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Bertrand du Guesclin

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Bild:Du Guesclin Dinan.jpg
Statue von Bertrand Du Guesclin in Dinan

Bertrand du Guesclin (* um 1320 in Schloss La Motte-Broons bei Dinan; † 13. Juli 1380 vor Châteauneuf-de-Randon/Auvergne) war ein bedeutender französischer Heerführer. Dank seiner militärischen Erfolge im Hundertjährigen Krieg zwischen den Kronen Englands und Frankreichs ging er als ein "Ritter ohne Fehl und Tadel" in die Legende ein und erlangte im kollektiven Gedächtnis der Franzosen den Status eines Nationalhelden. Nach Aussagen von Zeitgenossen war er ein ungewöhnlich hässlicher Mann, aber schon als Jüngling ein so kräftiger wie brutaler Haudegen.

Du Guesclin kämpfte zunächst im bretonischen Erbfolgekrieg (1341-1364) auf der Seite Karls von Blois, der von Frankreich unterstützt Herzog Johann IV. von Montfort die Herrschaft streitig machte, der seinerseits von England unterstützt wurde. 1357 tat er sich erstmals hervor, als er erfolgreich die Verteidigung der Stadt Rennes gegen englische Truppen leitete. Hiernach wurde er von Karl von Blois zum Kommandanten von Pontorson und des Mont Saint-Michel ernannt.

Um 1360 fungierte er als Oberbefehlshaber der Truppen Karls in der Normandie, im Anjou und im Maine. Nachdem er am 16. Mai 1364 bei Cocherel König Karl den Bösen von Navarra, einen ebenfalls mit England verbündeten Thronrivalen des neuen französischen Königs Karls V., vernichtend geschlagen und damit seiner Hoffnungen auf die französische Krone beraubt hatte, wurde er von Karl V. zum Grafen von Longueville und Königlichen Kammerherrn erhoben.

Am 29. September 1364 geriet Du Guesclin in der Schlacht bei Auray, in der Karl von Blois fiel, in die Gefangenschaft Johanns V. von Montfort. Das hohe Lösegeld (100.000 Franc), für das er von Karl V. freigekauft wurde, zeigt sein Ansehen schon zu dieser Zeit.

Da der Krieg um die Bretagne durch den Tod Karls von Blois ein Ende gefunden hatte, wurde Du Guesclin 1365 von König Karl V. beauftragt, die beschäftigungslos in Frankreich marodierenden Söldnerhaufen (die sog. "grandes compagnies") zu sammeln und nach Spanien zu führen, wo sie den Thronprätendenten Heinrich von Trastámara im Kampf um die Krone von Kastilien gegen seinen Halbbruder Peter I. unterstützen sollten, der seinerseits mit England verbündet war und über die größte Kriegsflotte in Westeuropa verfügte. Nach einer erfolgreichen Kampagne im Jahr 1366 wurde Du Guesclin 1367 von einem kastilisch-englischen Heer bei Nájera besiegt und gefangengenommen. Einmal mehr von Karl V. freigekauft, schlug er Peter vernichtend 1369 vor der Festung Montiel. Bei den anschließenden Verhandlungen zwischen den Halbbrüdern erlebte er ungerührt mit, wie Peter ermordet wurde. Von dem dankbaren Heinrich, nunmehr Heinrich II. von Kastilien, wurde er mit dem Titel Graf von Molina belohnt. Mit der nachfolgenden Unterstützung Frankreichs durch die kastilische Flotte hatte er auch das politische Ziel seiner Mission erreicht.

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Bertrand du Guesclin bekommt von Karl V. das Schwert des Connétable überreicht

Bei seiner Heimkehr 1370 wurde Du Guesclin von Karl V. mit der Würde eines Connétable von Frankreich ausgezeichnet, d.h. dem höchsten militärischen Grad. In den folgenden zehn Jahren führte er einen taktisch klugen, seinen Ruhm endgültig sichernden Zermürbungskrieg gegen die englischen Truppen im Land, denen er Festung für Festung abnahm, bis sie zuletzt nur Bordeaux, Cherbourg und Calais zu halten vermochten.

1373 heiratete er in zweiter Ehe die bretonische Adelige Jeanne de Laval, blieb aber auch mit ihr kinderlos.

Am 13. Juli 1380 erlag er während der Belagerung von Châteauneuf-de-Randon einem plötzlichen Tod, angeblich weil er, überhitzt, zu viel kaltes Wasser trank. Er wurde auf Geheiß von Karl V. in einer Art Staatsbegräbnis bestattet in der Königsgruft der Abteikirche von Saint-Denis. Sein Herz befindet sich in einem Katafalk in der Kirche Saint-Sauveur in Dinan.

Die korrekte Schreibung seines Namens ist übrigens nicht zweifelsfrei belegt. Bei den Historikern hat sich zwar „du Guesclin“ durchgesetzt, doch heißt er in Texten des späten Mittelalters meist „Claquin“ oder, seltener, „Glaquin“. Er selbst zeichnete schlicht mit „Bertran“.

Literatur

  • Michael C. E. Jones (Hrsg.): The letters, orders and musters of Bertrand du Guesclin 1357–1380, Woodbridge 2004, ISBN 1-8438-3088-4
  • Richard Vernier: The flower of chivalry: Bertrand Du Guesclin and the Hundred Years War, Woodbridge [u.a.] 2003, ISBN 1-8438-3006-X
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