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Bipp
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Bipp ist eine Gemeinde in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Gemeindewappen:
Das älteste und heraldisch wertvollste Gemeindewappen befindet sich im Chor der Dorfkirche, in einem Kirchenfenster auf der linken Seite, aus dem Jahre 1659 stammend. Dargestellt sind drei Tannen auf einem grünen Dreiberg.
Anlässlich der Gemeindewappen-Bereinigung im Kanton Bern von 1947 erhielt unsere Gemeinde das heutige Wappen: Drei Lindenbäume auf einem grünen Dreiberg geben die topographische Lage sehr präzise wieder. Ein Blick von Süden gegen das schöngelegene Dorf zeigt das Gemeindewappen in Natura: der Dorfkern, eingebettet zwischen zwei Juraterrassen; einerseits westlich die Talackern mit dem "Schlossberg", anderseits östlich die Räben und die beiden Stierenweiden zeigen den grünen Dreiberg. Selbstverständlich befinden sich, stellvertretend für die vielen Obstgärten und Zierbäume im Dorfe, auf dem Lindenplatz im Dorfkern sowie auf einer Kuppe vor dem Schloss Bipp und beim Schützenhaus auf der Unteren Stierenweid je eine dieser 3 alten ehrwürdige Wappenlindenbäume. Im Sommer 1976 wurden beim neuen Schulhaus drei Lindenbäume als symbolischs Wappen gepflanzt.
Geschichtliches:
Der Name "Bipp" wird im 10. Jahrhundert in einer burgundischen Königsurkunde erstmals genannt. Das Kloster Moutier-Grandval legte seine Hand auf die Kirche von Bipp,(heutiges Oberbipp): "9. März 968, Betwa,Pippa burgoni capella una„. Diese Urkundenstelle belegt auch die Existenz der Burg Bipp. Über den Bischof von Basel um 1000 ist Bipp später zusammen mit dem Buchsgau um 1090 an die Grafen von Froburg gefallen. Ihnen ist auch der zweite Bau der Kirche zu verdanken, eine frühromanische Pfeilerbasilika, die kurz nach 1100 den karolingischen Bau ablöste. Das Schloss Bipp ist 1268 von Hartmann von Froburg als "castrum nostrum Bippo" erwähnt. Am 1. Dezember 1332 gingen Schloss und Herrschaft, aus Not, von Graf Johann von Froburg an seinen Oheim, den Grafen Rudolf von Neuenburg-Nidau über. Kurz nacheinander wechselte der Besitz am 26. November 1379 an Graf Simon von Thierstein am 11. Januar 1405 an den Grafen Egon von Kiburg und alsdann zum Hause Habsburg.
Die Gugler-, Burgdorfer- und Sempacherkriege brachten nicht nur dem einfachen Volke, sondern auch den Herrschaften Schaden, Krisen und Not. Der Hochadel sah sich genötigt, bei einigen reichen Basler Bürgern Hypotheken aufzunehmen.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte aus verwaltungstechnischen Gründen die Aufteilung der Altherrschaft Bipp in die Ämter "Bipp" mit Attiswyl, Farnern, Obernbipp, Rumisperg & Wietlisbach oder Wiechtlispach und "Erlinsburg" mit Niederbipp, Waldkirchenfeld, Walliswyl-Bipp, Rufshäusern und Wolfisberg.
Als letzte Pfandherren wussten sich die reichen Aarestädte Bern und Solothurn zu behaupten.
Am 2. April 1413 entschied eine Tagsatzung in Bern die dauernden Zwistigkeiten: Bern und Solothurn hatten gemeinsam die Herrschaften Bipp (Ämter Bipp und Erlinsburg) und Bechburg zu verwalten. Der im stillen immer noch weitergeführte "Kampf" wurde am 29. April 1463 durch ein eidgenössisches Schiedsgericht beendet; Bipp kam endgültig zu Bern und Bechburg zu Solothurn.
Bis 1798 oblag die Verwaltung des Bipper Amtes jeweils einem Vogt aus dem edlen Berner Stadtadel, mit Amtsdauern von jeweils drei bis fünf Jahren. Im Laufe des 335 Jahre dauernden „Berner Vogtzeitalters“ haben 64 verschiedene Vögte „Bipp“ verwaltet. Der Entscheid über die Reformation, ab 1528, überliessen die Bipper dem Gutdünken ihrer Bernischen Obrigkeit, welche sich für den neuen Glauben entschied.
1798, als die französischen Revolutionstruppen in Solothurn eintrafen, flüchtete der letzte Landvogt Christian Friedrich Zehnder in Richtung Napfgebiet. Vorher liess er Bern ausrichten, das „Bipper Amt“ sei nicht mehr zu halten. Diese Tatsache ermunterte die Bürger von Oberbipp, Rumisberg und Wolfisberg, das „Schloss Bipp“ auszuplündern und zu zerstören, damit es nicht unversehrt den Franzosen in die Hände falle.
In der darauffolgenden helvetischen Neuordnung wurde die Vogtei Bipp 1803 mit der südlich angrenzenden Landvogtei Wangen, unter dem Namen „Amt Wangen“ vereinigt, mit gleichzeitiger Abtrennung der Weiler Bannwil und Rufshäusern (heute Schwarzhäusern), die beide zum „Amt Aarwangen“ geschlagen wurden.
Am 30. Juni 1800 kaufte der Wiedlisbacher Wirt Mühlethaler die Ruine dem Stande Bern ab. 1805 kaufte Johann Jakob Kopp von Wiedlisbach, zusammen mit seinem Schwager Jakob Flückiger von Rohrbach den Rest der Schlossruine dem Wiedlisbacher Wirt Mühlethaler ab. Das einst prächtige „Schloss“ wurde leider von beiden Besitzern als Baumateriallieferant & Steinbruch ausgebeutet.
1852 kaufte der Basler Ständerat, Oberstleutnant und spätere Bürgermeister von Basel, Johann Jakob Stehlin-Hagenbach (der Ältere, 1803-1879) das Schlossgut. Dieser erbaute 1852-1855 nach den Plänen von J.J. Stehlin (der Jüngere) anstelle des alten Kornhauses das heutige Herrschaftshaus. Das Schlossgut befindet sich noch heute im Besitz der Nachkommen von J.J. Stehlin-Hagenbach. Bei besonderen Anlässen öffnet die gastfreundliche Schlossherrschaft Ihre Tore.
Bis 1829 bestand in Oberbipp eine Gemeinde, deren Verwaltung der Seckelmeister besorgte. Das neue Tellenreglement und das bernmische Gemeindegesetz vom 20. Dezember 1833 machten die Trennung zwischen Büurgergemeinde und der Einwohnergemeinde anderseits unaufschiebbar. Der Aus-scheidungsvertrag von 1837 ist, mit geringfügigen Änderungen, heute noch in Kraft. Am 19. Juli 1832 wurde an der ersten Einwohnergemeindeversammlung, die von 52 Stimmberechtigten sehr gut besucht war, Jakob Mägli zum 1.Gemeindepräsidenten gewählt. Heute amtiert Rudolf Bieri-Lüthi als 28.Gemeinderats- & Gemeindepräsident in einer Person. Am 1. August 1986 hat der 10. Gemeindeschreiber Bruno Walker-Lüthi sein Amt angetreten, Rudolf Felber war 1832, damals noch im Nebenamt, zum 1. Schreiber gewählt worden.
Einwohnerstatistik von Oberbipp:
1757 = 414; 1798 = 492; 1850 = 801; 1860 = 786; 1910 = 913; 1950 = 981; 1960 = 989; 1970 = 999; 1980 = 1066; 1990 = 1314; 1995 = 1372; 2000 = 1437; 2006 = 1498;
Oberbipp heute:
Das Gemeindegebiet umfasst 8,45 km², davon sind 3,1 km² Wald und 5 km² Kulturland. 1962-1977 wurde, ausgelöst durch den A 1-Autobahnbau, die Gesamtmelioration durchgeführt. Die Flurgenossenschaft hat in einer ausgezeichneten Broschüre ihren Schlussbericht herausgegeben. Dieses grossartige Werk wird dadurch späteren Generationen sicher die nötige Bedeutung umfassend illustrieren und erklären können.
Schulen:
Die erstmalige Erwähnung einer Schule in Oberbipp findet man bereits 1673. Der Unterricht wurde durch den Ortspfarrer erteilt. Der Unterrichtsraum befand sich im 1. Stock des "Buchistöcklis", das 1823 nach einem Grossbrand neu aufgebaut wurde. 1823 wurde das heutige Gemeindehaus als erstes Schulhaus erbaut und zwar noch vor der Aufteilung in eine Burger- und Einwohnergemeinde. 1935 werden, mit zwei Erker-Ausbauten 2 weitere Schulzimmer aufgesetzt.
Auf Initiative des rührigen Frauenvereines ist 1971 bis 1972 ein Kindergarten erstellt worden. 1992 wurde dieser erweitert und überdacht sowie neue Wohnungen eingebaut.
1971 bis 1973 erstellte die Gemeinde eine neue Primarschulanlage mit Mehrzweckhalle und Sportplatz. Das Schulhaus wurde 1994 und 1995 erweitert und grundlegend restauriert.
Die Sekundarschule der Gesamtkirchgemeinde Oberbipp befindet sich seit deren Gründung von 1860 in Wiedlisbach. Von 1860 bis 1900 sind auch die Sekundarschüler der Kirchgemeinden Wangen a/A und Niederbipp ebenfalls in Wiedlisbach unterrichtet worden. Die Gründung der Sekundarschule Wiedlisbach ist den damaligen Pfarrherren der 3 Kirchgemeinden zu danken.
Wasser:
1971 bis 1973 wurde mit dem Bau des jetzigen Wasserreservoires “Würzen” sowie dem Pumpwerk “Boll” ein wichtiger Schritt für eine moderne Wasserversorgung getan. Eine erste Gemeindewasserversorgung wurde 1890 erstellt. Mit dem Erstellen des regionalen Grundwasserpumpwerkes von 2001 im “Hasenrain” ist im Wasserverbund BipperAmt, "Wabi", sowohl in quantitativer wie auch in qualitativer Hinsicht die letzte Lücke geschlossen worden.
Abwasser:
Im jetzigen Zeitpunkt sind 98 % der Wohnungen sowie die Industrie- und Gewerbebauten an der ARA des Gemeindeverbandes Wangen-Wiedlisbach in Wangen a.d.Aare angeschlossen.
Käserei:
Die Käsereigenossenschaft hat im Jahre 1914 mit dem neuerstellten Käsereigebäude eine moderne Käserei gebaut. 1980 wurde eine sehr moderne und neuzeitliche Käserei-Einrichtung eingebaut. 1997 wurde das Dach neu eingedeckt sowie eine Aussenrenovation gemacht. Die bereits erwähnte Güterzusammenlegung hat zum Bau von sieben neuen Landwirtschafts-Siedlungen geführt. Heute liefern noch zehn Lieferanten ca. 1 Mio. Liter Milch pro Jahr. (1934 haben ca. 60 Lieferanten dieselbe Milchmenge gemolken). Ende April 2003 sind die letzten drei Emmentaler-Käselaibe produziert worden. Heute werden mit ca. der Hälfte der angelieferten Milchmenge verschiedene Weichkäse, Joghurts, Pastmilch und Milchdrinks hergestellt. Die Restmilchmenge wird abgeholt.
Sehenswürdigkeiten
Die Dorfkirche
Die grosse Kirchgemeinde Oberbipp (Attiswil, Farnern, Oberbipp, Rumisberg, Wiedlisbach & Wolfisberg) besitzt in Oberbipp eines der ältesten und schönsten Gotteshäuser weitherum. Der Turm ist aus dem 15. und das jetzige Kirchenschiff aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde nach den Plänen des bekannten Berner Münsterbaumeisters Abraham Dünz I. (1630-1688) erbaut.
Unter den Fundamenten liegen mindestens noch vier weitere Vorgänger-Kirchen. Alles zusammen liegt über den Ruinen eines römischen Landhaus aus dem 2. Jahrhundert.
Erwähnenswert ist auch der aus dem Jahre 1659 stammende Grabstein des im Duell bei den Weihern im Riedholz erschossenen Edelmannes, Heinrich im Thurn, von Schaffhausen und die, von dessen Familie aus Dankbarkeit für die Kirchliche Bestattung gestiftete, in Eiche geschnitzte sehr wertvolle Kanzel.
1959/60, anlässlich der umfangreichen Gesamtrenovation, sind äusserst wertvolle Baudokumente ausgegraben worden. Sie sind der Nachwelt zugänglich und können nach Absprache mit dem Ortspfarrer besichtigt werden. Der Kirchgemeinderat hat 1976 anlässlich der Einweihung der neuen Orgel eine sehr wertvolle Broschüre herausgegeben, welche über die verschiedenen "Schätze" informiert.
In den Jahren 1998/1999 wurde das Gotteshaus einer umfassenden Aussenrestauration unterzogen und erscheint heute wieder etwa im selben Zustand wie es Abraham Dünz I. um 1659 erstellt hatte. Dabei wurde ein wahrer Glücksfund gemacht: Ein verkehrt eingemauerter Stein, war glücklicherweise, etwas locker an der Nordostseite der Kirche eingemauert. Ein, in der Reformationszeit, mutiger katholischer Maurer hat das "Frauenköpfchen" beim „Bildersturm“ so vor der Zerstörung gerettet.
Die Umgebung
Das Naturschutzgebiet Erlimoos ist bekannt für seine vielfältige Flora und Fauna. Von Oberbipp aus können sehr lohnende, grössere und kleinere Wanderungen unternommen werden.
Der Verkehr
Öffentliche Verkehrsverbindungen bestehen über die 1917 erbaute Eisenahnlinie der SNB (Solothurn-Niederbipp) sowie über die OJB (Niederbipp-Langenthal) und die Busbetriebe der OAK ab Wangen a.d. Aare–Wiedlisbach–Farnern oder Wangen a.d. Aare–Herzogenbuchsee-Langenthal.
Über die Autobahn Al mit den Anschlüssen Niederbipp und Wangen-Wiedlisbach sind Bern, Basel und Zürich in weniger als einer Autostunde erreichbar.
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