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Baum

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die pflanzliche Lebensform Baum. Für weitere Bedeutungen, siehe Baum (Begriffsklärung).

Bild:Sequoiadendron giganteum at Kenilworth Castle.jpg Als Baum wird in der Botanik eine ausdauernde (mehrjährige) Pflanze bezeichnet, die einen deutlich erkennbar aufrechten, verholzten Stamm besitzt, der aus einer Wurzel emporsteigt und an dem sich oberirdisch Äste befinden. Diese wiederum bilden Zweige, Blätter, Blüten und Früchte aus. Die Zweige verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, verholzen dabei und nehmen kontinuierlich an Dicke und Umfang zu. Im Gegensatz zum Strauch ist es das besondere Merkmal der Bäume, dass vor allem die Knospen der oberen Sprossregion austreiben und sich ein erkennbarer holziger Stamm bildet (akrotoner Wuchs).

Inhaltsverzeichnis

Die besonderen Merkmale der Bäume

Baumstamm: Morphologie baumförmiger Lebensformen

Bild:Buchenstamm.jpg
Mächtiger Buchenstamm
Bild:Baumstamm.jpg
Detailaufnahme eines Baumstammes

Baumartige Lebensformen haben eine unterschiedliche Morphologie (inneren Aufbau), und damit hängt zum Teil auch das charakteristische Aussehen zusammen. Assoziiert wird in der Regel der Aufbau aus Baumkrone, Baumstamm und Baumwurzeln. Doch die Wuchsformen sind vielfältiger.

Bei den baumartigen Farnen und den meisten Palmen findet sich ein einfacher Stamm, der mit einer einzigen großen Gipfelknospe endigt. Daher bilden sie keine Äste, sondern enden lediglich mit dicht übereinander stehenden, riesenhaften, meist gefiederten Blättern. Es sind damit per Definition keine echten Bäume.

Bei den echten Bäumen wächst der Spross des Keimpflänzchens heran bis zum Anfang des künftigen Baumstammes. Bei den Wuchsverhältnissen der Stämme bemerkt man aber in der Regel schon von den ersten Lebensjahren an zahlreiche Unterschiede. Entweder bildet sich der Spross an der Spitze durch seine dauernd erhalten bleibende Gipfelknospe regelmäßig weiter und wird zum geraden, bis zur höchsten Spitze durchgehenden Baumstamm. Beispiele dafür sind Fichte, Tanne und Lärche, bei denen seitlich die zahlreichen horizontal abgehenden Äste ansetzen, welche die pyramidenförmige Krone bilden. Diese wird schlanker, wenn sich auch die Äste steil am Stamm aufwärts richten, wie bei der italienischen Pappel.

Oder der Stamm zeigt zwar auch längere Zeit dieses Verhalten, doch später folgen ihm einer oder mehrere seiner Äste in bald schrägerer, bald steilerer Richtung sowohl im Höhenwuchs als in der Erstarkung nach oder überholen ihn oder übernehmen nach gänzlicher Unterdrückung des Hauptstammes allein die Fortbildung, so dass also der Stamm nicht bis in den Gipfel reicht, sondern sich in seiner Krone in mehrere starke Hauptäste teilt, wie bei der Kiefer, der Pappel, der Eiche, dem Apfelbaum und vielen anderen Bäumen. Oder es verliert der Hauptspross schon in den ersten Lebensjahren die Zellteilungsfähigkeit der Endknospe. Die Seitenknospen übernehmen das Hauptwachstum und es bilden sich Seitenäste. Da dies alljährlich geschieht, baut sich hier der Stamm aus so vielen einzelnen auseinander hervorgegangenen Ästen verschiedenen Grades auf, wie er Jahre alt ist, und erscheint dann im erwachsenen Zustand ebenso regelmäßig und gerade wie diejenigen Stämme, welche durch stetige Verlängerung einer Hauptachse gebildet sind. Diese Stammbildung ist charakteristisch für die Ulme, Buche, Hainbuche, Linde.

Die Bäume können bei ungestörter Vegetation und unter günstigen Verhältnissen ein außerordentliches Alter erreichen. Mit dem hohen Alter, das oft mehrere Jahrhunderte betragen kann, ist in der Regel eine ungewöhnliche Dicke des Stammes, aber nicht immer eine entsprechende Höhe verknüpft.

Wächst der Baum unter im Jahresrhythmus schwankenden klimatischen Bedingungen, wird jedes Jahr ein Jahresring angelegt. Mit Hilfe dieser Ringe lassen sich sowohl das Alter eines solchen Baumes als auch die Bedingungen in den einzelnen Jahren ablesen. Die Dendrochronologie nutzt dies, um altes Holz zu datieren und das Klima einer Region bis zu mehreren tausend Jahren zurückzuverfolgen.

Bild:Windbruch.jpg
Windbruch von Fichten

Die Ausbildung dauerhaften Holzes bringt für den Baum bestimmte Probleme und Schädigungen mit sich. Hierunter fallen vor allem Insektenschäden, Windbruch (Baumteile brechen ab), Windwurf (der Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gehebelt), Schneebruch (Baumteile unter schweren Schneelasten brechen ab), Blitzschaden (Stammteile werden abgesprengt), Frost (Trockenschaden durch Transpiration bei gefrorenem Boden, Stammrisse) und bei Jungbäumen übermäßiger Wildverbiss und Schälung. Die verschiedenen Krankheiten, von denen Bäume befallen werden können, bezeichnet man als Brand, Krebs, Grind oder Schorf, Baumkrätze, Rost, Mehltau, Rot- oder Kernfäule, Gelbsucht, Harzfluss, Gummifluss, Darrsucht, Wassersucht sowie das Aufspringen der Rinde. Zu Missbildungen an Bäumen zählt man die Maserkröpfe, die Hexenbesen oder Wetterbüsche sowie die Gallen.

Aufbau des Baumstammes

Bild:Stamm.svg

Ein Querschnitt durch einen Baumstamm zeigt verschiedene Holzarten. Ganz innen befindet sich das Mark und das abgestorbene Kernholz, das keine Nährstoffe mehr transportiert. Weiter außen befindet sich das Splintholz, das sich bei so genannten Kernholzbäumen deutlich vom Kernholz abhebt; es ist dunkler und härter. Bei der Eibe ist dies sehr gut sichtbar. Bei Reifholzbäumen unterscheiden sich die beiden Holzsorten nur in der Härte, sind aber beide splintfarben. Splintholzbäume wie zum Beispiel die Birke besitzen nur Splintholz. Ein weiterer Unterschied zwischen Splint- und Kernholz, der vor allem beim Bogen ausgenutzt wird, ist der, dass sich Splintholz gut dehnen und Kernholz gut zusammendrücken lässt – umgekehrt aber nicht.

Die äußerste Schicht bildet die Baumrinde. Sie besteht aus der Bastschicht, die in Wasser gelöste Nährstoffe transportiert, und der Borke, die den Baum vor Umwelteinflüssen und Schädlingen schützt.

Zwischen der Bastschicht und dem Holz befindet sich das Kambium. Diese Wachstumsschicht bildet das Holz und die Bastschicht.

Hinsichtlich des inneren Baues des Baumstammes weichen die zu den Einkeimblättrigen gehörenden baumförmigen Lebensformen, nämlich die Palmen, von den echten Bäumen erheblich ab. Bei ersteren stehen die Gefäßbündel im Grundgewebe zerstreut, weshalb es auch keinen Kambiumring, keinen Holzzylinder und somit auch kein fortdauerndes Dickenwachstum des Stammes gibt. Bei den zu den Dikotyledonen gehörenden Bäumen besitzt der Stamm schon in der frühesten Jugend als dünner Stängel einen unter der Rinde gelegenen Kreis von Leitbündeln, welcher den Rindenbereich vom innen liegenden Mark scheidet. Dieser Leitbündelring stellt in seiner inneren, dem Mark anliegenden Hälfte das Holz und im äußeren, an die Rinde angrenzenden Teil den Bast dar; zwischen beiden zieht sich der Kambiumring hindurch. Dieser wird aus zarten, saftreichen, sich ständig teilenden Zellen gebildet und vergrößert durch seinen laufenden Zellvermehrungsprozess die beiderseits ihm anliegenden Gewebe. So wird alljährlich an der Außenseite des Holzringes eine neue Zone Holzgewebe angelegt, wodurch die Jahresringe des auf diese Weise erstarkenden Holzkörpers entstehen, die man als konzentrische Linien am Stammquerschnitt wahrnimmt. Andererseits erhält aber auch der weiter außen liegende Bast an seiner Innenseite einen jährlichen, wenn auch weit geringeren Zuwachs. Auf diese Weise kommt die dauernde Verdickung des Stammes und aller seiner Äste sowie auch der Wurzeln zustande.

Die Wurzel

Auch in der Wurzelbildung unterscheiden sich die Bäume. Manche behalten die Hauptwurzel, die sich am Keimpflänzchen entwickelt, ihr ganzes Leben hindurch. Die Hauptwurzel wächst dann als gerade, dicke Pfahlwurzel tief in den Boden hinab, was besonders für die Eiche charakteristisch ist. In anderen Fällen bleibt die Pfahlwurzel frühzeitig zurück; aus dem Stock entwickeln sich mehrere Seitenwurzeln, und diese wachsen entweder auch zu beträchtlicher Tiefe in schiefer Richtung in den Boden hinein, wie zum Beispiel bei der Linde, oder sie halten sich nur oberflächlich und breiten sich dabei oft weit im Umkreis aus, wie bei den Pappelarten. Überdies erzeugt ein stets lockerer und tiefgrundiger Boden eine tiefere Wurzelausbildung. Ist die Bodenbeschaffenheit dagegen bindiger und flachgrundiger, kommt es zu einer oberflächlicheren Wurzelausbildung. Bei einigen Baumarten bilden diese flachen Wurzeln neue Triebe aus, so genannte Wurzelbrut. Die einkeimblättrigen baumförmigen Lebensformen haben nie eine Pfahlwurzel; ihr Stamm endet nahe unter der Bodenfläche und ist mit seitlich aus ihm hervorkommenden Nebenwurzeln im Erdreich befestigt.

Die Blätter

Bild:Blatt einer Buche.jpg
Eine 80jährige Buche hat etwa 800.000 Blätter
Bild:Illustration Ulmus carpinifolia0.jpg
Bei Blüten der Ulmen sind die Blütenhüllblätter reduziert, also bestehen sie im Wesentlichen aus dem Stempel und den Staubblättern, sind klein und unauffällig

Die Gestalt der Blätter (Laub) ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal. So kann der Baum entweder Laubblätter unterschiedlicher Formen oder Nadelblätter tragen.

Nicht minder brauchbar zur Unterscheidung im winterlichen Zustand sind die Knospen des Baumes. Manche Bäume sind überdies mit Dornen ausgestattet. Dies sind entweder kurze Zweige, die mit dorniger Spitze enden (Weißdorne, Wildform von Obstbäumen), oder es sind stachelartig ausgebildete Nebenblätter wie etwa bei der Gewöhnlichen Robinie.

Ein Europäischer Laubbaum trägt durchschnittlich 30.000 Blätter. An warmen Sommertagen können so mehrere hundert Liter Wasser zum Kühlen verdunsten.

Am Beispiel einer 80-jährigen, allein stehenden Rotbuche: In diesem Lebensalter ist der Baum 25 m hoch, und seine Baumkrone mit einem Durchmesser von 15 m bedeckt eine Standfläche von 160 m². In ihren 2.700 m³ Rauminhalt finden sich 800.000 Blätter mit einer gesamten Blattoberfläche von 1.600 m², deren Zellwände zusammen 160.000 m² Fläche betragen. Pro Stunde verbraucht diese Buche 2,352 kg Kohlenstoffdioxid, 0,96 kg Wasser und 25.435 Joule (Solarenergie), im gleichen Zeitraum stellt sie 1,6 kg Traubenzucker her und deckt mit 1,712 kg Sauerstoff den Verbrauch von zehn Menschen. Die 15 m³ Holz des Baumes wiegen trocken 12.000 kg, allein 6.000 kg davon sind Kohlenstoff.

Solche Beispiele dürfen jedoch nicht ohne Weiteres auf Bäume im Wald angewendet werden, denn der effektive Wirkungsquerschnitt eines freistehenden Baumes für die Photosynthese ist deutlich größer als die Standfläche, die wiederum größer ist als der effektive Wirkungsquerschnitt des Waldbaumes – da die Sonne in Mitteleuropa nicht senkrecht scheint. Zudem verbrauchen die Bäume einen Teil des Sauerstoffes für Wachstums- und Erhaltungsprozesse.

Die Blüten

Die Blüten der Bäume aus gemäßigten Breiten sind manchmal verhältnismäßig unscheinbar, bei einigen Taxa sind einzelne Blütenblattkreise reduziert. Einige Baumarten gemäßigter Breiten haben eingeschlechtliche Blüten. Dabei sitzen die Blüten beider Geschlechter entweder auf demselben Baum (einhäusig) (zum Beispiel Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Erle und Nussbaum) oder auf verschiedenen (zweihäusig), so dass man männliche und weibliche Bäume zu unterscheiden hat (unter anderen bei Weiden und Pappeln). Andere Bäume wie Obstbäume, Rosskastanie und viele Bäume der wärmeren Klimate haben Zwitterblüten, die sowohl Staub- als auch Fruchtblätter ausbilden.

Bild:Eicheln.jpg
Eicheln, die Früchte der Eiche

Frucht- und Samenbildung

Die Frucht- und Samenbildung zeigt weniger Eigentümlichkeiten. Bei den meisten Bäumen fällt die Reife in den Sommer oder Herbst des selben Jahres; nur bei den Kiefernarten erlangen die Samen und die sie enthaltenden Zapfen erst im zweiten Herbst nach der Blüte vollständige Ausbildung. Die Früchte sind meistens nussartig mit einem einzigen ausgebildeten Samen, oder sie zerfallen in mehrere einsamige, nussartige Teile, wie bei den Ahornen. Saftige Steinfrüchte, ebenfalls mit einem oder wenigen Samen, finden sich bei den Obstbäumen, Kapseln mit zahlreichen Samen bei den Weiden und Pappeln.

Entwicklung baumförmiger Pflanzen

Baumförmige Pflanzen in der Erdgeschichte

Die ersten höheren Bäume kennt man aus dem Karbon. Sie gehörten zu den Schachtelhalmgewächsen, den Bärlappgewächsen und den Farnen. Sie besaßen verholzte Stämme, die auch ein sekundäres Dickenwachstum aufwiesen. Fossile Gattungen sind beispielsweise Lepidodendron und Sigillaria. Die Ablagerungen dieser Bäume bilden die Steinkohle.

Die weitere Evolution der Pflanzen bringt im Perm die Samenpflanzen hervor, die Nacktsamer werden als Bäume immer wichtiger, bis sie in der Kreidezeit von den Angiospermen in ihrer Bedeutung abgelöst werden.[1]

Baumförmige Pflanzen heute

Bild:SenegalBaobab.jpg
Baobab – Charakterbaum der semi-ariden Savannen Afrikas

Baumförmige Lebensformen kommen in sechs verschiedenen Pflanzengruppen vor:

Echte Bäume sind die Laubbäume (aus den Bedecktsamern), die Nadelbäume (aus den Nadelholzgewächsen) sowie der Sonderfall Ginkgo biloba (einziger noch existierender Vertreter der Ginkgogewächse). Diese drei Pflanzengruppen haben verholzte Stämme.

Daneben kommen drei kleinere Pflanzengruppen vor, die baumartige Strukturen ausbilden: die Palmen, die Palmfarne und die Baumfarne. Diese drei Gruppen besitzen kein echtes Holz mit Dickenwachstum. Daher ist der Stammdurchmesser relativ gleichmäßig. Der Stamm entsteht aus den Blattansätzen.

Die Baumform findet sich hauptsächlich in rund 50 höheren Pflanzenfamilien. Dagegen fehlt die Baumform bei Algen, Moosen, Liliengewächsen, Iridaceae, Hydrocharitaceae, Orchideen, Chenopodiaceae, Primelgewächsen und meist auch bei den Lamiales, Convolvulaceae, Enziangewächsen, Glockenblumengewächsen, Cucurbitaceae, Doldengewächsen, Saxifragaceae, Papaveraceae, Ranunculaceae oder Caryophyllaceae.

Ökologie

Wald

Bild:Kiefer-1.jpg
Waldkiefer bzw. Föhre aus der Froschperspektive

Von großem Einfluss auf die Wuchsform ist bei allen Bäumen der Umstand, ob sie frei stehen oder eng mit anderen Bäumen zusammen aufgewachsen sind. So kann zum Beispiel bei der Rotbuche, wenn sie frei steht, eine Krone schon in geringer Entfernung vom Boden entstehen, indem hier nicht selten wenig über Mannshöhe die ersten, horizontal ausstreichenden Äste sich am Stamm ausbilden. Im geschlossenen Rotbuchenwald dagegen tragen die säulenförmigen Stämme erst in sehr beträchtlicher Höhe spitzbogenartig aufstrebende Äste, auf denen sich erst dann das Laubdach über den hohen Säulenhallen ausbreitet. Ähnliche Verhältnisse zeigen auch meistens die anderen Bäume bei freiem und bei geschlossenem Stand.

Verbreitungszentren, Diversität

In den Tropen findet sich der üppigste Baumwuchs; zudem sind es lauter eigentümliche Baumarten, welche dort die Urwälder bilden. Sie gehören vorzugsweise den Familien der Palmen, Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), Brennnesselgewächse (Urticaceae), Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), Bombacaceae, Byttneriaceae, Mahagonigewächse (Meliaceae), Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und Sapotaceae an.

In der subtropischen Zone findet man Bäume unter den immergrünen Myrtengewächsen (Myrtaceae) und Lorbeergewächsen (Lauraceae) sowie Silberbaumgewächsen (Proteaceae), denen sich in der wärmeren gemäßigten Zone andere immergrüne Bäume anschließen, so die immergrünen Eichen, Granatbäume, Orangen und Zitronen, Ölbäume, Feigen sowie Myrte und Lorbeer. Dagegen sind in der kälteren gemäßigten Zone die laubwechselnden Bäume vorherrschend. Eichen- und Buchenwälder, Linden, Ulmen, Eschen, Pappeln, Weiden sind hier charakteristisch.

Und obgleich auch hier bereits Nadelhölzer in zusammenhängenden Waldungen auftreten, werden diese doch erst in der subarktischen Zone eigentlich vorherrschend, wo die Laubbäume einer nach dem anderen verschwinden. Überhaupt werden die Bäume, je mehr man sich den Polarkreisen nähert, geringer an Zahl und kleiner. Eichen, Linden, Eschen, Ahorne und Buchen hören in Schweden schon diesseits des 64. Grades nördlicher Breite auf. Jenseits dieser Breite besteht die Baumvegetation hauptsächlich aus Fichten und Tannen, die in zusammenhängenden Waldungen nordöstlich noch über den 60. Grad hinausreichen, sowie aus Birken, die in zusammenhängenden Waldungen sich fast bis zum 71. Grad nördlicher Breite erstrecken, und zum Teil aus Ellern und Weiden.

Auch die Höhe über dem Meeresspiegel hat auf die Ausbreitung und Höhe der Bäume, natürlich im Verhältnis zur Entfernung vom Äquator und zum Klima, bedeutenden Einfluss. In den Anden finden sich noch bis 94 m unter der Schneelinie ansehnliche Bäume; bis 2825 m Höhe gedeihen noch Wachspalmen, mehrere Cinchonen und Eskallonien. Unter 30 Grad nördlicher Breite, wo die Schneegrenze bei 4048–4080 m liegt, kommen auf dem Himalaja, nördlich von Indien, noch in 3766 m Höhe Baumgruppen vor, die aus Eichen und Fichten bestehen. Ebenso sind in Mexiko, unter 25–28 Grad nördlicher Breite, die Gebirge bis 3766 m mit Fichten und bis 2825 m hoch mit mexikanischen Eichen bedeckt. In den Alpen des mittleren Europas hört der Holzwuchs bei einer Höhe von 1570 m, im Riesengebirge bei 1193 m und auf dem Brocken bei 1005 m auf. Eichen und Tannen stehen auf den Pyrenäen noch bis zu einer Höhe von 1883 m; dagegen wächst die Fichte auf dem Sulitelma in Lappland, bei 68 Grad nördlicher Breite, kaum in einer Höhe von 188 m, die Birke kaum in einer von 376 m.

Bäume und Menschen

Mit der Lehre von den Bäumen (Gehölzen), welche in einem bestimmten Land im Freien gedeihen, beschäftigt sich die Dendrologie. Anpflanzungen von Bäumen in systematischer oder pflanzengeographischer Anordnung, die Arboreten, dienen ihr zu Beobachtungs- und Versuchszwecken. Bäume können vegetativ, das heißt durch Pflanzenteile, oder generativ durch Aussaat vermehrt werden. Bei der Pflanzung von Gehölzen in Garten und Landschaft sollten Pflanzregeln eingehalten werden.

„Kein anderes Geschöpf ist mit dem Geschick der Menschheit so vielfältig, so eng verknüpft wie der Baum.“

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schrieb der Historiker Alexander Demandt und hat dem Baum mit Über allen Wipfeln – Der Baum in der Kulturgeschichte ein umfangreiches Werk gewidmet. Für ihn beginnt die Kulturgeschichte mit dem Feuer, das der Blitz in die Bäume schlug und mit dem Werkzeug, für das Holz zu allen Zeiten unentbehrlich war.

Nutzung

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Baumstämme von Weißtannen aus Gersbach (Südschwarzwald) stützen auf der Expo 2000 das größte freitragende Holzdach der Welt

Die Menschheit versorgen Bäume durch den Vorgang der Photosynthese mit dem für sie so wichtigen Atemgas Sauerstoff und durch Holzbildung mit nachwachsendem Rohstoff für Bauwerke sowie zur Energiegewinnung (Energieumwandlung).

Baumkulturen zum Zweck der Gewinnung von Holz, Zweigen, Rinden, Laub, Blüten, Früchten, Samen oder einzelnen chemischen Bestandteilen (Terpentin, Zucker, Kautschuk, Balsame, Alkaloide etc.) bilden einen Teilbereich der Forstwirtschaft, der Landschafts- und Nutzgärtnerei. Dieser Anbau erfolgt auch heute häufig noch in Form von Plantagen. Zu diesem Zweck werden seit Generationen zum Wohle der Menschheit in der Pflanzenzucht Klone von Bäumen erzeugt. Dies erfolgt durch die Verbreitung und Vermehrung etlicher Obstsorten mittels Pfropfen, wobei die bekannten, gewollten Eigenschaften der Früchte einer Obstsorte auf einen jungen Baum übertragen werden. Zurückgegangen ist dagegen die Nutzung von Streuobstwiesen, die früher in vielen Gebieten Mitteleuropas landschaftsprägend waren.

Kulturelles

Dieser Bedeutung entsprechend, ist auch ein vielfältiges Brauchtum mit dem Baum verknüpft. Das reicht vom Baum, der zur Geburt eines Kindes zu pflanzen ist, über den Maibaum, der in manchen Regionen immer noch in der Nacht zum ersten Mai der Liebsten verehrt, dem Kirmesbaum und dem Weihnachtsbaum, unter dem gefeiert und dem Richtbaum, der zur Feier eines neu errichteten Hauses auf dem Dachstuhl aufgesetzt wird, bis zum Baum, der auf dem Grab gepflanzt wird. Nationen und Völkern werden bestimmte, für sie charakteristische Bäume zugeordnet. Eiche und Linde gelten als typisch „deutsche“ Bäume. Die Birke symbolisiert Russland, und der Baobab gilt als der typische Baum der afrikanischen Savanne. In Bayern gibt es auch den Hungerbaum Hungerbaum welcher eine alte Tradition in Bayern darstellt.

Unter der Gerichtslinde wurde Recht gesprochen und unter der Tanzlinde gefeiert. Kelten, Slawen, Germanen und Balten haben einst in Götterhainen Bäume verehrt, und das Fällen solcher Götzenbäume ist der Stoff zahlreicher Legenden, die von der Missionisierung Nord- und Mitteleuropas berichten.

Mythologie und Religion

In vielen Mythen existiert ein Weltenbaum, der die Weltachse darstellt, um die der Kosmos gruppiert ist.

In vielen alten Kulturen und Religionen wurden Bäume oder Haine als Sitz der Götter oder anderer übernatürlicher Wesen verehrt. So spielt der Baum in den Mythen der Völker auch als Lebensbaum (zum Beispiel die Sykomore bei den Ägyptern oder der Baum des Lebens in der jüdischen Mythologie), als Baum der Unsterblichkeit (der Pfirsichbaum in China) oder als Symbol des Erwachens im Buddhismus (der Bodhibaum) eine Rolle.

In der Bibel

Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie zum Beispiel den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva laut 1. Mose/Genesis 3:7 nach ihrem Sündenfall ihre Blöße bedeckten. Im 1. Buch Mose, der Genesis, wird in Kapitel 1 in den Versen 11 und 12 berichtet, dass Gott die Bäume und insbesondere die fruchttragenden Bäume in seiner Schöpfung der Welt hervorbrachte. Zwei Bäume jedoch spielen in der Bibel eine entscheidende Rolle: der Baum des Lebens sowie der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. So hat der Baum auch in der christlichen Ikonographie eine besondere Bedeutung. Dem Baum als Symbol des Sündenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, steht häufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenüber. Ein dürrer und ein grünender Baum symbolisieren in den Dogmenallegorien der Reformationszeit den Alten und den Neuen Bund. In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten wie auch ihre Blätter, Zweige und Früchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der menschlichen Seele hin, der Ölbaum auf den Frieden und ist ein altes marianisches Symbol für die Verkündigung an Maria. Der Zapfen der Pinie weist auf die Leben spendende Gnade und Kraft Gottes hin, die Stechpalme, aus deren Zweigen nach der Legende die Dornenkrone gefertigt war, auf die Passion Christi.

In Mitteleuropa heimische und häufige Baumarten

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Lärchen-Mischwald im Herbst

Zu den in Mitteleuropa heimischen Laubbäumen zählen die Ahorne, Birken, Buchen, Eichen, Erlen, Eschen, Linden, Mehlbeeren, Pappeln, Ulmen und Weiden.

Typische Nadelbäume sind die Fichten, Kiefern, Lärchen, Tannen und Eiben.

In Mitteleuropa häufig vorkommende Baumarten, der in diesem Gebiet ursprünglich nicht beheimatet sind, sind die Gewöhnliche Robinie, der Walnussbaum und viele Obstbäume. Sie alle sind Neophyten.

Eine detaillierte Aufstellung bietet die Liste von Bäumen und Sträuchern in Mitteleuropa.

Extreme Bäume

Literatur

Einführungen/Übersichten

Hervorragende Einführung, bestehend aus einem systematischen Teil und einem Wörterbuch der Dendrologie.
  • Helmut J. Braun: Bau und Leben der Bäume. 4. Auflage. Rombach, Freiburg 1998, ISBN 3-7930-9184-8.
Allgemeinverständliche und reichhaltig illustrierte Einführung in Baumanatomie und -physiologie.
  • Claus Mattheck: Design in der Natur. Rombach, Freiburg im Breisgau 1997, ISBN 3793091503
  • Peter Schütt, Hans Joachim Schuck, Bernd Stimm: Lexikon der Forstbotanik. Morphologie, Pathologie, Ökologie und Systematik wichtiger Baumarten. ecomed, Landsberg 1992, ISBN 3-609-65800-2.

Bestimmungsbücher

  • Andreas Roloff & Andreas Bärtels: Flora der Gehölze: Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Ulmer-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8001-4832-3.
Die aktuelle und zugleich umfassendste Gehölzflora; mit einem Winterbestimmungsschlüssel von Bernd Schulz.
  • Ulrich Hecker: BLV Handbuch Bäume und Sträucher. BLV Verlag, München 1995, ISBN 3-405-14738-7.
Bestimmungsbuch und Nachschlagewerk in einem.
  • Alan Mitchell, John Wilkinson und Peter Schütt: Pareys Buch der Bäume. Nadel- und Laubbäume in Europa nördlich des Mittelmeeres (OT: The Trees of Britain and Northern Europe). Paul Parey, Hamburg – Berlin 1987, ISBN 3-490-19518-3.
  • Angelika Lüttig, Juliane Kasten: Hagebutte & Co – Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-935980-90-6.

Kulturgeschichte

  • Alexander Demandt: Über allen Wipfeln – Der Baum in der Kulturgeschichte. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-4121-3501-1.
  • Federico Hindermann (Hrsg.): „Sag' ich's euch, geliebte Bäume...“. Texte aus der Weltliteratur. Manesse, Zürich 1984, ISBN 3-7175-1672-8.
  • Doris Laudert: Mythos Baum – Was Bäume uns Menschen bedeuten. Geschichte, Brauchtum, 30 Baumporträts. BLV, München, 2001, ISBN 3-405-15350-6.
  • Graeme Matthews, David Bellamy: Bäume. Eine Weltreise in faszinierenden Fotos (OT: Trees of the World). BLV, München 1993, ISBN 3-405-14479-5.
  • Romano Guardini, Karl-Heinz Raach, Maria Pelz: Kontemplation unter Bäumen/Contemplazione sotto gli Alberi. Grünewald – Morcelliana, Mainz – Brescia 2002, ISBN 3-7867-2364-8.
  • Anette Lenzing: Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland. Langewiesche, Königstein im Taunus 2005. ISBN 3-7845-4520-3.
  • Gerd und Marlene Haerkötter: Macht und Magie der Bäume: Sagen - Geschichte - Beschreibungen. Eichborn Verlag, Frankfurt a. M. 1989, ISBN 3-8218-1226-5.

Filmographie

Weiterführendes

Bild:Unusual tree shape seen in VT.jpg
Krummer Baum in Vermont, USA


wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Baum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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Informationen über verschiedene Baumarten

Informationen über seltene mitteleuropäische Baumarten

Quellen

  1. Büdel, B.: Vorlesungsskript Pflanzenökologie I - 3. Floren- und Vegetationsgeschichte. TU Kaiserslautern. [1]
  2. Eberbach hat den Längsten
  3. Strasburger: Lehrbuch der Botanik. S. 423

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