Blaue Stunde

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Blaue Stunde ist ein poetischer Begriff für die Zeit der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und nächtlicher Dunkelheit sowie für die Zeit kurz vor Sonnenaufgang in der das künstliche Licht etwa dieselbe Helligkeit wie die natürliche Lichtquelle hat.

Ihren Namen hat sie von der tiefblauen Färbung des klaren Himmels in dieser Zeit. Verursacht wird sie durch die unterschiedliche Streuung des Sonnenlichts in der Atmosphäre und durch die Filterwirkung der Ozonschicht. In der Luft werden die Farben des Sonnenlichts unterschiedlich stark gebrochen: Rot und Gelb am schwächsten, Blau und Violett am stärksten (Rayleigh-Streuung). Nach dem – durch den direkten Blick darauf – roten Sonnenuntergang erreicht nur noch das blaue Streulicht die Erdoberfläche. Darüber hinaus absorbiert die in 20–30 km Höhe gelegene Ozonschicht vor allem Wellenlängen oberhalb von Blau und reflektiert im wesentlichen Blau und Violett. Die tiefer gelegenen und das Farbspektrum gleichmäßiger reflektierenden Wolken erscheinen noch rot, solange sie direkt vom Sonnenlicht beschienen werden.

In der Fotografie wird die Blaue Stunde für sogenannte Available-Light-Aufnahmen und die Nachtfotografie genutzt. Gegenüber Aufnahmen bei absoluter Dunkelheit ist dadurch auch die Umgebung leicht erhellt und somit besser sichtbar.

Physikalisch beschreibt die Farbtemperatur die geänderten Beleuchtungsverhältnisse. Während die Sonne eine Farbtemperatur von ca. 6000 K hat, beträgt die des blauen Himmels ca. 9000 K. Tagsüber überstrahlt die Sonne die Lichtintensität des Himmels um ein Mehrfaches. Die blaue Strahlung des Himmels tritt nur in Erscheinung, wenn die Sonne gerade untergegangen bzw. noch nicht aufgegangen ist, aber hinter dem Horizont hoch genug steht, um den Himmel zu beleuchten. Ein höherer Blauanteil des Lichts lässt sich unter günstigen Bedingungen auch im Schatten beobachten.

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