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Biertan

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Bild:Biertan IMG 5606.jpg
Die Kirchenburg von Birthälm

Birthälm (rum. Biertan, ung. Berethalom) liegt in Siebenbürgen auf dem Königsboden, im Kreis Hermannstadt, Rumänien. Es befindet sich 80 km nordöstlich von Hermannstadt in einem Seitental der Kokel, etwa 8 km südlich des Kokeltals an der Straße die von Scharosch kommend, nach Reichesdorf und weiter auf die Schlattner Hill Richtung Agnetheln führt.

Die Gemeinde Biertan (bestehend aus den Dörfern Birthälm, Reichesdorf und Groß-Kopisch) hat heute etwa 3000 Einwohner, der Ort selbst ca. 1600.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1283, zusammen mit den Ortschaften Hetzeldorf, Reichesdorf, Meschen, Mediasch, Pretai, Scharosch und Groß-Kopisch. In dem Dokument geht es um eine Abfindung von Steuern an den Bischof von Siebenbürgen, die darin verhandelt wird (Wechsel von Naturalabgaben zu einer Abgabe von 40 Silber Mark). Durch dieses „Feilschen“ wird deutlich, dass Birthälm damals noch nicht dem Recht des Goldenen Freibriefs von 1224 unterlag, indem derartiges bereits hinreichend geregelt war. Es muss also in der Zeit zwischen 1224 und 1283 gegründet worden sein.

Die Ansiedlung entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Marktflecken. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts stand Birthälm kurz vor der Erhebung zur Stadt. Es gab damals vier sog. „Zahlhäuser“ (die als Steuerbemessungsmaßstab dienten). Die wirtschaftliche Grundlage bildeten ein florierendes Handwerk, in mehreren Zünften, und der Weinbau. Im Jahre 1510 verzeichnete Birthälm bereits 31 Steuer-„Marken“, was auf eine Einwohnerzahl von etwa 5000 Personen schließen lässt. Auch die räumliche Ausdehnung war beträchtlich größer als heute. Die städtische Entwicklung hatte voll eingesetzt. Auf das erste Viertel des 16. Jahrhunderts entfällt auch die Zeit der „großen Bautätigkeit“ in Birthälm. Der Ort hatte sich zur größten Gemeinde der Zwei Stühle entwickelt, besaß (seit 1418) das Jahr- und Wochenmarktsrecht und übte die Blutgerichtsbarkeit aus. In dieser Periode wurde an der Stelle einer frühgotische Basilika, die heutige, gotische Hallenkirche errichtet. Ab 1468 ist auch eine Wehranlage auf dem Kirchenhügel belegt, deren hauptsächliche Bauzeit allerdings auf den Beginn des 16. Jahrhunderts fällt. Die Kirchenburg erhielt damals ihre heutige Gestalt. Im Jahr 1572 wurde sogar der Sitz der Sachsenbischöfe unter Lucas Unglerus von Hermannstadt nach Birthälm verlegt, wo er für fast 300 Jahre (bis 1867) verblieb.

Während der Türkenkriege, kam es jedoch immer wieder zu Überfällen. Da der Ort noch keine Stadtmauern besaß, war er Brandschatzungen, Plünderungen und Menschenraub relativ schutzlos ausgesetzt. Seuchen dezimierten die Einwohnerschaft zusätzlich, so dass die Bevölkerung dauerhaft auf einen Bruchteil ihres alten Bestandes reduziert wurde. Allmählich glitt der Ort, in Konkurrenz zum nahen Mediasch und Schäßburg in die Zweitrangigkeit ab.

Bei der Volkszählung von 1930 hatte Birthälm 2331 Einwohner, davon 1228 Siebenbürger Sachsen. 1992 lebten nur noch 180 Sachsen in der Gemeinde. Aktuell ihre Anzahl auf ca. 70 Personen gesunken.

Kirchenburg

Die Kirchenburg wurde 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, sie erhebt sich auf einem steilen Hügel inmitten des Ortes. Der innere, älteste Mauerring der Burg wird auf Anfang des 15. oder Ende des 14. Jahrhunderts datiert. Als Sitz des evangelischen Bischofs von Siebenbürgen, spielte der Sakralbau eine wichtige Rolle und wurde aufwendig ausgestattet. Die Kirche wird von 3 Ringmauern sowie 9 Türmen und Basteien umgeben. Im Kircheninneren, befindet sich einer der größten mittelalterlichen Flügelaltäre Siebenbürgens, mit 28 vorreformatorischen Bildtafeln. Außerdem befinden sich noch die alten Zunftfahnen im Kirchenraum. Die Sakristeitür vom Beginn des 16. Jahrhunderts, mit einer raffinierten Mechanik ausgestattet, war sogar auf der Weltausstellung 1900 in Paris ausgestellt.

Heutezutage ist die renovierte Birthälmer Kirchenburg eine bedeutende touristische Attraktion und ihre Silhouette weltweit bekannt. Bis 2006 war sie auch alljährlich der Schauplatz des sog. „Sachsentreffens“, der noch in Siebenbürgen verbliebenen Deutschen.

Persönlichkeiten

Weblinks

Siehe auch

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Koordinaten: 46° 8' 23" N, 24° 31' 25" O

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