Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Bazon Brock
Aus Kefk.
Bazon Brock (eigentlich Jürgen Brock; * 2. Juni 1936 in Stolp, heute Słupsk) ist Professor für Ästhetik an der Bergischen Universität Wuppertal. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Entwicklung einer Neuronalen Ästhetik.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Brock erhielt eine humanistische Ausbildung und den Abiturprüfungen in Latein und Griechisch. Ab 1957 lernte Brock Dramaturgie und arbeitete ab 1960 als Dramaturg, zunächst am Stadttheater Luzern. Von 1957 bis 1964 studiert er Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften in Zürich, Hamburg und Frankfurt am Main. Das Fach Kunst, mit dem er oft in Zusammenhang gebracht wird, studierte er nicht universitär, gilt dennoch als ausgewiesener Kunstkenner, sowohl alter als auch zeitgenössischer Werke.
Nach dem Studium wurde Brock er als ordentlicher Professor (1965–1976) an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, später, zwischen 1977 und 1980 auch an die Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Seither ist er Professor an der Bergischen Universität Wuppertal.
Den Spitznamen „Bazon“, was im Griechischen „Schwätzer“ bedeutet, erhielt er von seinem Lateinlehrer, der damit die Angewohnheit des Gymnasiasten kommentierte, zu allem ellenlange Monologe zu halten.
Brocks Arbeitsschwerpunkte liegen heute vor allem in der Neuronalen Ästhetik und „Imaging Sciences“ am Fachbereich für Kunsterziehung und nicht-normative Ästhetik, wo er lange Jahre Dekan war.
Er ist Mitglied der „Forscher-Familie bildende Wissenschaften“. Diese „fruchtbringende Gesellschaft“ beschäftigt sich vorrangig mit der Kulturgenetik, um Konzepte zur Zivilisierung der Kulturen auszuarbeiten. Die Ergebnisse werden in der Reihe „Ästhetik und Naturwissenschaften“ im Springer Verlag Wien/New York veröffentlicht.
Von den Assistenten, Promovenden und Habilitanden Bazon Brocks der Jahre 1980–1995 sind inzwischen 22 als Universitätsprofessoren tätig; weitere wirken als Museumsdirektoren, Kuratoren etc.
Bazon Brock wurde am 21. November 1992 der Ehrendoktor der Technischen Wissenschaften von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich in Zürich verliehen.
documenta-Besucherschule
Auf der documenta 4 1968 richtete Brock erstmals eine Besucherschule ein, die den Besuchern der documenta das Verständnis für Kunstbetrachtung nahebringen und Aneignungstechniken für zeitgenössische Kunst vermitteln sollte. Sie wurde auch auf der documenta 5 1972 und documenta 6 1977 von ihm angeboten, ab der documenta 7 1982 nicht mehr. Statt dessen legte er eine Broschüre mit dem Titel „Die Hässlichkeit des Schönen“ vor.
Veröffentlichungen
Schriften
- „Ästhetik als Vermittlung. Arbeitsbiographie eines Generalisten“. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 1977, ISBN 3-770-10671-7
- „Ästhetik gegen erzwungene Unmittelbarkeit. Die Gottsucherbande. Schriften 1978–1986“. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 1986, ISBN 3-770-11976-2
- „Die Macht des Alters“, Katalog zur Ausstellung, DuMont, Köln 1998
- „Die Welt zu Deinen Füßen“, DuMont, Köln 1998
- „Die Re-Dekade: Kunst und Kultur der 80er Jahre“. Klinkhardt und Biermann, München 1990, ISBN 3-781-40288-6
- „Lock Buch Bazon Brock. ‚Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken‘“. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2000, ISBN 3-770-15436-3
- Der Barbar als Kulturheld. Dumont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2002, ISBN 3-832-17149-5
Video-Dokumentationen
- „Wir wollen Gott und damit basta“. DuMont, Köln 1985
- „Selbsterregung – eine rhetorische Oper zur Erzwingung der Gefühle“ (vom WDR produziert, am 17. April 1992 ausgestrahlt), Schiebener und Jürgens, Köln 1990.
- „Quer Denken – Gerade Gehen“ 45 Min. / D, PL. Ein Portraitfilm von Ingo Hamacher Bellacoola über Bazon Brock wurde in der Reihe „Querköpfe“ von BellaCoola für den WDR produziert und im April 1991 ausgestrahlt.
- „Der Körper des Kunstbetrachters“, Videokatalog zur Documenta IX im Juni 1992 hergestellt und mehrmals im Fernsehen gezeigt.
- „Ästhetik als Metatheorie“ – In zwanzig Kapiteln wird ein strukturierter Einstieg in die Denkwelt des KünstlerPhilosophen und GeistTäters gegeben.
- Das Vlog ((( rebell.tv ))) führt ein „Dossier Bazon Brock“ und dokumentiert die aktuelle Tour (2006).
- „Let's Brock“ AT Ausführliche Dokumentation der Bazon Brock Tournee 2006 durch 11 Museen in D, CH und A von Ingo Hamacher Bellacoola. Länge DVD Edition ca. 6h, TV Länge ca. 180 Min.
TV-Produktionen
- Bazon Brock zur Geschichte der Kybernetik, 6-stündige Aufzeichnung von 3sat, 1997, anlässlich der „Installation eines Theoriegeländes“ im Portikus, Frankfurt, Februar 1997.
- Bazon Brock ist seit 1997 Moderator der TV-Serie „Bilderstreit“ in 3sat.
Hörspiele
Hörspiele von Bazon Brock wurden als Kassetten im S-Press Tonband-Verlag, Köln, veröffentlicht.
Literatur
- Nicole Stratmann: „Der Selbstfesselungskünstler – Bazon Brock. Einführung in eine Ästhetik des Unterlassens“. VDG Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1995, ISBN 3-929-74275-6
- Martin Heller und H.U. Reck (Hg.): „BB. Ästhetik nach der Aktualität des Ästhetischen. Ein Symposium zur Perspektive der Kulturentwicklung“. Zürich 1998, ISBN 3-907-06566-2
- Heiner Mühlmann: „Kunst und Krieg: Das säuische Behagen in der Kunst. Über Bazon Brock“. Köln 1998, ISBN 3-932-18957-4
neuere Ausstellungen
- „Wa(h)re Kunst. Der Museumsshop als Wunderkammer“, seit 1994 in 18 Städten.
- „Die Macht des Alters. Strategien der Meisterschaft“. Berlin, Bonn, Stuttgart 1998/99.
- „...Marsch durch Theorie.. Grabbeigaben...“. Frankfurt: Schirn, ab März 2006
Aktuell
- Anlässlich seines 70. Geburtstags 2006 zog Brock Bilanz und skizzierte in einem elf Stationen durchlaufenden „Lustmarsch durchs Theoriegelände“ elf Topologien, mit denen er sich 50 Jahre lang in Literatur, Theater, Ästhetik, Film, Fernsehen, Hörfunk, Action Teaching und Ausstellungen beschäftigt hat. Diese Aktion ist seit MÄrz 2006 im Zentrum für Kunst und Medientechnologie zu sehen.
Weblinks
- Literatur von und über Bazon Brock im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage an der Uni Wuppertal
- offizielle Homepage von Bazon Brock
- Blog zum Lustmarsch durch die Theorielandschaft (2006)
- offizielle Homepage Lustmarsch 2006
- das Vlog rebell.tv begleitet den Lustmarsch durch die Theorielandschaft
- Videostream „Ästhetik als Metatheorie“
- Bilderstreit SWR3
- Bilderstreit 3Sat
- Bazon Brocks TYPO-1999 Eröffnungsrede »Die Müllmänner der Datengesellschaft« als Video-Podcast
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brock, Bazon |
| ALTERNATIVNAMEN | Jürgen Brock |
| KURZBESCHREIBUNG | Professor für Ästhetik |
| GEBURTSDATUM | 1936 |
| GEBURTSORT | Stolp, Pommern (heute Polen) |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Bazon_Brock, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
