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Bleisatz

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Bild:Lettern axb01.jpg
Zeitungslettern (Linotype) - 1. Hälfte 20. Jh.
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Bleisatz ist ein Verfahren zur Herstellung von Druckformen für den Buchdruck. Einzelne Lettern oder Einzelbuchstaben, die aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung gegossen sind, werden zu der vollständigen Form einer Seite zusammengesetzt. Nach dem Abdruck kann die Druckform wieder in ihre Einzelteile zerlegt („abgelegt“) und die Lettern neu verwendet werden. Voraussetzung dafür ist der Einzelletternsatz im Handsatz oder mit der Monotype. Maschinensatz mit gegossenen Zeilen, wie ihn die Linotype oder die Ludlow-Gießmaschine liefern, wird nach der Nutzung wieder eingeschmolzen und neu gegossen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Grundlage für diese Technik wurde um 1440 von Johannes Gutenberg geschaffen, der den Druck mit beweglichen Lettern oder „Mobilletterndruck“ neu entwickelte. Allerdings gab es den Druck mit wieder verwendbaren und metallenen Lettern bereits vor Gutenberg. Funde aus China (siehe auch zugehörige Abteilung und Dokumentation im Mainzer Gutenbergmuseum) und Korea lassen den Schluss zu, dass hier eine so genannte Nacherfindung des Systems in Europa vorliegt. Neu war auf jeden Fall die Verwendung von Weichmetallen wie Blei und Zinn sowie die Konstruktion eines Gießinstrumentes mit auswechselbarer Matrize. Auch unterscheiden sich die Satztechniken insofern, als der asiatische Satz auf Zeichenfolgen (bildzeichenhaften Worten) und der europäische auf separaten Buchstaben basiert.

Bleisatzarten

Man unterscheidet den Handsatz – die älteste Form, die erst in den 1930er Jahren weitgehend verschwand – und den Maschinensatz. Der Maschinensatz wird weiter in drei verschiedene Funktionsprinzipe unterteilt. Typensetzmaschinen verwenden die Schrifttypen aus dem Handsatz (z. B. die Kastenbein-Setzmaschine). Das Ausschließen der Zeilen wird nach wie vor per Hand ausgeführt bzw. nachkorrigiert. Bei der Einzelbuchstabensetz- und Gießmaschine Monotype werden von Matrizen neue Lettern gegossen. Bei Zeilenguss-Maschinen (z. B. Linotype, Typograph), besteht die Schriftzeile aus einem einzigen Stück. Deshalb muss eine fehlerhafte Zeile bei Zeilengießmaschinen neu abgegossen werden. Ausschluss und Formatierung erfolgen bereits im ersten Satzschritt und sind später nicht mehr korrigierbar. Die verschiedenen Techniken sind oft parallel nebeneinander eingesetzt worden. Die Gießmaschinen konnten mit ca. 6000 Zeichen in der Stunde die Satzleistung eines Handsetzers (bis 1500 Zeichen) weit überbieten. Später wurden auch diese Maschinensatzarten durch neuere Satztechniken, wie den Fotosatz oder den Computersatz, abgelöst.

Setzersprache und -mathematik

Viele der typografischen Begriffe und Regeln aus der Zeit des Bleisatzes sind auch heute noch gültig und wurden sogar auf das Desktop-Publishing übertragen. Aus der Zeit des Handsatzes haben sich viele Begriffe und Maßeinheiten der Typografie erhalten. Eine Besonderheit der Handsatzmathematik war z. B. das systemische Rechnen. Dabei gelingt es immer, durch systematische Kombination von Schrift- und Ausschlussmaterial ein genaues Rechteck herzustellen. Die Basis des typografischen Systems bildet der typografische Punkt und das dodekaedrische Rechenmodell (Punkt, Cicero = 12pt, Konkordanz = 4 Cicero). Ausgehend von einer Dicke von 1/2 Punkt bis zur Größe mehrerer Konkordanzen sind alle Schriftgrößen und Zwischenstücke lückenlos kombinierbar.

Siehe auch

Literatur

  • Sepp Dußler, Fritz Kolling: Moderne Setzerei. 4. Auflage. Verlag Dokumentation Saur KG, Pullach 1974, ISBN 3-7940-8703-8.
  • Fritz Genzmer: Das Buch des Setzers. 9. Auflage. Ullstein Fachverlag, Berlin 1967.
  • Hans-Jürgen Wolf: Geschichte der graphischen Verfahren. Ein Beitrag zur Geschichte der Technik. Historia Verlag, Dornstadt 1990, ISBN 3-980-0257-4-8.

Weblinks

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