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Basar

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert Markt; zu anderen Bedeutungen siehe Basar (Begriffsklärung).
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Touristen-Basar in Luxor, Ägypten

Als Basar (persisch: Markt oder Kaufhalle, von bas + ar = wieder + Holen > Handeln; arabisch Souk), bezeichnet man

  • eine überdachte Straße, einen Straßenzug oder eine Gewerbestraße mit Geschäften in einer orientalischen Stadt, die eine Art Kombination aus einer europäischen Einkaufsstraße und einem Marktplatz aufweist,
  • eine Veranstaltung, bei der meistens kleinere Gegenstände verkauft und die Einnahmen zu wohltätigen Zwecken verwendet werden (Wohltätigkeitsbasar),
  • ein Warenhaus im europäisch-nordamerikanischen Bereich (alte, heute unübliche Begriffsbedeutung),
  • in vielen Regionen des ehemaligen Ostblocks einen Markt.

Ein Kennzeichen orientalischer Basare ist die Aneinanderreihung von Geschäften, die Waren derselben Kategorie (z.B. Schuhe, Gewürze, Stoffe) verkaufen (Branchensortierung). Im Gegensatz dazu bemühen sich mitteleuropäische Händler seit der Industrialisierung eher um Gebietsschutz, versuchen also, sich räumlich möglichst deutlich von konkurrierenden Händlern zu distanzieren. Ein weiteres Kennzeichen des Basars ist die funktionale Verflechtung von Groß- und Einzelhandel. Der Basar liegt meistens in der Nähe der Hauptmoschee.

Auf einem orientalischen Basar ist es allgemein üblich, die Preise durch Verhandeln (Feilschen) zu bestimmen. Wenn überhaupt Preisschilder vorhanden sind, dann dienen diese lediglich der Orientierung bzw. als Einstiegsgebot des Verkäufers. Wort- und gestenreich zu verhandeln, ist nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht. Westliche Touristen, die aus Angst, Unkenntnis oder Großzügigkeit darauf verzichten, werden in vielen orientalischen Ländern sogar als unhöflich oder arrogant angesehen.

Basare sind beliebte Anziehungspunkte für Touristen, die sich vom Farbenreichtum und den exotischen Düften in Urlaubsstimmung versetzen lassen und auch bei den angebotenen Waren gerne zugreifen. In Urlaubsgegenden haben sich viele Basarhändler daher inzwischen auf die Zielgruppe der Touristen und damit den Verkauf von Reiseandenken spezialisiert. So sind (zum Teil riesige) Touristenbasare entstanden, auf denen kaum noch Waren gehandelt werden, die für einen Einheimischen von Interesse wären. Aufgrund der großen Konkurrenz der zahlreichen Händler werden die potenziellen Kunden vielerorts nicht gerade zimperlich behandelt, sondern ständig angesprochen, oft auch festgehalten und im Fall einer negativen Kaufentscheidung gelegentlich sogar beschimpft. Reiseführer warnen darüber hinaus vor dem Kauf minderwertiger, fabrikgefertiger Ware, die als angebliche "Handarbeit" zu einem überhöhten Preis an unerfahrene Touristen verkauft werden soll. Vor diesem Hintergrund werden solche Basare oft als "Touristenfallen" eingestuft, was ihrer Magnetwirkung auf Urlauber aber keinen Abbruch tut, zumal es auch dort durchaus attraktive, qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen gibt.

"Basar-ähnliche Verhältnisse"?

Mit der Abschaffung des Rabattgesetzes in Deutschland am 25. Juli 2001 wurde es möglich, dem Endverbraucher mehr als die bis dahin maximal zulässigen drei Prozent Rabatt (Skonto) zu gewähren. Diese Neuerung wurde nicht von allen Seiten positiv bewertet. So befürchteten Kritiker, die Gesetzesänderung führe letztlich zu "Basar-ähnlichen Verhältnissen", da statt End- zunehmend nur noch Orientierungspreise ausgezeichnet würden.

In diesem Vorwurf schwingen Vorurteile mit: Händlern auf orientalischen Basaren wird damit pauschal unterstellt, im Gegensatz zum wohl geordneten und staatlich überwachten westeuropäischen Fachhandel zu Ungenauigkeiten und sogar Betrügereien zu neigen und Waren minderwertiger Qualität anzubieten.

Zitat

  • Neben den Läden, wo nur verkauft wird, gibt es viele, vor denen man zusehen kann, wie die Gegenstände erzeugt werden. So ist man von Anfang an dabei, und das stimmt den Betrachter heiter. Denn zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, dass wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus hässlichen Zauberapparaten.Elias Canetti (Die Stimmen von Marrakesch, Die Suks)
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