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Bauchfrei

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Bauchfreie Kleidung
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Bauchfreie Kleidung macht nicht nur den Bauchnabel sichtbar - siehe Arschgeweih

Bauchfrei steht für eine modische Kleidungsweise für meist junge Frauen, die seit etwa Ende der 80er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in den westlichen Industriestaaten stark in Mode gekommen ist. Sie ist dadurch charakterisiert, dass die Kleidung in Höhe des Bauchnabels oder knapp darunter einen Querspalt an der Vorderseite des Körpers unbedeckt lässt, durch den der Blick auf die Haut des Unterleibs oder Bauchs freigegeben wird.

In historischen Darstellungen gibt es Belege dafür, dass eine ähnliche Kleidungsweise auch in früheren Kulturen praktiziert wurde, dort aber meistens in Zusammenhang mit Baden oder Riten. Überlieferungen auf Vasen und in Wandmalereien gibt es aus der klassischen Antike.

Die ursprüngliche Motivation des modernen „bauchfrei“-Tragens liegt im Wunsch, dadurch die sexuelle Attraktivität zu steigern. Dabei geht es nicht nur darum, mehr Haut zu zeigen, sondern besonders darum, den bei den gängigsten Sexualpraktiken unmittelbar nah sichtbaren Körperbereich zu entblößen. Außerdem verbinden viele Menschen in westlichen Kulturen erotische Assoziationen mit dem weiblichen Bauchnabel und die Entblößung des Bauchs erlaubt eine Beurteilung der Schlankheit, Jugend und Sportlichkeit der Frau (drei Attraktivitätsmerkmale).

Diese Mode wird kontinuierlich umstritten, weil zum einen nicht alle gezeigten Bäuche von allen Menschen als ästhetisch empfunden werden und weil zum anderen der entblößte Bauch junger Frauen mit seinem starken erotischen Reiz von manchen Betrachtern in Kombination mit dem gesellschaftlich erwarteten Triebverzicht als Qual empfunden wird. An Orten, die definitionsmäßig primär einem anderen Zweck als dem des Kennenlernens und der Partnerwahl zugeordnet sind, werden Verbote der „bauchfreien“ Mode diskutiert. So gibt es immer wieder Vorschläge für Kleiderordnungen an Schulen. Problematisiert wird dabei weniger das Verhalten der „bauchfrei“ tragenden jungen Frauen und Mädchen, sondern dessen (vermutete) Wahrnehmung durch Männer (vgl. Abschnitt über „andere Kulturen“). Eine der bekanntesten Verfechterinen für die bauchfreie Mode ist die Schauspielerin und Sängerin Jeanette Biedermann.

Fünfzehn Jahre später hat die Kritik massiv nachgelassen. Die Kleidungsweise gehört in manchen Kreisen zum guten Ton und wird zunehmend auch von Frauen getragen, die nicht ganz dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechen. Demzufolge sind Bestrebungen auszumachen, der Entblößung wieder eine elegant verdeckende Mode entgegenzustellen.

Häufiger Kritikpunkt gegen das Tragen „bauchfreier“ Mode in der kühleren Jahreszeit ist die Gefahr, sich Nieren- oder Blasenentzündungen, ggf. chronisch, zuzuziehen. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht haltbar, da es sich dabei um viral/bakterielle Erkrankungen handelt. Ebensowenig haltbar ist die volkstümliche Vorstellung, dass dabei zum Schutz vor Kälte verstärkte Speckbildung in dieser Körperregion auftritt. Dennoch ist aufgrund des schlechten Kälteschutzes der kurzen Kleidung eine geringere Immunabwehr des Körpers gegenüber einer gemeinen Erkältung wahrscheinlich.

In einigen Kulturen, z. B. in arabischen Ländern, wird „bauchfreie“ Mode als sexueller Affront verstanden. Speziell bei Reisen in muslimische Länder ist deswegen auf die möglicherweise gewohnte aufreizende Mode zu verzichten, will man sich nicht die Verachtung der einheimischen Bevölkerung zuziehen oder Opfer von Übergriffen werden.


Siehe auch: Schulterfrei

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