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Biing!
Aus Kefk.
| Biing! | ||||
|---|---|---|---|---|
| Entwickler: | reLINE Software | |||
| Publikation: | 1995 | |||
| Plattform(en): | Amiga, PC | |||
| Genre: | Wirtschaftssimulation | |||
| Spielmodi: | Singleplayer | |||
| Steuerung: | Maus | |||
| Medien: | 19 Disketten oder 1 CD-ROM | |||
| Sprache: | Deutsch, Englisch | |||
| Altersfreigabe: | PEGI: Keine Klassifizierung | USK: Bild:USK16.svg
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Biing! - Sex, Intrigen und Skalpelle ist eine erotische (teilweise sogar sexistische), humorvolle Krankenhaussimulation der Firma reLINE Software die unter der Leitung von Olaf Patzenhauer im Jahre 1995 entstand. In dem Spiel muss der Spieler ähnlich wie in dem Spiel Theme Hospital von Bullfrog ein Krankenhaus namens Brainworm Memorial managen und möglichst viele „Lümmel“ (so heißt die Währung im Spiel) verdienen.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung
Biing! ist eine anspruchsvolle Wirtschaftssimulation in Echtzeit. So muss darauf geachtet werden, dass nach Ablauf eines jeden Spieltages das eigene Konto nicht im Soll ist. Sollte das geschehen, hat man das Spiel verloren. Geld verdienen kann man, indem man Patienten behandelt und dafür Rechnungen ausstellt. Zur Kundengewinnung stehen zum einen die typischen Instrumente einer Wirtschaftssimulation zur Verfügung, wie beispielsweise Werbung durch Laufburschen (Erfolgskriterium hierbei: Wie oft wurde der Laufbursche verprügelt), aber auch „exotischere“ Maßnahmen wie Schläger, die für weitere Patienten sorgen.
Um konkurrenzfähig zu bleiben (man spielt gegen mehrere Computergegner), muss man das eigene Krankenhaus ausbauen. Man kann im Spiel verschiedene Räume wie Behandlungszimmer, Zahnarztpraxen, Operationssäle, etc. kaufen und ausbauen. Damit diese Räume sinnvoll funktionieren, muss man dafür geeignetes Personal einstellen. So ist bei den Bewerbungen von Krankenschwestern beispielsweise der Umfang der Oberweite wesentlich wichtiger als die Ausbildung, Ärzte benötigen in erster Linie ein gutes Golf-Handicap und Lageristen werden nach ihren Leberwerten ausgewählt.
Grafik
Das Spiel ist komplett im gleichen Comic-Stil wie beispielsweise Wet - the sexy Empire oder Mag!!! gezeichnet. Jeder Raum besteht aus einem Hintergrund mit Gegenständen und einem Vordergrund, in dem die aktuellen Personen (Ärzte, Patienten) gezeigt werden. Das Spiel besitzt keine Animationen, Bewegungen werden in wenigen Fällen durch das Hin- und Herschalten zwischen zwei Grafiken angedeutet. Die Räume sind sehr liebevoll gezeichnet, oft enthalten sie kleine Scherze wie Augen, die aus Mäuselöchern hinausschauen etc.
Sämtliche Räume sind gespickt mit sexuellen Anspielungen: befindet sich eine Krankenschwester im Raum, kann diese meist durch einen Mausklick zum Strippen gebracht werden, was das Spiel auch grafisch darstellt.
Verantwortlich für die Grafiken sind Celal und Ogan Kandemiroglu, die in den 90er-Jahren die Grafik mehrerer deutscher Spiele gestalteten.
Humor & Kult
Seinen Kultstatus verdankt das Spiel zum einen sicherlich seiner freizügigen Grafik, der Hauptgrund ist aber der teilweise extrem schwarze Humor. Stirbt beispielsweise ein Patient während einer Operation kann man mit Hilfe eines Pathologen immerhin noch etwas Geld verdienen, indem man seine Organe verkauft.
Besonders kurios sind die Krankenakten mit den Krankheitsverläufen. Es kann vorkommen, dass ein Patient in die Aufnahme kommt mit dem Symptom „kann nur noch krächzen“. Sobald er sich ins Sprechzimmer des Arztes begibt (und davor sicherlich zur Anhebung der Meinung über das Krankenhaus einen Strip im Wartezimmer angesehen hat), beginnt die Behandlung obligatorisch mit einer „Folterung des Patienten mit eisgekühltem Stethoskop“ durch den Arzt. Hat der Arzt die Diagnose abgeschlossen (in diesem Fall „Frosch im Hals“), muss der Spieler die passende Behandlungsmethode auswählen. Die Möglichkeiten reichen von „Schlag auf den Kopf“ bis hin zu dem hier eher unpassenden „Implantieren von Medizinbällen zur Brustvergrößerung“. Während der Behandlung kann man immer den aktuellen Behandlungsschritt des Arztes in der Patientenkartei nachverfolgen (zum Beispiel „herauslocken des garstigen Frosches“). Eine Behandlung schließt immer mit dem „selbstgefälligen Grinsen des Arztes“ und der Übergabe der Rechnung an den Patienten, der nicht selten davon einen riesigen Schock bekommt.
Auf die meisten Aktionen hat der Spieler direkten Einfluss, zumindest am Anfang, während das Personal noch nicht über genügend Erfahrung verfügt, um selbstständig handeln zu können.
Allgegenwärtig im Spiel ist die Realtime-Zeitung "Käseblatt". Wann immer in einem der konkurrierenden Krankenhäuser etwas Außergewöhnliches passiert ist, wird dies auf humorvolle Art und Weise in der Zeitung gewürdigt ("Patient nach überhöhter Rechnung geschockt, doch Klinikleiter zeigt nur den ausgestreckten Mittelfinger"). Die hier erscheinenden Meldungen haben dabei direkte Auswirkung auf den sog. Patientenindex, der den aktuellen Beliebtheitsgrad der einzelnen Kliniken widerspiegelt und unmittelbar im Zusammenhang mit der zu erwartenden Anzahl an Patienten steht, die die Kliniken aufsuchen.
Trotz des vordergründigen Humors und der Erotik hat jede Entscheidung des Spielers unmittelbare Auswirkungen auf den Spielverlauf. Wählt der Spieler beispielsweise eine falsche Behandlung aus, wird ihm das recht humorvoll am Bildschirm präsentiert. Die Konsequenz spürt der Spieler allerdings erst viel später im Spiel, spätestens dann, wenn durch seine schlechte Heilungsquote die Patienten ausbleiben und das Krankenhaus bankrott geht. Dieses Schema zieht sich durch das komplette Spiel, daher ist es für Anfänger fast unmöglich, Biing! erfolgreich zu spielen. Man benötigt normalerweise erst einige Übung, um in Biing! erfolgreich sein zu können und auch da wirft das Spiel einem durch Zufallsereignisse Steine in den Weg.
Kurioses
- Das Intro des Spiels hat überhaupt nichts mit dem Spiel selbst zu tun. Es handelt von einer „Prinzessin Rosenrot“, die von einem Weltraumagressor gefangen wurde und von einem Helden in typischer 2-D-Weltraum-Baller-Manier gerettet werden soll. Die letzten Worte im Intro sind ein Sample aus dem Monty Python-Film "Die Wunderbare Welt der Schwerkraft": „Kommen wir nun aber zu was völlig anderem“ - daraufhin startet das Hauptprogramm.
- Auch der Name des Spiels ist von einem Monty Python-Film inspiriert worden: In Der Sinn des Lebens benennt John Cleese als Chefarzt verschiedene medizinische Geräte, unter anderem die teurste Maschine des ganzen Krankenhauses und das Gerät, das immer "Biing!" macht.
- Die Personalakten der Patienten und Mitarbeiter enthalten Passbilder von echten Menschen. Im Falle der Krankenschwestern gibt es an dieser Stelle "Oben Ohne"-Fotos zu sehen.
- Die Währung im Spiel heißt „Lümmel“.
- In der Neurologie gibt es keinen Schwesternstrip, da diese Schwester dem Arzt als „Loch“ fürs Minigolf-Training dient. Im Handbuch findet sich die Erklärung: „Hätten wir hier einen Strip in das Spiel integriert, wäre es indiziert worden“.
- Nachdem die Disketten-Version für ihren Sexismus angeprangert wurde, gab es in der wenige Monate später erschienenen CD-Version einige kleinere Veränderungen: So wurde keine Statistik mehr über die durchschnittliche Oberweite der Krankenschwestern geführt (Ranking aller Krankenhäuser mit direkter Auswirkung auf die Patientenmeinung), sondern kurzerhand die Arbeitserfahrung zum wichtigsten Merkmal erklärt. Ferner wurden einige Grafiken entschärft. So verschwanden beispielsweise Vibratoren aus dem Personalbüro und die Grafik des Golf-Raumes wurde komplett ersetzt, da die in der Diskettenversion mit gespreizten Beinen vor dem Golf-Loch sitztende Schwester wohl als zu sexistisch empfunden wurde.
Auszeichnungen
Aufgrund der bis dato beispiellosen Kombination von knallharten Wirtschaftselementen, Satire und Erotik, war auch die Fachpresse gespalten. Im Gegensatz zur Zeitschrift Powerplay (siehe Links), erhielt das Spiel unter anderem von folgenden Fachmagazinen Auszeichnungen:
- Amiga Games: "Award" 87%
- Amiga Joker: "Hit" 86%
- Amiga Magazin: "Tip" 95%
- PC Games: "Award" 88%
- Playtime: "Star" 89%
Zusätzlich wurde Biing! von der Amiga Games zum "Spiel des Jahres 1995" gekürt.
Biing 2
Im Jahr 1999 veröffentlichte reLINE einen Nachfolger zu Biing!. Diesmal musste man kein Krankenhaus managen, sondern eine Urlaubsanlage. Im zweiten Teil wurde noch mehr Augenmerk auf die Erotik gelegt (es wurden wesentlich mehr Nacktfotos etc. verwendet und detailliertere Grafiken). Auf Humor und Gameplay wurde zu wenig Wert gelegt und das Spiel floppte in den Verkaufscharts. Auch gab es einige technische Schwierigkeiten bei der Unterstützung von Windows 2000.
Weblinks
- Weitere Infos und Downloadmöglichkeiten auf www.the-underdogs.info
- Einige Screenshots und Informationen
- Offizielles reLINE-Forum (seit Schließung der Firma nahezu verlassen)
- Testbericht aus der Powerplay
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