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Bernardus Silvestris

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Bernardus Silvestris, auch Bernard Silvestris, war ein Philosoph und Dichter des 12. Jahrhunderts und bekannt als Autor einer Cosmographia.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Über Bernardus' Leben ist wenig bekannt. André Vernet, der seine Cosmographia herausgab, gab an, dass er von 1085 bis 1178 gelebt hat, andere Quellen geben 1160 als ein Todesjahr an. Als gesichert gilt, dass die Cosmographia 1147 Papst Eugen III. vorgelegt wurde. Es gibt Hinweise darauf, dass Bernardus spanischen Schulen der Philosophie verbunden war. Geboren wurde er aber wahrscheinlich in Tours, denn dass er mit dieser Stadt und ihrer Umgebung vertraut war, zeigen die genauen Beschreibungen in der Cosmographia. Auch spätere mittelalterliche Autoren haben ihn mit Tours in Verbindung gebracht.

Mit Sicherheit studierte und lehrte Bernardus in Chartres, wo die bedeutendste Kathedralschule Westeuropas bis zum Aufkommen der Universitäten im späteren 12. Jahrhundert ihren Sitz hatte. Im 19. und im frühen 20. Jahrhundert wurde angenommen, dass Bernardus Silvestris mit Bernhard von Chartres identisch sei, doch diese Identifikation ist von jüngeren Gelehrten wie Julian Ward Jones infrage gestellt worden. Hierzu ist beachtenswert, dass John von Salisbury, ein Zeitgenosse von Bernard, der Bischof in Chartres war, aus Werken, die Bernard zugeschrieben werden, zitiert, ohne aber den Autor namentlich zu nennen, wohingegen er Bernhard von Chartres unter dessen Namen zitiert.

Werk

Bernardus' bedeutendstes Werk ist die genannte Cosmographia, ein episches Gedicht über die Erschaffung der Welt, aus einer platonistischen Sicht des 12. Jahrhunderts. Dieses Gedicht beeinflusste Geoffrey Chaucer und andere durch seinen bahnbrechenden Gebrauch der Allegorie zur Diskussion metaphysischer und wissenschaftlicher Fragen. Bernardus benutzt darin Ideen aus dem Timaios-Kommentar von Calcidius.

Weitere Werke von Bernardus sind die Gedichte Mathematicus und wahrscheinlich Experimentarius, sowie eine Anzahl kleinerer Gedichte. Im späteren Verlauf des Mittelalters wurden ihm noch andere Werke zugeschrieben, so ein Kommentar zu Vergils Aeneis und ein Kommentar zu Martianus Capella. Der Kommentar zur Aeneis ist der längste mittelalterliche Kommentar zu diesem Werk, obwohl er unvollständig ist und etwa nach zwei Dritteln des sechsten Buches abbricht.

Literatur

  • C.S. Lewis schreibt über Bernardus Silvestris gegen Ende seines Science-Fiction-Romans Out of the Silent Planet (Jenseits des Schweigenden Sterns, erster Band der Perelandra-Trilogie.)
  • Winthrop Wetherbee: The Cosmographia of Bernardus Silvestris; Übersetzung ins Englische; Columbia University Press, 1990
  • Christine Ratkowitsch: Die Cosmographia des Bernardus Silvestris. Eine Theodizee; Böhlau Verlag, Köln Weimar, 1995
  • Bernardus Silvestris: Mathematicus; Herausgeber: G.Schwaiger, J. Prelog, M. Heim, M. Kiesslich; EOS Verlag, Erzabtei St. Ottilien, 1993

Weblinks

Wikipedia
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