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Belles Lettres
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Belles lettres, deutsch wörtlich „schöne Wissenschaften“, ist der im 17. Jahrhundert aufkommende Begriff für den vor allem von französischen Moden geprägten Bereich des Buchmarkts, der sich zwischen der gelehrten, wissenschaftlichen Literatur (den „lettres“) und der anspruchslosen Buchproduktion einrichtete (die im 19. Jahrhundert im Deutschen unter das Wort Volksbücher geriet).
Im Englischen wurden die „belles lettres“ lange Zeit unter dem Wort „polite literature“ gehandelt, im Deutschen setzte sich Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts zuerst das Wort „galante Wissenschaften“ durch, das sich jedoch gegenüber der am galanten Stilideal im 18. Jahrhundert aufkommenden Kritik nicht halten konnte. Die gelehrte Poesiekritik setzte ab den 1720ern als prestigeträchtigeren und mehr auf die Kunst ausgerichteten Begriff die „schönen Wissenschaften“ durch. Auf dem Weg ins 19. Jahrhundert etablierte sich dann jedoch das Wort „schöne Literatur“ als Synonym – es konnte gleichzeitig für „poetische Nationalliteratur“ stehen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das gesamte Sprechen von „Literatur“ neu definiert – so definiert, dass es die großen poetischen und fiktionalen Werke der Nation erfasste. Der Begriff der „belles lettres“ gewann zu diesem Zeitpunkt neue Bedeutung im Deutschen als Begriff für den internationalen populären Buchmarkt. Im 20. Jahrhundert gewann dabei die abgeleitete Wortfügung Belletristik die größere Macht. „Belletristik“ umfasst heute weitgehend das Erbe der „belles lettres“.
Siehe zur Geschichte eingehender die Artikel Literatur und Belletristik.
