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Bedarfsermittlungsmethode
Aus Kefk.
Sowohl zur Primär- als auch zur Sekundärbedarfsermittlung können drei grundsätzlich verschiedene Methoden eingesetzt werden.
Stochastische Bedarfsermittlung
Grundlage der stochastischen Methode sind die Verbrauchswerte der Vergangenheit. Diese Werte werden statistisch ausgewertet und in Form von Prognosen in die Zukunft fortgeschrieben. Voraussetzung für die Anwendung stochastischer Methoden ist eine ausreichende Datenbasis, d. h., es müssen genügend Informationen über den Verbrauch in der Vergangenheit vorliegen. Stochastische Methoden sind nicht geeignet für neue Produkte und hochwertige A-Teile. Für Ersatzteile sind sie bedingt geeignet, wenn die Datenbasis groß genug ist und die installierte und noch im Einsatz befindliche Anlagenbasis berücksichtigt wird. Die erforderliche Beschaffungszeit ist größer als die geforderte Lieferzeit, es handelt sich um geringwertige bzw. standardisierte Güter ( C- und B-Teile)
Bei der Auswahl des jeweiligen Verfahrens ist der Bedarf zu berücksichtigen. Bei der stochastischen Bedarfsermittlung werden mathematisch-statische Verfahren, die auf der Wahrscheinlichkeitstheorie aufgebaut sind, angewendet:
- Naive-Prognose
- Arithmetischer Mittelwert
- Gleitender Mittelwert
- Gewichteter gleitender Mittelwert
- Lineare Regressionsanalyse
- Nicht lineare Regressionsanalyse
- exponentielle Glättung 1. Ordnung
- exponentielle Glättung 2. Ordnung
siehe Stochastik
Ist die Möglichkeit einer verbrauchsgesteuerten Disposition gegeben und zudem eine ausreichende Datenbasis vorhanden, ist der Einsatz stochastischer Verfahren empfehlenswert, weil eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Mensch und DV-Systemen gegeben ist und dadurch die Routinearbeit des Disponenten reduziert wird. Auf diese Weise hat ein Disponent die Möglichkeit, sich auf problematische Artikel zu konzentrieren, wie z. B. Artikel mit stark schwankendem Bedarf.
Deterministische Bedarfsermittlung
Bei der deterministischen Methode werden die Bedarfe exakt nach Menge und Termin auf der Basis konkreter Aufträge oder des Produktionsprogramms ermittelt.
Typische Einsatzfelder: Bei Kundenaufträgen muss die erforderliche Beschaffungs- und Durchlaufzeit kleiner sein als die geforderte Lieferzeit. Bei der Planung nach dem auf einem Absatzplan basierenden Produktionsprogramm ist dies zu vernachlässigen. Die deterministische Methode wird bei hochwertigen bzw. kundenspezifischen Gütern angewendet, die teilweise eine lange Wiederbeschaffungszeit haben. Prinzipiell ist die deterministische Bedarfsermittlung anzustreben, weil dadurch der Lagerbestand niedrig gehalten werden kann. In der betrieblichen Praxis ist sie weitgehend unproblematisch, weil heute alle gängigen Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme ( PPS-Systeme) in der Lage sind, auf der Basis von Erzeugnisstrukturdaten, zum Beispiel durch Stücklistenauflösung, den Bedarf exakt zu ermitteln.
Heuristische Bedarfsermittlung
Bei der heuristischen Methode basieren die ermittelten Bedarfe auf qualifizierten, subjektiven Schätzungen des erfahrenen Disponenten. Sie ist für geringwertige Produkte, für die keine ausreichende Datenbasis für stochastische Verfahren vorhanden ist, geeignet. Nachteilig ist bei der heuristischen Bedarfsermittlung, dass ein Disponent für eine gute Schätzung jeden Artikel individuell betrachten muss. Bei einer großen Anzahl zu disponierender Artikel wird eine individuelle Betrachtung jedes Artikels für den Disponenten deshalb zu aufwendig, und er ist zu groben Schätzungen gezwungen. Die daraus resultierenden Prognosefehler werden pauschal durch Sicherheitsbestände zur Gewährleistung der Lieferbereitschaft ausgeglichen.
