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Bis zum letzten Mann
Aus Kefk.
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Bis zum letzten Mann |
| Originaltitel: | Fort Apache |
| Produktionsland: | USA |
| Erscheinungsjahr: | 1948 |
| Länge (PAL-DVD): | 125 Minuten |
| Originalsprache: | Englisch |
| Stab | |
| Regie: | John Ford |
| Drehbuch: | Frank S. Nugent |
| Produktion: | Merian C. Cooper,John Ford |
| Musik: | Richard Hageman |
| Kamera: | Archie Stout, William H. Clothier |
| Schnitt: | Jack Murray |
| Besetzung | |
| |
Bis zum letzten Mann, im Original Fort Apache, ist ein US-amerikanischer Westernfilm von Regisseur John Ford. Der Film wurde 1947 in den USA gedreht. Uraufführungstag war der 9. März 1948. Dem Drehbuch lag die Erzählung Massacre von James Warner Bellah zugrunde.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Der Kavallerieoffizier Owen Thursday, der im US-amerikanischen Bürgerkrieg zum General aufgestiegen war, ist verbittert über seine nach Kriegsende erfolgte Zurückstufung zum Oberstleutnant. Seine Abkommandierung als Befehlshaber des Fort Apache, im Südwesten der USA gelegen, sieht er als weitere Demütigung an. Er betrachtet den Befehlshaberposten lediglich als Zwischenstation seiner weiterzuführenden Karriere, die er durch einen prestigeträchtigen Sieg zu befördern gedenkt. Ein solcher Sieg über die von ihm verachteten Indianer ist seiner Ansicht nach leicht zu erringen. Bei seinen Untergebenen im Fort versteht es Thursday, der steif und distanziert auftritt, sich schnell unbeliebt zu machen. Er legt großen Wert auf die Wahrung von Rangunterschieden und die Einhaltung formaler Regularien, muss aber bisweilen von Untergebenen selbst an deren Beachtung erinnert werden. Im Gegensatz zu ihm gelingt es Thursdays aufgeschlossener und lebenslustiger Tochter Philadelphia, die mit ihrem Vater in den Westen gekommen war, sich schnell im Fort zu assimilieren. Sie wird von Leutnant O'Rourke umworben, dem Sohn eines Unteroffiziers. Dessen Vater teilte das Schicksal Thursdays, war von seinem im Bürgerkrieg erreichten Offiziersrang zurückgestuft worden. Thursday versucht die sich anbahnende Beziehung zu unterbinden, weil sie ihm nicht standesgemäß erscheint.
Zum Gegenspieler Thursdays wird der Hauptmann York, ein alter Haudegen, der wegen seiner unkomplizierten Art bei den Untergebenen beliebt und auch bei den Indianern geachtet ist. Thursday schlägt Yorks Erfahrung und Ratschläge in den Wind, enthebt ihn schließlich gar des Kommandos, als York vor einer aberwitzigen Aktion gegen die Apachen warnt. Diese sind wegen der Machenschaften des korrupten Indianeragenten Meacham auf dem Kriegspfad, haben sich durch Ausweichen in mexikanisches Territorium dem Zugriff der US-Kavallerie entzogen. Nach Verhandlungen Yorks kehren sie zurück, werden aber von Thursday attackiert, unter Bruch der von York gegebenen Versprechen. Thursdays Truppe wird nahezu völlig vernichtet, nur York entkommt mit wenigen Mannen. Der zum Kommandeur avancierte York lobpreist schließlich den als „Held“ verklärten Thursday, dessen Fehler und militärisches Versagen verschweigend: „Nie ist ein Mann tapferer gestorben. Und nie hat ein Mann seinem Regiment mehr Ehre gemacht.“
Hintergründe
- Die Kernhandlung des Films ist eine freie Verarbeitung der Geschichte des George Armstrong Custer und dessen letzter Schlacht am Little Big Horn. Dabei wurde die Handlung in den Südwesten verlegt, aus den Sioux/Cheyenne wurden bei Ford Apachen.
- John Ford erläuterte in einem Gespräch mit Peter Bogdanovich seine Sicht der Heldenverehrung: „Wir haben eine Menge Leute, von denen angenommen wird, daß sie große Helden gewesen sind. Und Sie wissen verdammt gut, daß sie es nicht waren. Aber es ist gut für das Land, Helden zu haben, um zu ihnen aufblicken zu können; wie Custer - ein großer Held. Gut, er war es nicht.“. Für Ford war die Legende wichtiger als die oftmals bittere Wahrheit. (Zitat nach Hanisch, S. 218)
- Shirley Temple und John Agar, die im Film ein Paar werden, waren zur Entstehungszeit des Films auch im realen Leben ein Paar, bevor sie kurz darauf in einem öffentlich ausgetragenen Scheidungskrieg auseinander gingen.
- Das für den Film verwendete Fort wurde speziell für diesen Film im Simi Valley, Kalifornien, auf der Corriganville Movie Ranch erbaut. Es wurde danach in zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen verwendet.
Rezeption
- Bis zum letzten Mann war der erste Film, der so genannten Kavallerie-Trilogie von John Ford. Ihm folgten Der Teufelshauptmann und Rio Grande. Alle drei mit Außenaufnahmen im Monument Valley.
- Die Frage des Umgangs mit Wahrheit und Legende, die in vielen seiner Filme von Bedeutung ist, nimmt Ford in seinem Spätwerk Der Mann, der Liberty Valance erschoss nochmals explizit auf. Die dortige Schlußsequenz der Heldenverehrung wider besseres Wissen erscheint wie eine variierte Neuauflage der Szene in Bis zum letzten Mann.
Kritiken
- Eine optisch fesselnde Verherrlichung blutiger Taten (Uraufführungskritik der Zeitung „New York Herald Tribune“ vom 10. März 1948, hier zit. nach Hembus)
- [...] ein sehr eindruckvolles, formal bedeutendes Werk der Reife. [...] eine kluge Meditation über Fragen der Verantwortung des einzelnen gegenüber der Gemeinschaft, über individuelle Freiheit und Unterordnung unter die Interessen der Gemeinschaft, über den Sinn oder Unsinn von militärischen und zivilen Rangordnungen, über Tradition und Traditionslosigkeit. (Hanisch, S. 220)
Auszeichnungen
- Internationales Filmfestival von Locarno: Auszeichnung für beste Regie und beste Kamera.
Literatur
- Hanisch, Michael: Western : Die Entwicklung eines Filmgenres. - Berlin:Henschelverlag/Kunst und Gesellschaft, 1984
- Hembus, Joe: Western-Lexikon. - München: Heyne, 1976 (Heyne-Buch; 7048) - ISBN 3-453-00767-0
Weblinks
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