)
  11. Meckenbeuren (13.733)
  12. Neukirch (2.699)
  13. Oberteuringen (4.385)
  14. Owingen (4.194)
  15. Salem (11.236)
  16. Sipplingen (2.181)
  17. Stetten (1.012)
  18. Uhldingen-Mühlhofen (8.049)

Literatur

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band VII: Regierungsbezirk Tübingen, Stuttgart, 1978. ISBN 3-17-004807-4
  • Der Bodenseekreis – Ein Führer zu Natur, Geschichte und Kultur; Hrsg. für den Bodenseekreis von Landrat Siegfried Tann; Friedrichshafen 1998. ISBN 3-86136-025-X
  • Jubiläumsweg Bodenseekreis – Von Kressbronn bis Überlingen – Der Bodenseekreis in 6 Etappen; Hrsg. von Rainer Barth; Friedrichshafen 2004. ISBN 3-86136-087-X
  • Leben am See – Das Jahrbuch des Bodenseekreises, Band XXIII, 2006; Hrsg. vom Bodenseekreis, der Stadt Friedrichshafen und der Stadt Überlingen; Tettnang 2005. ISBN 3-88812-524-3
  • Wappenbuch Bodenseekreis von Gisbert Hoffmann. Hrsg.: Förderkreis Heimatkunde, Tettnang; Tettnang 1991. ISBN 3-88812-162-0

Weblinks

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