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Blockzeit
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Blockzeit ist in der Metaphysik und Philosophie eine Möglichkeit, sich dem Problem der Zeit zu nähern. Der Name entstammt der Beschreibung der Raum-Zeit als invarianter, vierdimensionaler "Block", gegenüber einer Beschreibung als dreidimensionaler Raum, welcher sich auf der Zeitachse bewegt.
Beim konventionellen Konzept des Verstreichens der Zeit wird diese in drei unterschiedliche Regionen unterteilt: die "Vergangenheit", die "Gegenwart" und die "Zukunft". Die Vergangenheit wird gemeinhin als unantastbar konstant angesehen, wohingegen sich die Zukunft undefiniert und schemenhaft darstellt. Mit verstreichender Zeit wird einerseits die aktuelle Gegenwart zur Vergangenheit, während andererseits ein Teil der Zukunft die neue Gegenwart wird. Über diese "Bewegung", welche, die Vergangenheit "hinter" sich lassend, auf die Zukunft zuläuft, wird das das Verstreichen der Zeit definiert.
Dieses Modell verursacht eine Reihe schwieriger Probleme, sowohl philosophischer, als auch wissenschaftlicher Natur. So zeigt beispielsweise die spezielle Relativität, dass das Konzept der Gleichzeitigkeit nicht universell ist, so dass unterschiedliche Basen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen der Ereignispositionen in der Zeit führen. Es gibt hierbei keine Möglichkeit, einen eindeutig bestimmten Punkt in der Zeit als universelle Gegenwart zu erkennen. Weiterhin gibt es grundsätzlich keine bestimmte Gegenwart, welche gültiger ist als eine andere. Ein Beobachter an einem beliebigen Punkt in der Zeit wird immer sich selbst als gegenwärtig betrachten. Sogar das Konzept des Verstreichens der Zeit kann als inhärent inkonsistent angesehen werden, indem die Frage nach der Geschwindigkeit des Verstreichens aufgeworfen wird. Die Blockzeit überwindet diese verschiedenen Probleme, indem sie alle Punkte der Zeit als gleichsam gültige oder "reelle" Basen ansieht. Sie verwirft dabei weder die Vergangenheit, noch die Zukunft, sondern beschreibt diese als Richtungen - während sie zuvor Zustände waren. Für die Blockzeit entscheidet nur die Basis der Betrachtung darüber, ob ein Punkt in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegt.
Da jeder Beobachter an einem gegebenen Zeitpunkt lediglich die Ereignisse kennen kann, welche sich in der zu ihm relativen Vergangenheit befinden, bleibt hierbei die subjektive Illusion des Verstreichens der Zeit erhalten. Die Asymmetrie, sich nur an die Vergangenheit, nicht aber die Zukunft zu erinnern, sowie andere irreversible Ereignisse, die lediglich in einer zeitlichen Richtung verlaufen (wie das Ansteigen der Entropie), dient als Ursache für den Zeitpfeil. In der Wirklichkeit vergeht die Zeit nicht; das Ticken einer Uhr misst den Abstand von Ereignissen genauso, wie die Markierungen eines Maßbandes Abstände von Orten messen.
Blockzeit proponiert hierbei, dass alle Ereignisse der Zukunft ebenso unveränderlich wie jene der Vergangenheit sind (siehe Determinismus). Dies würde eine Abkehr vom Glauben an den freien Willen bedeuten. Falls sich jedoch die Zeit lediglich wie eine weitere Dimension des Raumes verhielte, wäre diese Implikation weit weniger problematisch.
Es ist allgemein anerkannt, dass kein allgegenwärtiger Moment des "Jetzt" auf einer hinreichend großen (beispielsweise galaktischen) Skala existiert. Ähnliche Argumentationen würden zeigen, dass auch die Blockzeit nur über vergleichsweise kurze, zeitliche "Distanzen" hinweg sinnvoll bleibt.
Ebenso kann dem Problem des freien Willens aus dem Weg gegangen werden. Hierzu dient die nicht gerechtfertigte Annahme, dass die bewusste Erfahrung eines Menschen nur eine Begleiterscheinung der Materie, und somit vollständig isoliert von allen anderen ist. Wie Jacques Barzun in From Dawn to Decadence: 500 Years of Western Cultural Life feststellt, wäre der Mensch tatsächlich "auf alle Lebenden verteilt".
Die Blockzeit geht von zwei trennbare Annahmen aus: dass die Zeit einerseits eine vollständige, reale Dimension und andererseits unantastbar ist. Letzteres ist nicht notwendigerweise eine Konsequenz der ersten Annahme. Wenn zufällige Änderungen möglich sind, könnte das Resultat ununterscheidbar von der Vielwelten-Theorie der Quantenmechanik sein.
Augustinus von Hippo schrieb, dass Gott außerhalb der Zeit steht und damit diese nur innerhalb des kreierten Universums besteht. Viele Theologen (insbesondere katholische) stimmen dem zu. Aus dieser Sicht würde Gott etwas wie Blockzeit wahrnehmen, welche uns als endlichen Wesen anders erscheint.
