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Bill Haley

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Bill Haley (* 6. Juli 1925 als William John Cliffton Haley junior in Highland Park, Michigan, USA; † 9. Februar 1981 in Harlingen, Texas, USA) war ein US-amerikanischer „Rock ’n’ Roll“-Musiker. Der von ihm kreierte Musikstil „Northern Band Style“ war die erste weiße Spielart des Rock ’n’ Roll.

Inhaltsverzeichnis

Rock ’n’ Roll

Der junge Bill Haley wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf, der Vater spielte Banjo, die Mutter Klavier. Der Junge träumte früh davon, als singender Cowboy durch die Lande zu ziehen. Im Alter von vier Jahren ereilte ihn ein Schicksalsschlag, als er bei einer Operation sein linkes Augenlicht verlor. Diese Behinderung schränkte ihn zwar später bei Bühnenauftritten ein, aber dennoch gelang es ihm 26 Jahre später aus eigener Kraft eine erfolgreiche Karriere im Musikgeschäft zu starten. Zäh und ehrgeizig verfolgte Haley seine musikalischen Ziele, zunächst als Country-Jodler bei den „Down Homers“, recht bald aber schon als Chef seiner eigenen Band „Four Aces of Western Swing“. Tagsüber arbeitete er bis zu 16 Stunden beim Rundfunksender WPWA in Chester, abends trat er in „Jack Howards Cowboy Show“ auf. Im Dezember 1949 vereinigte er sich mit Johnny Grande und Billy Williamson zu einer musikalischen Partnerschaft und gemeinsam mit dem Bassisten Al Rex (kurze Zeit später Marshal Lytle) experimentierten sie als „Bill Haley & His Saddlemen“ an einem neuen Musikstil, einer Mischung aus Dixieland, Rhythm and Blues, Country-Musik und Hillbilly. Er wurde zwar belächelt, aber für seine Cover-Version von Jackie Brenstons Rocket 88 und dann im Frühjahr 1952 mit sein selbst geschriebenes Rock the Joint erfuhr Bill Haley genügend positive Resonanz, um an seinem neuen Stil festzuhalten. Rock the Joint hat bereits den typischen Sound seines späteren Northern-Band-Style mit dem ersten Rockgitarren-Solo von Danny Cedrone, das Haley zwei Jahre später Note für Note von Cedrone für den Welthit Rock Around The Clock erneut einspielen ließ. Lediglich die Saxaphonkomponente fehlte noch.

Im Dezember 1952 verabschiedeten sich Bill Haley und seine Band vom Cowboy.Image und Haley änderte den Namen seiner Gruppe zu „Bill Haley & His Comets“. 1953 folgte mit dem Titel Crazy Man, Crazy der erste Rock-’n’-Roll-Hit, der sich in den „Nation’s Top Twenty-Charts“ mit mehr als 750.000 verkauften Einheiten platzieren konnte. Die Comets werden vom „Cash Box Magazine“ als „One of the Best Small Instrumental Groups of 1953“ gelistet. An dieser Schallplatte, die auf dem Essex-Label erschien und in den „Coastal Studios“ in New York aufgenommen wurde, waren neben „Bill Haley & His Comets“ noch Art Ryerson als Leadgitarrist und und Billy Gussak als Schlagzeuger beteiligt.

Bill Haleys größter Hit, Rock Around The Clock, verdankte seinen Welterfolg dem Film „Saat der Gewalt“ (Originaltitel: „Blackboard Jungle“). Der Regisseur Richard Brooks hörte das Stück im Hause seines Hauptdarstellers Glenn Ford, dessen Sohn Peter ein Bill-Haley-Fan war und entschied, dass das Lied als Hintergrundmusik im Vorspann und noch einmal am Ende des Films eingespielt wurde. Bei der Wiederveröffentlichung 1955 durch Decca wurde der Titel ein Nummer-Eins-Hit in den USA, Australien, Großbritannien, Deutschland (als einziger nicht-deutschsprachiger Titel des Jahres) und vielen europäischen Ländern. Über die Jahre hinweg schaffte es Rock Around The Clock weltweit mehrmals, wieder in die Hitparaden zu kommen. Das Lied wurde bis heute über 50 Millionen Mal verkauft und gilt damit nach Elton Johns Candle in The Wind (English Rose) und Bing Crosbys White Christmas als Nummer 3 der ewigen Bestenliste.

Nach dem Wechsel der Plattenfirma (von Essex zu Decca) und seines Produzenten gelangen Haley drei Million-seller in kürzester Folge, nämlich Shake Rattle & Roll (Aufnahme vom 7. Juni 1954), noch vor seinem Erfolg mit dem Clock-Song eine Million Mal verkauft und Bill Haleys erste Goldene Schallplatte, es folgt Rock Around The Clock (Aufnahme vom 12. April 1954), zeitverzögert erst 14 Monate nach seiner Veröffentlichung der umsatzträchtigste und erfolgreichste Rock-Hit aller Zeit, und im Dezember 1955 der See You Later Alligator (Aufnahme vom 12. Dezember 1955).

Weitere Hits in den Jahren 1954, 1955 und 1956 waren Razzle Dazzle, Dim, Dim The Lights (die erste Platte eines weißen Rockmusikers, die sich in der schwarzen R&B-List platzieren konnte), The Saint's Rock'n'Roll, Burn That Candle, R-O-C-K, Rip It Up, Mambo Rock und Rudy's Rock. Von Anfang 1955 bis September 1956 beherrschte Haley unangefochten die neue Musikszene, bevor er von Elvis Presley nach dessen legendären Auftritt in der Ed Sullivan-TV-Show im September 1956 verdrängt wurde.

Seine weltweite Popularität erlangte Haley insbesondere durch seine Filme „Außer Rand und Band“ (Originaltitel: „Rock Around The Clock“) und „Außer Rand und Band 2“ (Originaltitel: „Don’t Knock The Rock“), in denen er sich wegen seiner Sehbehinderung meist nur mit Tanzaktionen und Publikum aus bestimmten Blickwinkeln aufnehmen ließ. Die Filme bescherten Decca den Verkauf von weit über 10 Millionen Haley-Tonträgern innerhalb weniger Monate.

Nach einer Australien- und England-Tournee 1957 folgte 1958 seine erste Europatournee mit Shows in Deutschland, Frankreich, Italien. In Essen und Berlin kam es dabei zu Tumulten (Stühle wurden zertrümmert), woraufhin einige weitere Konzerte abgesagt wurden. In Deutschland nutzte er die Zeit, um in dem Caterina Valente-Film „Hier Bin Ich, Hier Bleib Ich“ mit zwei Liedern mitzuwirken. Haley war der erste Rock-’n’-Roll-Sänger, der außerhalb der USA auftrat.

Nach seinem letzten Top-40-Hit Skinny Minnie ging Haley 1959 als „lebende Legende“ für ein weiteres Jahrzehnt auf Tour. Insgesamt hatte er in den US-Hitlisten 29 Platzierungen, davon 21 in den Top-40. In England waren es immerhin noch 19 Top-100-Plazierungen, davon 15 in den Top-20.

Die letzten Jahre

Ab Ende der 1960er Jahre wurde es insgesamt ruhiger um den Pionier des Rock ’n’ Roll. Große Erfolge hatte er aber erstaunlicherweise in Mexiko, wo er einige Jahre lebte und Aufnahmen bei Orfeon und Dimsa machte. Dort galt er eine Zeitlang als König des Twist. Sein größter Hit war die Instrumentalnummer Florida Twist. 1968 wechselte Haley zur Plattenfirma Sonet, in Schweden beheimatet, und nahm in unregelmäßiger Folge einige Alben auf, zuletzt 1979. Eine LP mit Neuaufnahmen seiner alten Hits wurde in Großbritannien sogar vergoldet, allerdings wohl eher deshalb, weil nichtsahnende Musikfreunde meinten, die Originale zu kaufen. 1979 kam Haley zum letzten Mal nach Europa, spielte anlässlich des 25. Geburtstages von Rock Around The Clock vor der britischen Königin und besuchte in Hamburg den wieder auferstandenen „Star-Club“, wo er in den 60-er Jahren noch vor den Beatles bejubelt worden war. Seine letzten Auftritte fanden 1980 in Südafrika statt. Zu dieser Zeit war er bereits vom Alkoholismus sehr schwer gezeichnet.

Einige Jahre nach Bill Haleys Tod 1981 vereinten sich einige der altgedienten Comets (Franny Beecher, Johnny Grande, Dick Richards, Joey D´Ambrosio, Marshall Lytle) 1987 wieder und tourten mit großem Erfolg. Bereits in den fünfziger Jahren hatten D´Ambrosio, Richards und Lytle eine eigene Band mit Namen „Jodimars“. Sie standen bei der Plattenfirma „Capitol“ unter Vertrag (während die „Comets“ bei „Decca“ unter Vertrag standen). Well now dig this war ihr größter Hit.

Ehrungen für einen der Pioniere des Rock ’n’ Roll

1987 wurde Bill Haley in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.

2006 wurde der Asteroid „79896 Billhaley“ nach ihm benannt.

Weblinks

Wikipedia
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