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Berlin-Adlershof
Aus Kefk.
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| Bild:Map de-be adlershof.png Lage des Ortsteiles Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Berlin |
| Bezirk: | Treptow-Köpenick |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 52° 26′ n. Br., 13° 32′ ö. L.52° 26′ n. Br., 13° 32′ ö. L. |
| Höhe: | 34 m ü. NN |
| Einwohner: | 15.251 (Quelle: StaLa Stand 31. Dez. 2004) |
| Postleitzahlen: | 12489 |
| Website: | BA Treptow-Köpenick |
Adlershof [a:dlɐs'ho:f] ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des ehemaligen Stadtbezirks Treptow.
Adlershof steht im Sprachgebrauch oft synonym für den WISTA-Standort, einer in der Entwicklung befindlichen neuen Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien im Bereich der traditionellen Betriebsgelände auf der südwestlichen Seite.
Die alten Wohnviertel und Siedlungen liegen auf der nordöstlichen Seite, zukünftig sollen neue Wohnviertel auf dem nordwestlich angrenzenden ehemaligen Flugplatz Johannisthal entstehen und den WISTA-Standort zur Wissenschaftsstadt komplettieren.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Adlershof liegt zu beiden Seiten des S-Bahnhof Adlershof an der Görlitzer Bahn, die vom nordwestlichen Schöneweide weiter ins südöstliche Grünau verläuft. Die Wohngebiete liegen nordöstlich des hochliegenden Bahndamms, das Entwicklungsgebiet der Wissenschaftsstadt südwestlich. Der Haltepunkt Adlershof wurde an der historischen Straßenverbindung vom westlichen Rudow (Rudower Chaussee) zum nordöstlichen Köpenick (Dörpfeldstraße) angelegt, letztere bildet die Hauptstraße der Siedlungen. Das Südende des Ortes wird durch den Teltowkanal markiert, entlang dessen ältere Wege (von Köpenick ins südwestliche Altglienicke) aktuell zu einem leistungsfähigen Straßenzug ausgebaut werden (Glienicker Straße, Glienicker Weg, Köpenicker Straße, Ernst-Ruska-Ufer).
Ortsteile
- Adlershof
- WISTA (auch Wissenschaftsstadt)
- Am Bessy (westlicher Teil)
- Am Flugplatz (nördlicher Teil)
- Am Studio (östlicher Teil, die Agastraße erhielt 2004 diesen Namen offiziell)
- (Wistagelände umfasst früheres Akademiegelände, Fernsehstadt, Wachregiment)
- Adlershof-Ort
- Adlershof-Nord (nördlich der Dörpfeldstraße)
- Adlershof-Süd (südöstlich der Dörpfeldstraße)
- WISTA (auch Wissenschaftsstadt)
Geschichte
Die Besiedlung des Adlershofer Fleckens geht auf Büdner zurück, Kleinstbauern mit eigenem Haus und angeschlossenen Feldern. Im 16. Jahrhundert verstärkte sich das Phänomen der Büdnerkolonien, deren Hausbesitzer nicht aus der Feldarbeit allein leben konnten, jedoch in anliegende Dörfern und Städten als Tagelöhner weiteres Einkommen fanden. Der Verbindungsweg in der Nähe der wachsenden Stadt Köpenick und dem bis ins 12. Jahrhundert nachweisbaren Rudow bot hierfür einen guten Siedlungsgrund.
Zum anderen boten die landschaftlichen Gegebenheiten einen guten Platz für Kleinstbauern - parallel zum Verlauf von Spree und Dahme zog sich eine Kette von Feuchtwiesen und Heidelandschaften, die einen fruchtbaren Grund abgeben - historisch belegt sind Namen wie Köllnische Heide, Krachtfenn, Rudower Wiesen und Vollkropfgraben, aber auch der Namen Johannisthal weist auf die tieferliegende Lage hin. Die Lage des "Bruchtals" ist heute gut auf Landkarten abzulesen, da Anfang des 20. Jahrhundert am südwestlichen Rand der Rinne der Teltowkanal errichtet wurde, der somit ebenfalls diese topographischen Verhältnisse nutzt.
Im Zuge der „Peuplierung“ Preußens, mit der Friedrich II. neue Bewohner nach Preußen holte und gezielt ansiedelte, wurden die Gemarkungen neu inspiziert. Am Siedlungsgrund des heutigen Adlershof existierten zu der Zeit eine Büdnerkolonie "Am Suszen Grundt", dessen Name auf die günstige Lage verweist, mit 8 Büdnern mit je einem Morgen Gartenland und einen Morgen Wiese sowie das Recht zur Haltung einer Kuh hatten[1]. Nordöstlich der Büdnerkolonie lag der bewirtschaftete Gutshof Adlershof. Im Bruchtal wurden 1753 Johannisthal, 1754 Adlershof und Altglienicke gegründet. Für den Gutshof Adlershof ist hierbei ein Zinsvertrag vom 14. April 1754 belegt, dessen Datum als Gründungsjahr des heutigen Ortsteils Adlershof angesehen wird.
Am 24. April 1789 wurden die Büdnerkolonie Süszengrundt und das Zinsgut Adlershoff zu einem eigenständigen Gutsbezirk zusammengefasst. Aus dieser Zeit ist auch ein Gerichtssiegel mit der Umschrift "Suezengrundt-Adlershof" belegt, das als Wappenbild den preußischen Adler zeigt. Der Name des Zinsguts Adlershof setzte sich später als alleinige Bezeichnung durch.
Lange Zeit blieben die drei neugegündeten Dörfer im Bruchtal Erholungsgebiete vor den Toren Berlins, das im 19. Jahrhundert sich stark vergrößerte, sodass 1860 die Berliner Zollmauer aufgehoben wurde und sich das Stadtgebiet 1861 fast verdoppelte. Mit dem Bau der Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1866/67 erreichte der Aufschwung auch Adlershof - die Gemeinden Adlershof und Altglienicke erhielten jeweils eine Haltestelle an der Görlitzer Bahn, die Haltestelle Adlershof an der Rudower Chausssee, der Weg zwischen Köpenick und Rudow, sowie eine Meile südlich die Haltestelle Glienicke am Glienicker Weg, die 1701 angelegte Verbindung von Köpenick zum damaligen Alt- und Neu-Glienicke.
Dies bot die Voraussetzung, das Adlershof zum Industriestandort heranwachsen konnte. 1879 wurde das Landgut aufgelöst, und Adlershof zur städtischen Gemeinde. Auf der östlichen Seiten der Görlitzer Bahn und entlang des Adlergestells wurden zwischen dem nördlichen Adlershof am Rudower Weg und dem südlichen Glienicker Weg große Baugrundstücke ausgewiesen. Die Einwohnerzahl wuchs rasch, von 344 im Jahre 1880 auf 8.006 im Jahre 1900. Mit dem Bau des Bahnhofs Adlershof wurde die Haltestelle Glienicke aufgegeben. Mit der Errichtung des Teltowkanal 1906, der heute das Südende der Gemeinde markiert, kam es in Adlershof zur großflächigen Industrialisierung südlich und westlich der alten Siedlungsgebiete.
1909 eröffnete der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Um den Flugplatz Johannisthal bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen DLR, in Adlershof gegründet. In Berlin-Adlershof befand sich auch die zentrale Polizeifunkstelle des deutschen Reiches mit zwei 120 Meter hohen selbststrahlenden Sendemasten.
Nach 1945 wurde in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die insbesondere viele Institute der angewandten Forschung beherbergte. Auch das Fernsehen wurde am Standort platziert – von 1950 bis 1952 entstand das Fernsehzentrum Adlershof nach Plänen von Wolfgang Wunsch. In den neuen Studios ging am 21. Dezember 1952 erstmals der Deutsche Fernsehfunk (DFF) auf Sendung. In der DDR-Zeit war hier auch das Wachregiment Feliks Dzierzynski (Gesamtstärke 12.000 Mann) mit Teilen stationiert, das Regiment nutzte den ehemaligen Flugplatz als Munitionslagerplatz, für die militärische Körperertüchtigung und als Paradeübungsstrecke. Auch das Akademie- und das Fernsehgelände waren in dieser Zeit eingezäunt, so dass diese Gelände faktisch losgelöst von den Wohngebieten auf der nordöstlichen Seite des Bahndamms existierten. In Berlin-Adlershof wurde auch ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt. Das Radioteleskop dürfte heute demontiert sein.
Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute zu nehmen, und in eine neue "integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft" einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet 1993–1997.
Die Entwicklungspläne sehen vor, die neue "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien" weiter auszubauen. Der direkte Autobahnanschluss (A113) wird bis Ende 2005 (Richtung Berliner Innenstadt) bzw. 2007 (Richtung Schönefeld) fertiggestellt, bis 2015 eine lockere Wohnbebauung angefügt, und die damit nochmals stark wachsende Gemeinde soll auch mit einem neuen überregionalen Bahnhofskomplex versehen werden. Mit Stand Ende 2002 lebten in Adlershof 14.432 Einwohner, etwa 8000 neue Einwohner werden erwartet.
Einwohnerentwicklung
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Lage und Bebauung
Der Ortsbereich Adlershof ist relativ scharf abgegrenzt von umliegenden Ortsteilen, es gibt nur sieben Zufahrten. Der Ortsteil wird geteilt durch einen breiten hochliegenden Bahndamm, der mehrere Eisenbahnen und die S-Bahn führt (Trasse nach Schönefeld und Königs Wusterhausen; S-Bahnlinien S8, S9, S45, S46, S85). Es existieren nur zwei Brücken unter diesem Bahndamm, sodass der Ort scharf geteilt wird, noch verschärft durch die sechsspurige Fernstraße B 96a, die hier Adlergestell heißt, direkt neben dem Bahndamm. Die beiden Ortsbereiche müssen jeweils getrennt betrachtet werden, und haben sich in der Bebauung völlig unabhängig voneinander entwickelt.
Der südwestliche Bereich wird durch die WISTA Entwicklungsgesellschaft verwaltet. Zu DDR-Zeiten befanden sich dort nur große eingezäunte Betriebsgelände, auf denen sich eigenständige Straßennetze befanden. Dazwischen fanden sich nur die Rudower Chaussee und die Agastraße als öffentlich befahrbare Wege, diese sind auch jetzt die großen Straßen in diesem Gebiet. Das Ernst-Ruska-Ufer (so heißt die Uferstraße am Teltowkanal) ist ein Neubau, dort befanden sich ursprünglich Bahngleise am Ufer. Die Bahngleise waren über den heute noch existierenden Kohlebahnhof am Glienicker Weg verbunden mit der Bahnstrecke, die nach Norden in einen Rangierbahnhof mündet.
Das ehemalige Akademiegelände ist heute schon weitgehend ausgebaut. Am Südende findet sich das BESSY-Elektronensynchrotron, weitere alte Gebäude sind erneuert, oder abgerissen und neugebaut. Der Bereich nördlich der Rudower Chaussee befindet sich in der Entwicklung. In einem breiten Streifen sind dort schon Neubauten der Humboldt-Universität zu Berlin zu finden. Der ehemalige Flugplatz soll zum großen Teil Erholungsgebiet werden. Außerdem sollen neue Wohngebiete entstehen, angebunden an die Wohngebiete in Johannisthal.
Die Wohngebiete im nordöstlichen Bereich werden durch die Dörpfeldstraße geteilt. In deren Mitte befindet sich der vergleichsweise kleine Marktplatz. Durch ungesteuerte Entwicklung hat dieser den ursprünglichen Piazza-Charakter verloren, und ist heute kein natürlicher Treffpunkt mehr. Da Adlershof auf Feuchtwiesen errichtet wurde, herrschte sehr lange Zeit eine Traufhöhe von 12 Metern (in vielen anderen alten Stadtteilen Berlins 22 Meter), sodass die Bebauung geprägt ist von zwei- bis vierstöckigen Gebäuden. Erst in jüngerer Zeit wurden Gebäude um ein bis zwei Stockwerke erhöht. Die einzigen alten, hohen Gebäude sind die beiden Kirchen südöstlich des Marktplatzes.
Der Friedhof findet sich südlich der Köllnischen Heide, einem Waldstück zwischen Adlershof und Oberspree. Dies ist das eigentliche Naherholungsgebiet des Ortes. Der neue Landschaftspark auf der Westseite wird weniger genutzt. Beliebt sind dort die Skaterbahnen und die für Rollerblades geeigneten, gepflasterten, langen Wege.
Sehenswürdigkeiten
- Alte Schule
- Marktplatz mit Löwenbrunnen
- Anna-Seghers-Oberschule
- Verklärungskirche
- Friedhof Adlershof
- Kugellabore (unter Denkmalschutz)
- Trudelturm
Weblinks
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| Wiktionary: Adlershof – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
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Webpräsenzen
- BA Treptow-Köpenick - Adlershof - Information zum Ortsteil, Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
- Adlershof.de - Entwicklungsgesellschaft Adlershof (WISTA)
- InAdlershof.de - Interessengemeinschaft Dörpfeldstrasse e. V.
- AdlershoferBürgerverein.de - Adlershofer Bürgerverein - Cöllnische Heide e.V.
Geschichte
- „Informationen über Adlershof“, Rudi Hinte (Ortschronist), Kurze Chronik in drei Teilen, Adlershofer Zeitung, 9/2001 (I), 10/2001 (II), 02/2002 (III), hrsg. MEDIEN-BÜRO Adlershof, Berlin
- „Die deutsche Geschichte der Radioastronomie ab dem zweiten Weltkrieg“, Holger Wiertzema, Teil 2 zum Radioteleskop Berlin-Adlershof, Max-Planck-Institut für Radioastronomie Bonn, 12. April 2002
Adlershof | Altglienicke | Alt-Treptow | Baumschulenweg | Bohnsdorf | Friedrichshagen | Grünau | Johannisthal | Köpenick | Müggelheim | Niederschöneweide | Oberschöneweide | Plänterwald | Rahnsdorf | Schmöckwitz
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