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Berlin-Wilmersdorf

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Wilmersdorf
Ortsteil von Berlin</small>

Bild:Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf Ortsteil Wilmersdorf.png
Koordinaten Koordinaten: [http://tools.wikimedia.de/~magnus/geo/geohack.php?language=de&params=52.483333
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Höhe im Mittel rd. 43 m ü. NN
Ortsteilummer 04 02
Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
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Wilmersdorf ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin. Der historische Kern Alt-Wilmersdorf befindet sich an der Straße Wilhelmsaue. Bis zur Fusion mit dem ehemaligen Bezirk Charlottenburg im Jahre 2001 gab es einen eigenständigen Bezirk Wilmersdorf im Westteil von Berlin. Dieser umfasste die heutigen Ortsteile Halensee, Schmargendorf, Grunewald und den namensgebenden Ortsteil Wilmersdorf.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Wilmersdorf liegt auf der Hochfläche des Teltow im Südwesten des heutigen Berlins. Es grenzt im Norden an den Ortsteil Charlottenburg, im Westen an die Ortsteile Halensee und Schmargendorf, im Süden an den zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf gehörenden Ortsteil Steglitz und im Osten an die zum Bezirk Tempelhof-Schöneberg gehörenden Ortsteile Friedenau und Schöneberg.

Geschichte

Bild:Schrammblock2.JPG
Schrammblock, Hildegard-/Ecke Schrammstraße
Bild:Berlin Portal Auenkirche.JPG
Auenkirche, Wilhelmsaue
Bild:Berlin Schoelerpark Wohnblock.JPG
Wohnblocks „Am Schoelerpark“

Siedlungsgeschichte

Die Gründung erfolgte vermutlich nach 1220 im Zuge des Landesausbaus der jungen Mark Brandenburg, zu deren Stabilisierung die askanischen Markgrafen Siedler ins Land riefen. Ein Dorf der slawischen Vorbevölkerung hat hier sehr wahrscheinlich nicht bestanden. 1293 wurde Wilmerstorff erstmals urkundlich erwähnt.

Die Siedler aus Schwaben, Thüringen, Flandern und Westfalen lebten von der Landwirtschaft und vom Fischfang im Wilmersdorfer See, der zur eiszeitlichen Glazialen Rinne der Grunewaldseenkette gehörte und 1915 nach langen Verlandungsprozessen zugeschüttet wurde. Nach wechselnden Besitzverhältnissen wurde Wilmersdorf zum landesfürstlichen Dominalgut, während Schmargendorf der namensgebenden Familie Wilmersdorf zufiel. Ausgedehnte Schafzuchten standen lange im Mittelpunkt der Arbeit.

Millionenbauern in der Gründerzeit

Mitte des 18. Jahrhunderts erwarben die ersten Berliner der rasant wachsenden Stadt Land und Bauernhäuser in „Deutsch-Wilmersdorf“ und richteten sich Sommersitze in der Wilhelmsaue ein, dem ursprünglichen Dorfkern, der heute zwischen Mehlitz- und Blissestraße liegt. Bodenspekulanten, Bauinvestoren sowie die auf Raum angewiesene Berliner Ringbahn kauften Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedenen Großbauern ihre Felder ab, die dank des unerwarteten Geldsegens als Millionenbauern in die Geschichte eingingen.

Darunter auch Otto Schramm, der mit der Badeanstalt am Wilmersdorfer See (siehe dort) und dem berühmten Tanzpalast Schramm den Ruf als Seebad Wilmersdorf begründete. Mit der Zuschüttung des Sees endete diese Ära, auf dem Seegelände entstanden Sportplätze, die in den 1920er Jahren in den Grünzug Volkspark Wilmersdorf einbezogen wurden. Dieser innerstädtische Grünzug in der ehemals sumpfigen Niederung (Fenn) reicht vom benachbarten Schöneberger Rudolph-Wilde-Park über den Fennsee bis zum Stadtring. Auf dem Gelände der Badeanstalt wurde zwischen 1925 und 1928 nach Plänen des Architekten Jürgen Bachmann (1872–1951) der so genannte Schrammblock erbaut. Die Wohnanlage mit einer der ersten unterirdischen Großgaragen, mit Hofterrassen und Vorgärten füllt das gesamte Viereck zwischen den Straßen Am Volkspark, Schrammstraße, Hildegardstraße und Livländische Straße in einem Gebäudezug.

Historischer Kern: Wilhelmsaue

Eine weitere Millionenbauernfamilie, die Familie Blisse (Namensgeber der Blissestraße), ermöglichte 1911 mit einer Stiftung über drei Millionen Mark den Bau eines Waisenhauses, das „Blissestift“ in der Wilhelmsaue. In dem historischen Gebäude sind heute verschiedene kommunale Einrichtungen, unter anderem eine Kita und die Drogenhilfe „Tannenhof“, untergebracht.

Gleichfalls in der Wilhelmsaue liegt die Auenkirche aus den Jahren 1895 bis 1897. Das neugotische dreischiffige Backsteingebäude mit dem farbigen Christusmosaik über dem Eingangsportal stammt von Max Spitta und ersetzte die alte Wilmersdorfer Dorfkirche aus dem Jahr 1772, deren Vorgängerin dem Brand von 1766 zum Opfer fiel. In der Wilhelmsaue 126 liegt das älteste Haus von Wilmersdorf, das Schoelerschlösschen von 1752, das – wie der anschließende kleine Schoelerpark – den Namen des Augenarztes und Medizinalrats Heinrich Schoeler (1844–1918) trägt.

Als Stadtteil zu Berlin

Mit dem 1. April 1907 schied Wilmersdorf, damals unter dem Namen Deutsch Wilmersdorf, aus dem Kreis Teltow aus und wurde ein selbstständiger Stadtkreis. Der erste und einzige Bürgermeister und nach 1909 auch Oberbürgermeister war Ernst Habermann (1866–1958), der seit 1897 bereits das Amt des Gemeindevorstehers innegehabt hatte und später der Namensgeber des Habermannplatzes wurde.

Ab 1912 führte die Stadt die Bezeichnung Berlin-Wilmersdorf. Zum 1. Oktober 1920 wurde die Großstadt nach Groß-Berlin eingemeindet, sie hatte damals bereits 139.468 Einwohner.

Der Bezirk hatte in der Zeit der Weimarer Republik einen starken jüdischen Bevölkerungsanteil, 1933 betrug er 13,5 %. Bei den Gymnasialschülern waren 30 % jüdischen Glaubens, es gab fünf jüdische Privatschulen. Viele bekannte jüdische Künstler und Schriftsteller wohnten in Wilmersdorf, unter anderen George Grosz, Egon Erwin Kisch, Heinrich Mann, Anna Seghers und Arnold Zweig. An den 1922 in der Koenigsallee im Grunewald von Rechtsradikalen ermordeten Reichsaußenminister Walter Rathenau erinnert dort ein Gedenkstein.

Die jüdische Gemeinde hielt ihre Gottesdienste zunächst in Privatsynagogen ab, 1929 wurde in der Prinzregentenstraße eine große Gemeindesynagoge errichtet, die für 2300 Besucher Platz bot. Das Gebäude wurde in der so genannten „Reichspogromnacht“ vom 9./10. November 1938 von SA-Trupps teilweise zerstört, die Reste des Gebäudes wurden 1958 abgetragen. An den heute hier befindlichen Wohnhäusern erinnert eine Gedenktafel an die Wilmersdorfer Synagoge.

Der Bezirk Wilmersdorf ließ 1991 am Bahnhof Grunewald von Karol Broniatowski ein Mahnmal schaffen, das an die Berliner Juden erinnert, die von hier ab 1941 mit Zügen der Reichsbahn deportiert wurden.

Verkehr

Schienenverkehr

Bild:U-Bahn Berlin Heidelberger Platz.JPG
Kathedralenähnlicher U-Bahnhof Heidelberger Platz

In Wilmersdorf liegen die U-Bahnhöfe der Linie U9

  • Spichernstraße,
  • Günzelstraße (benannt nach dem Wilmersdorfer Kommunalpolitiker Bernhard Güntzel),
  • Berliner Straße und
  • Bundesplatz

sowie die U-Bahnhöfe der Linie U3

  • Hohenzollernplatz,
  • Fehrbelliner Platz,
  • Heidelberger Platz,
  • Rüdesheimer Platz und
  • Breitenbachplatz (ehemals Rastatter Platz)

Die U7 kreuzt die Trassen der U3 und U9 und hält in Wilmersdorf an folgenden U-Bahnhöfen:

  • Konstanzer Straße
  • Fehrbelliner Platz
  • Blissestraße
  • Berliner Straße

Die S-Bahnzüge der Ringbahn-Linien S41, S42 und S46 halten an folgenden Wilmersdorfer Bahnhöfen:

  • Hohenzollerndamm,
  • Heidelberger Platz (ehemals Schmargendorf) und
  • Bundesplatz (bis 1993 hieß dieser Bahnhof Berlin-Wilmersdorf, davor bis 1938 Berlin-Wilmersdorf-Friedenau).

Während der S-Bahnhof Berlin-Wilmersdorf seit dem Tag der Wiedereröffnung der südlichen Ringbahn am 17. Dezember 1993 wie der darunter liegende U-Bahnhof der U9 nunmehr auch Bundesplatz heißt, wurde der an der Ortsgrenze zu Friedenau zwischen den S-Bahnhöfen Innsbrucker Platz und Bundesplatz gelegene Güterbahnhof Berlin-Wilmersdorf in den 1970er Jahren aufgegeben.

Individualverkehr

Die verkehrsreichste Verbindung durch Wilmersdorf ist ein Teilstück der Stadtautobahn 100, das zwischen den Anschlussstellen 12 – „Kurfürstendamm und 17 – „Innsbrucker Platz verläuft. An der Anschlussstelle 14 – „Schmargendorf“ (vormals „Autobahnkreuz Wilmersdorf“) führt die ehemalige Stadtautobahn 104 in Richtung Süden nach Steglitz. Sie ist auf einem Teilstück ein Zubringer der BAB 100 und an der „Schlangenbader Straße“ mit Wohnhäusern überbaut. Weitere wichtige Verkehrsadern in Wilmersdorf sind

Bauwerke

  • Das 1930 fertiggestellte St. Gertrauden-Krankenhaus erhielt 1945 Glasmalereien und ein Apsismosaik von Charles Crodel nebst Ergänzungen von 1973.
  • Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße ist weltweit einzigartig. Sie stammt aus der Zeit der Insellage West-Berlins in den 1970er Jahren und war der Versuch, die knappen Innenstadtflächen rationell zu nutzen.

Sakralgebäude

  • Evangelische Auenkirche, neugotischer Backsteinbau von 1895 bis 1897
  • Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz, erbaut 1930 bis 1933 von Fritz Höger im Stil des norddeutschen Backsteinexpressionismus
  • Katholische Kirche Sankt Ludwig, am Ludwigkirchplatz, dem ehemaligen Straßburger Platz, neugotischer Backsteinbau, erbaut 1897 nach Plänen des Regierungsbaumeisters August Menken. Die Kirche erhielt ihren Namen zum Gedächtnis an den Parlamentarier und Führer der Deutschen Zentrumspartei im Kaiserreich, Ludwig Windthorst sowie nach dessen Namenspatron, dem heiligen Ludwig IX., König von Frankreich im 13. Jahrhundert.
  • Russisch-orthodoxe Kathedrale
  • Wilmersdorfer Moschee

Weitere Sehenswürdigkeiten

Schulen

  • Birger-Forell-Grundschule
  • Carl-Orff-Grundschule
  • Cäcilien-Grundschule
  • Comenius-Grundschule (ehemals Hanns-Fechner-Grundschule)
  • Ernst-Habermann-Grundschule
  • Finkenkrug-Schule
  • Friedrich-Ebert-Oberschule (Gymnasium)
  • Goethe-Gymnasium
  • Grundschule am Rüdesheimer Platz
  • Grunewald-Grundschule
  • Halensee Grundschule
  • Hildegard-Wegscheider-Oberschule (Gymnasium)
  • Johann-Peter-Hebel Grundschule
  • Katharina-Heinroth-Grundschule (2002 entstanden durch Zusammenlegung von Michael-Grzimek-Grundschule und Paul-Eipper-Grundschule)
  • Kläre-Bloch-Schule (Berufsoberschule)
  • Marie-Curie-Oberschule (Gymnasium)
  • Marienburg-Oberschule (Realschule)
  • Nelson-Mandela-Schule (Gesamtschule)
  • Otto-von-Guericke-Oberschule (Realschule)
  • Peter-A.-Silbermann-Abendgymnasium
  • Robert-Jungk-Oberschule (Gesamtschule)
  • Rudolf-Diesel-Oberschule (Hauptschule)

Straßen und Plätze in Wilmersdorf

  • Johannaplatz
  • Johannisberger Straße
  • Kaubstraße
  • Konstanzer Straße
  • Kreuznacher Straße
  • Kurfürstendamm
  • Laubacher Straße
  • Landhausstraße
  • Lietzenburger Straße
  • Ludwigkirchplatz
  • Mecklenburgische Straße
  • Nassauische Straße
  • Nikolsburger Platz
  • Pariser Straße

Partnerstädte

Deutschlandweit Bild:Flag of Germany.svg

Weltweit

Siehe auch

Ausführliche Beiträge zu Wilmersdorf:

Literatur

  • Udo Christoffel (Hrsg.): Berlin Wilmersdorf - Ein StadtTeilBuch, Kunstamt Wilmersdorf, Berlin 1981
  • Udo Christoffel (Hrsg.): Berlin Wilmersdorf - Wilmersdorf, Schmargendorf, Kolonie und Forst Grunewald dargestellt im Kartenbild der Jahre von 1588 bis 1938, Kunstamt Wilmersdorf, Berlin 1983
  • Udo Christoffel (Hrsg.): Berlin Wilmersdorf - In StadtAnsichten, Kunstamt Wilmersdorf, Berlin 1984
  • Udo Christoffel (Hrsg.): Berlin Wilmersdorf - Die Jahre 1920 bis 1945, Wilhelm Möller KG, Berlin 1985, ISBN 3-9801001-1-1
  • Karl-Heinz Metzger: Wilmersdorf im Spiegel literarischer Texte vom 19. Jahrhundert bis 1933, Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin 1985
  • Karl-Heinz Metzger: Kirchen, Moschee und Synagogen in Wilmersdorf, Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin 1986
  • Karl-Heinz Metzger, Ulrich Dunker: Der Kurfürstendamm - Leben und Mythos des Boulevards in 100 Jahren deutscher Geschichte, Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin 1986, ISBN 3-924812-13-6
  • Udo Christoffel (Hrsg.): Berlin Wilmersdorf - Die Juden - Leben und Leiden, Kunstamt Wilmersdorf, Berlin 1987
  • Hans-Ulrich Kamke, Sigrid Stöckel: Wilmersdorf. Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke, Band 11. Eine Veröffentlichung der Historischen Kommission zu Berlin, hrsg. von Wolfgang Ribbe, Colloquium Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-7678-0721-1
  • Felicitas Bothe-von Richthofen: Widerstand in Wilmersdorf (aus der Reihe Widerstand 1933-1945 der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin), Berlin 1993, ISBN 3-926082-03-8
  • Udo Christoffel, Elke von der Lieth (Hrsg.): Berlin-Wilmersdorf - Verfolgung und Widerstand 1933 bis 1945, Bezirksamt Wilmersdorf von Berlin, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1996, ISBN 3-922912-39-7
  • Arbeitskreis Geschichte Wilmersdorf (Hrsg.): Bruchstücke - Wilmersdorf, OMNIS Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-933175-55-0

Weblinks

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