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Betriebliche Reaktivitätsreserve

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Der Ausdruck Betriebliche Reaktivitätsreserve findet Verwendung beim Betrieb eines Atomreaktors.

Die Leistung von Kernreaktoren des Tschernobyl-Typs wird durch ein- und ausfahren von Steuerstäben in den Reaktorkern gesteuert. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass nicht alle Steuerstäbe gleichzeitig ausgefahren werden.

Das Reaktivitätsäquivalent aller (ganz oder teilweise) in den Kern eingefahrenen Steuerstäbe wird als Betriebliche Reaktivitätsreserve oder ORM-Wert (engl. Operational Reactivity Margin) bezeichnet.

Es wird als Vielfaches des Reaktivitätsäquivalents eines mittleren, voll eingefahrenen Steuerstabes angegeben.

Der ORM-Wert hat betriebliche und sicherheitstechnische Bedeutung.

  • Als Reserve ist er für betriebliche Zwecke erforderlich, da bei Lastwechseln, z.B. zur Kompensation der Xenonvergiftung, Steuerstäbe ausgefahren werden müssen, um ein Erlöschen der Kettenreaktion zu vermeiden.
  • Aus sicherheitstechnischen Gründen dürfen nicht zu viele Steuerstäbe ausgefahren werden, weil ein zu geringer ORM-Wert den positiven Void-Effekt verstärkt und die Abschaltwirksamkeit zu Beginn des Einfahrens der Steuerstäbe vermindert.
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