Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
DRG Baureihe ET 65
Aus Kefk.
| DRG Baureihe ET/ES 65 DB Baureihe 465 | |
|---|---|
| Anzahl: | 25 |
| Hersteller: | ME BBC |
| Baujahr(e): | 1933–1939 |
| Achsformel: | Bo'Bo' |
| Spurweite: | 1.435 mm |
| Länge über Puffer: | 20.500 mm |
| Leermasse: | 62,0 t |
| Reibungsmasse: | 68,0 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 85 km/h |
| Stundenleistung: | 804 kW |
| Stromsystem: | 15 kV 16 2/3 Hz AC |
| Stromübertragung: | Oberleitung |
| Anzahl der Fahrmotoren: | 4 |
| Sitzplätze: | 111 |
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort DRG_Baureihe_ET_65, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
Die Elektrotriebwagen der Baureihe ET 65 (ab 1968 Baureihe 465 der DB) waren über Jahrzehnte das Rückgrat des Stuttgarter Vorortverkehrs. Sie bestanden jeweils aus einem Triebwagen, einem Steuerwagen und bis 1960 zwei kurzgekuppelten, württembergischen, zweiachsigen Personenwagen. Ab 1960 wurden die beiden Mittelwagen bis zur Ausmusterung durch einen vierachsigen Umbau-Wagen ersetzt. Alle Fahrzeuge waren mit Vielfachsteuerung ausgerüstet. Mehrere Triebwageneinheiten konnten von einem Führerstand bedient werden.
Wegen des lauten Fahrgeräusches wurden die Fahrzeuge auch Rote Heuler genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Nach der Elektrifizierung der Strecke Stuttgart - München über die Geislinger Steige 1933, stellte die Deutsche Reichsbahn in zwei Serien 21 Triebwagen mit Steuerwagen in Dienst gestellt, die die als Baureihe elT 12 eingereiht wurden. Die Trieb- und Steuerwagen wiesen eine Fronttür auf, die dem Zugpersonal den Übergang ermöglichte. Die Seitenmitteleinstiegstüren waren etwas in den Wagenkasten herein versetzt worden. Diese robusten Triebwagen-Einheiten waren in schwerer Niettechnik ausgeführt worden. Eine dritte Serie mit vier Einheiten folgte 1938; damit standen insgesamt 25 Triebwageneinheiten für den Vorortverkehr Esslingen - Stuttgart - Ludwigsburg in Dienst, der im zwanzig-Minuten-Takt abgewickelt wurde. Der Anstrich in rot-beige entsprach den damaligen Normen. Die Fahrzeuge wurden von der Maschinenfabrik Esslingen gebaut. Die elektrische Ausrüstung stammt von der Firma BBC. 1940 wurde die Bauart in ET 65 (Triebwagen] bzw. ES 65 (Steuerwagen) umbenannt. Zur Kapazitätserweiterung wurden 44 ehemalige württembergische Doppelwagen hergerichtet, die zwischen ET und ES gekuppelt wurden. Die Züge erfüllten von Beginn an die in sie gesetzten Erwartungen.
Im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Einheiten bei Bombardierungen zerstört. Als Ersatz wurden mehrere Triebfahrzeuge anderer Bauarten umgebaut. Die Deutsche Bundesbahn konnte 23 Einheiten übernehmen.
Von 1961 bis 1963 wurden die inzwischen im DB-Triebwagenrot lackierten Zugeinheiten im AW Stuttgart-Bad Cannstatt einer Modernisierung unterzogen. Hauptmerkmal war die neue DB-Einheitsfront, wie sie viele Altbau-Triebwagen erhalten haben, u. a. wurden auch die Übergangsmöglichkeiten zwischen den Triebwageneinheiten abgebaut. Die Frontfenster wurden vergrößert, der Führerstand wurde modernisiert und die Holzbänke wurden durch Polstersitze der zweiten Klasse ersetzt. Die Sitzplatzzahl in jedem Triebwagen wurde dabei von 73 auf 58 verringert. Mit vier neuen Fahrmotoren ausgerüstet, erreichten die Triebwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Im Rahmen dieser Aktion wurden der ET 51 mit zwei ES 25 umgebaut und als ET 65 31 bezeichnet. Die alten württembergische Wagen wurden durch Umbau-Wagen der Bauart B4yg ersetzt, die als Beiwagen der Baureihe EB 65 eingestellt wurden.
Ab 1968 wurden die Triebwagen als 465, die Bei- und Steuerwagen als 865 bezeichnet. Ab 1970 trugen fast alle Triebzüge die für sie so typischen Werbeaufschriften an den Seiten.
Am 30. September 1978 endete der Planeinsatz der alten Triebwagen. Der Vorortverkehr wurde von den S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 420 übernommen.
Verbleib
Erhalten ist die Museumseinheit ET/EM/ES 65 006. Sie gehört dem Verkehrsmuseum Nürnberg. Die Einheit erhielt die Schienverkehrsgesellschaft mbH (SVG), Stuttgart, als Dauerleihgabe. Sie wurde restauriert, betriebsfähig aufgearbeitet und hauptuntersucht und wird jetzt im Nostalgieverkehr ab Stuttgart eingesetzt.
Die zweite letzte verbliebene Einheit ET 65 005 und ES 65 011, die seinerzeit für das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim vorgesehen war, befindet sich im Eigentum der SVG und wird derzeit wieder betriebsfähig aufgearbeitet. Am 3. Juni 2007 wird das Fahrzeug zusammen mit ET 65 006 in Nürnberg abgeholt und feierlich nach über 26 Jahren Pause wieder in Betrieb genommen.
Ein Drehgestell wurde Bestandteil einer Skulptur, welche vor dem Bahnhof in Bad Cannstatt steht und an die Aufnahme des Eisenbahnbetriebs auf dieser Strecke im Jahre 1845 erinnern soll.
Modelleisenbahn
Wegen der regionalen Bekanntkeit wird diese Triebwageneinheit nur von der Firma Brawa gefertigt. Im Jahr 2003 erschien die Epoche 3 Variante mit "altem Führerstand" und Übergangstüren. Ende 2006 hat Brawa die bekanntere Epoche V Variante mit dem "Cannstatter Kopf" unter der Betriebsnummer 465 006-5 gefertigt. Für 2007/2008 soll noch der Mittelwagen B4YG des ET 65 erscheinen.
Der Modellbahnhersteller Fleischmann plant neben weiteren Herstellern ebenfalls ein Modell des ET 65. In seiner Kundenumfrage befragte Fleischmann die Kunden, ob der ET 65 als Fleischmann-Modell in den nächsten Jahren gebaut werden soll.
Literatur
- Obermayer: Taschenbuch Deutsche Triebwagen. Kosmos, Stuttgart 1996, ISBN 3-44-004054-2
- Estler: Fahrzeugportrait: Die Baureihe ET 65. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-61-371111-7
- Iffländer/Paule/Braun/Rieger: Die elektrischen Einheitstriebwagen der Deutschen Reichsbahn - Band I: Die Wegbereiter ET 51 und 65. Andreas Braun Verlag, München 1987, ISBN 3-92512-002-5
- Pavel: Stuttgarter Vororttriebwagen ET 465. Verlag der Eislinger Zeitung, Eislingen/Fils 1981, ISBN 3-9800532-1-0
- Gareis: Elektrotriebwagen von gestern. Krone, Leichlingen 2000, ISBN 3-933241-19-7
- Robold: Die historischen Fahrzeuge der SVG. Schienenverkehrsgesellschaft, Stuttgart 2008, (erscheint März 2008)
Weblinks
- http://www.miba.de/miba/03/02/14.htm
- Website über die Museumseinheit ET65 006
- Kundenumfrage Fleischmann
Baden · Bayern · Pfalz · Preußen · Sachsen · Württemberg · DRG/DRB · DB · DR · Deutsche Bahn AG
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort DRG_Baureihe_ET_65, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
