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Bavaria (Zug)
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Bavaria ist der Name eines internationalen Fernzuges, der von 1969 bis 1979 als TEE-Zug und danach als InterCity bzw. EuroCity zwischen Zürich HB und München unterwegs war. Der Name weist auf den lateinischen Namen Bayerns hin.
Geschichte
Einer längere Forderung der bayerischen und schweizerischen Geschäftswelt nachkommend, wurde zum Winterfahrplan 1969/70 ein neuer TEE-Zug München – Lindau – Bregenz – St. Margarethen – St. Gallen – Winterthur – Zürich HB eingeführt. Das neue TEE Zugpaar 57/56 mit dem Namen „Bavaria“ ersetzte einen zuvor verkehrenden D-Zug München – Zürich – Genf. Als Rollmaterial wurde der schweizerisch-niederländische TEE-Triebzug des Typs RAm eingesetzt, der aus anderen Umläufen frei wurde.
Die Katastrophe
Zu einer der größten Zugunglücke der TEE-Geschichte kam es am Abend des 9. Februar 1971. An diesem Tag fuhr der RAm mit der Nummer 501 den TEE Zürich – München mit 53 Menschen an Bord. Hinzu kamen ein Lokführer, der Maschinist sowie der deutsche Zugbegleiter und Personal im Speisewagen. Um 18.44 Uhr wurde der Bahnhof Aitrang erreicht, dem eine enge S-Kurve folgt. Diese darf nur mit 80 km/h durchfahren werden. Wie die Ermittlungen später ergaben, war der Zug an dieser Stelle jedoch mit 128 km/h unterwegs, was ihm zum Verhängnis wurde. Der voranführende Steuerwagen entgleiste mit den folgenden Wagen, der dritte hatte sich quer gestellt, der Motorwagen kam auf dem Gegengleis zu liegen.
Der Fahrdienstleiter vom Bahnhof Aitrang bemerkte die Unregelmäßigkeit und nahm sofort die Einfahrt für den Personentriebzug Pto 2531 zurück, der aus einer Garnitur des Schienenbusses VT 98 gebildet war. Dessen Lokführer konnte den Zug noch abbremsen, aber den Aufprall seines Zuges auf den Dieseltriebkopf des TEE-Zuges nicht mehr aufhalten. 28 Tote, 26 davon im TEE einschließlich der beiden Lokführer, und 42 schwer Verletzte waren die schreckliche Bilanz.
Die hohe Zahl der Toten und Verletzen erklärt sich auch daraus, dass die Fenster des TEE-Triebzuges nicht aus Verbundglas beschaffen waren und das Mobiliar des Speisewagens nicht fest mit dem Fußboden verankert war.
Warum der Lokführer des TEE-Zuges zu schnell fuhr, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Vermutlich waren ein Steuerungsteil oder die Bremsen defekt. Jedoch wurde Kritik an den Sicherheitsstandards des Zuges laut, dem auch die deutsche Indusi fehlte.
Der Steuerkopf und die Sitzwagen wurden an Ort und Stelle zerlegt, der Dieselkopf kam zunächst nach Zürich und wurde danach in den Niederlanden verschrottet.
Nach dem Unglück
Eine Woche lang war der Zugverkehr unterbrochen. Danach wurde der Betrieb des TEE Bavaria wieder aufgenommen. Statt eines Triebzuges wurde nun ein lokbespannter Wagenzug eingesetzt. Dieser bestand aus jeweils einem deutschen TEE- Wagen des Typs Avmz 111 (Abteilwagen) und einem Großraumagen vom Typ Apmz121. Als Speisewagenersatz wurde ein Barwagen des Typs ARDmz 106 verwendet. Als Zuglok kam auf dem Abschnitt München - Lindau eine Gasturbinenlok der Baureihe 210 zum Einsatz, zwischen Lindau und Zürich wurde eine SBB Re 4/4 II verwendet, die ebenso in TEE-Farben gespritzt wurden. Der Barwageneinsatz stieß auf Kritik. Deshalb reihte die SBB einen ihrer zehn WRmz-RIC-Speisewagen ein, der dafür eine TEE-Lackierung in rot-beige erhielt.
1977 wurde der Bavaria als TEE aufgeben und fuhr nun als D 277/76, der beide Wagenklassen bot, zwischen Zürich und München. Dabei blieb der Speisewagen erhalten.
Mit der Einführung des EuroCity-Verkehrs ab 1987 wurde der Bavaria in diese Zuggattung integriert. Insgesamt verkehren seitdem vier EC-Zugpaare täglich zwischen München und Zürich, seit Ende 2002 jedoch ohne Namen.
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