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Basenpaar

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Bild:Base pair hydrogen bonding.jpg
Strukturformel eines GC und AT Basenpaars

Als Basenpaar bezeichnet man zwei Basen der Nukleotide in der DNA oder RNA, die zueinander komplementär sind und durch Wasserstoffbrückenbindungen zusammengehalten werden. Die Anzahl der Basenpaare eines Gens stellt ein wichtiges Maß der Information dar, die im Gen gespeichert ist. Sie wird in

  • bp = Basenpaaren und
  • kbp oder kb = Kilo-Basenpaaren (1000 Basenpaaren) gemessen.

Die Längen für größere DNA-Abschnitte werden auch in

  • Mbp oder Mb = Megabasenpaaren angegeben.

Ein bp entspricht einer Informationsmenge von 2 Bit, da es vier verschiedene Werte darstellen kann.

Die durchschnittliche Masse eines Basenpaars in einer 2-strängigen DNA beträgt 650 Atomare Masseneinheiten, die in diesem Kontext auch als Dalton bezeichnet werden. Damit ergibt sich für eine bestimmte Sorte DNA eine Molare Masse von etwa 650 g pro Mol pro Basenpaar.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung der Basenpaare

Die Basenpaarung spielt eine wesentliche Rolle für die DNA-Replikation, für die Transkription und Translation im Zuge der Proteinbiosynthese sowie für vielfältige Ausgestaltungen der Tertiärstruktur von Nukleinsäuren.

  • Replikation: Die neuen Nukleotid-Stränge erhalten durch die Basenpaarung die komplementäre Basensequenz zu den beiden Vorlagensträngen.
  • Transkription: Die mRNA, tRNA und rRNA erhält durch die Basenpaarung die zum codogenen Strang der DNA komplementäre Basensequenz, wobei A mit U gepaart wird.
  • Die drei Basen des Anticodons der tRNAs paaren sich mit den komplementären Basentriplett der mRNA. Dadurch entsteht die von der DNA codierte Aminosäuresequenz der Eiweiße. Hier treten auch die Wobble-Paarunge bei der Paarung der 3. Base eines Codons der mRNA mit der 1. Base der tRNA auf.

(siehe dazu Wobble-Hypothese und Genetischer Code)

Paarungsregeln

Watson-Crick-Paarungen

Watson und Crick stellten fest, dass in der DNA die Menge der Basen Adenin (A) und Thymin (T) stets im Verhältnis 1 : 1 ist, ebenso beträgt das Verhältnis der Basen Guanin (G) und Cytosin (C) 1 : 1. Dagegen variiert das Mengenverhältniss A : G beziehungsweise C : T stark. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass A-T und G-C jeweils komplementäre Basenpaare bilden.

In der tRNA und rRNA treten ebenfalls Basenpaarungen, wenn der Nukleotid-Strang Schleifen bildet und sich dadurch komplementäre Basensequenzen gegenüber stehen. Da in der RNA statt Thymin nur Uracil eingebaut wird, sind die Paarungen A-U und G-C.

Ungewöhnliche Paarungen

Ungewöhnliche Paarungen treten vor allem in tRNAs und in Tripelhelices auf. Sie folgen zwar dem Watson-Crick-Schema, bilden aber andere Wasserstoffbrückenbindungen aus: Beispiele sind Reverse-Watson-Crick-Paarungen, Hoogsteen-Paarungen (benannt nach Karst Hoogsteen, geboren 1923) und Reverse-Hoogsteen-Paarungen

Bild:GCreverse.png
G-C-reverse Paarung
Bild:AUreverse.png
A-U-reverse Paarung
Bild:AUHoogsteen.png
A-U Hoogsteen-Paarung
Bild:AUreverseHoog.png
A-U-reverse Hoogsteen-Paarung

Wobble-Paarungen

Die Bezeichnung bezieht sich auf die Wobble-Hypothese von Francis Crick (1966). Wobble-Paarungen sind die nicht Watson-Crick-Paarungen G-U oder G-T und A-C:

Bild:GUWobble.png
G-U Wobble-Paarung
Bild:GUreverseWobble.png
G-U-reverse Wobble-Paarung
Bild:ACreverseHoog.png
A-C-reverse Hoogsteen-Paarung
Bild:ACreverseWobble.png
A-C-reverse Wobble-Paarung


Siehe auch: Genetik, Genexpression, Homöobox, Attenuation, Wobble

Weblinks

  • [1] Eine große Datenbank mit allen möglichen Strukturen und weiteren Angaben
Wikipedia
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