Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Blockhaus
Aus Kefk.
Ein Blockhaus oder eine Blockhütte ist ein Gebäude mit Wänden aus übereinanderliegenden Baumstämmen ("Naturstammhaus" bzw. "Baumstammhaus") oder aus Balken. Die aufeinandergelegten Stämme oder Balken wurden früher mit Moos abgedichtet. Naturstammhäuser dämmt man heute in der Regel mit Schafwolle, Häuser aus industriell geformten Balken oft mit dauerelastischem Dichtband.
Besonderes viele Techniken gibt es in der Ausführung der Ecken - sie offenbaren die Handschrift eines Zimmermanns.
Eine Weiterentwicklung des Blockhauses ist das Umgebindehaus.
Inhaltsverzeichnis |
Konstruktionsweisen
Bei der Konstruktion unterscheidet man verschiedene Techniken in der Vorbereitung der Stämme, in der Schichtung der Stämme, in der Ausführung der Ecken und der Einbindung der Innenwände. Weiterhin variiert die Verwendung von Ständern an Türen, Fenstern oder in langen Wänden, die Längsverbindung zweier Stämme und die Aufsattelung der Sparren - direkt auf der Wand, auf den Deckenbalken oder unter Verwendung von Pfetten.
Material
Man baut Blockhäuser aus unbehauenen Stämmen, die jedoch mittes eines Schälmessers geschält werden, aus auf nur auf Wandstärke beidseitig gesägten oder mittels eines breiten Zimmermannsbeils gehauenen Stämmen oder aus komplett profilgefrästen Stämmen mit Standardmaßen, die es erlauben, die Stämme wie in einem Baukasten aufeinander zu stapeln.
Parallelanriss
Parallelanriss (engl. (full) scribing) ist das Verfahren, wie man die Kontur des unteren Stammes auf den oberen überträgt, falls nicht bereits vorgefräste Balken in Standardmaßen Verwendung finden. Anhand dieses Risses wird der nächstobere Stamm ausgearbeitet. Man benutzt hierzu einen speziellen Zirkel, der idealerweise mit einer integrierten Wasserwaage die senkrechte Führung beim Anreißen gewährleistet. Der Zirkel (engl. scriber) unterstützt auch die Ausarbeitung der Ecken, falls man nicht standardisierte Stämme nutzt, die sich mittels Schablone vorbereiten lassen.
Mitunter wird auf die passgenaue Anpassung der Stammlagen verzichtet und mit größeren Mengen, zumeist synthetischer, Dichtmasse gearbeitet. In einschlägigen Prospekten wird dies als Chinker nach engl. chink "Riss, Fuge" bezeichnet. Möglicherweise ist der Übergang der archäologisch älteren Ständerbauweise zum Blockhaus in einer ähnlichen Technik erfolgt - nämlich der Aufschichtung von Stammlagen zwischen Ständern, ohne Anpassung und Verkämmung ist sonst keine Stabilität zu gewährleisten, und die Auffüllung der Fugen mit Lehm oder Moosen.
Eckverbindungen
Sattelkerbe
Bei der Sattelkerbenbauart werden im oben und untenliegenden Stamm Kerben gefertigt.
Rundkerbe
Der oben liegende Stamm erhält eine zum unten liegenden Stamm passende Kerbe. Der Vorteil der Rundkerbe ist die bessere Beständigkeit, da im Gegensatz zur Sattelkerbe Regenwasser nicht in die Kerbe hineinläuft.
Überblattung
Überblattung erfordert eine seitliche Verjüngung des Stammes und Ausparungen oben und unten am Stamm am Kamm.
Schwalbenschwanz
Schwalbenschwanzverbindungen finden Verwendung bei gesägten oder behauenen Balken und werden oft ohne Überstand ausgeführt. Dabei bildet ein Stamm genau einen "Schwalbenschwanz", der in beide Richtungen geneigt ist. Damit werden die Stämme in beide Richtungen arretiert, dies ist bei einer Verbindung von Brettern mit mehreren Zapfen an einem Brett natürlich nicht möglich. Zusätzlich können zugunsten einer höheren Dichtigkeit weitere Fugen eingebaut werden.
Blockhäuser in Amerika
In Nordamerika wurden Blockhäuser meist von den ersten Siedlern gebaut, da das Baumaterial Holz vor Ort zu finden war und bei der Rodung von Waldflächen anfiel.
Weblinks
- Links zum Thema „Blockhäuser“ im Open Directory Project
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Blockhaus, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
