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Blaues Wunder

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Das „Blaue Wunder“ ist der volksmundliche Name der Loschwitzer Brücke in Dresden (bis 1912: „König-Albert-Brücke“). Sie ist eine Brücke über die Elbe und verbindet die Villengegenden bzw. Wohngegenden Blasewitz und Loschwitz miteinander. Sie wurde 1893 fertiggestellt. In der Entstehungszeit war sie eine der ersten Brücken dieser Spannweite aus Metall, welche keine Strompfeiler in der Elbe benötigte – unter anderem deshalb wurde sie als Wunder bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Erbauung

Erbaut wurde die Brücke 1891 bis 1893 von Claus Koepcke und H. M. Krüger als „versteifte 3-gelenkige Hängebrücke“, wie Claus Koepcke zu seiner Brücke zu sagen pflegte. In Wahrheit jedoch ist das „Blaue Wunder“ eine Auslegerbrücke.

Technische Daten

  • Länge: 280 m
  • Gewicht: 3500 t

Die Stahlteile der Brücke wurden in der Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf bei Zwickau gefertigt, die bis zu ihrer Insolvenz im Jahre 2005 als Sächsische Anlagen- und Maschinenbau GmbH (SAM) firmierte.

Die Auslegerfachwerkbrücke hat bei einer Breite von 12 m Feldweiten von 61,76 m, 146,68 m und 61,76 m. Die Pylone sind ab Oberkante Pfeiler ungefähr 24 m hoch. Die Zugkräfte der Obergurte sind hinter den Widerlagern in 10,7 m hohen, 20 m breiten und 15 m langen Ankerkammern rückverankert.

Kosten

  • Baukosten: 2,25 Mio Goldmark
  • Anstrich: 57.000 M

Für die Benutzung der Brücke musste bis 1923 bezahlt werden:

  • 2 Pfennige für Fußgänger, Straßenbahnfahrgäste, Rad- und Kraftfahrer
  • 10 Pfennige kosteten Zugtiere
  • 20 Pfennige für Kraftfahrzeuge

Abonnements und Sonderregelungen waren möglich. In kurzer Zeit sammelte sich ein Überschuss an, der unter anderem für die Stützmauer in der Loschwitzer Schillerstraße verwendet wurde. Sie wurde daraufhin im Volksmund „Zwee-Pfeng-Mauer“ genannt.

Der Name

Der Name „Blaues Wunder“ ist auf die hellblaue Farbe der Brücke zurückzuführen. Bis heute hält sich das Gerücht, die Brücke sei ursprünglich grün (aus den Mischfarben Kobaltblau und Chromgelb) angestrichen gewesen und erst durch Witterungseinflüsse (andere Quellen sprechen nur von der Sonneneinstrahlung) hätten sich die Gelbanteile verflüchtigt und nur das Blau sei übrig geblieben. Es gibt jedoch eine Reihe journalistischer und handfester Belege für die ursprüngliche Farbe Blau. So gibt es Artikel in Zeitungen aus der Zeit der Erbauung und eine Münzgedenkprägung anlässlich der Einweihung der Brücke, in welchen die Brücke schon als „Blaues Wunder“ bezeichnet wird.

Geschichte

Im Jahre 1935 wurde die Brücke umgebaut, um mehr Platz für die Fahrbahn zu gewinnen, indem beidseits die Gehwege auf die Außenseiten der Brücke verlagert wurden.

1945 wurde die Brücke unabhängig voneinander durch mehrere Bürger vor der Sprengung durch die auf der Flucht befindliche Wehrmacht gerettet. Daran erinnert heute eine Gedenktafel am stromabwärtigen Fußweg auf Blasewitzer Seite.

Bis 1985 führten die Straßenbahnlinien 4 (Gothawagen) und 15 (Tatra T4D) über die Brücke. Seitdem ist wegen verminderter Tragfähigkeit der Straßenbahnverkehr eingestellt und für sonstige Fahrzeuge eine Begrenzung auf 15 Tonnen gültig. Aktuelle Meinungen zur dauerhaften Erhaltbarkeit sind auf www.waldschloesschenbruecke.de zu finden.

2005 schlug die PDS vor, die „Loschwitzer Brücke“ offiziell in „Blaues Wunder“ umzubenennen [1]. Der diesbezügliche Antrag fand im Stadtrat jedoch keine Mehrheit [2].

Begriffsklärung

Unabhängig davon war „Blaues Wunder“ eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Fußgängerbrücke über dem Goerdelerring in Leipzig. Die Brücke war eine Stahlkonstruktion, mit blauem Anstrich, die drei Seiten der großen Kreuzung miteinander verband. Die Brücke wurde in zwei Etappen, 1973 und 1978/79 erbaut und am 11. Juli 2004 abgerissen.

Quellen

  1. Dresdner Blätt´l 1/2005: Nanu? Blaues Wunder soll umbenannt werden, 7. Januar 2005
  2. www.dresden-blaues-wunder.de: Loschwitzer Brücke bleibt, 21. Mai 2005

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Beuchler: Entscheidung im Morgengrauen, Kinderbuchverl., Berlin, 1969
  • Volker Helas: Das Blaue Wunder. Die Geschichte der Elbbrücke zwischen Loschwitz und Blasewitz in Dresden, Fliegenkopf-Verl., Halle, 1995, ISBN 3-930195-07-0
  • Michael Wüstefeld: Blaues Wunder. Dresden wunderlichste Brücke, Be-bra-Verl., Berlin, 2002, ISBN 3-930863-81-2

Weblinks

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Koordinaten: 51° 03' 13“ N 13° 48' 39“ O

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