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Barbareskenstaat

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Als Barbareskenstaaten wurden vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert Marokko, Algier, Tunis und Tripolis bezeichnet. Das Wort „Barbaresken“ wird von „Barbar“ oder den in Nordafrika lebenden „Berbern“ hergeleitet. Im 16. Jahrhundert, nach der Eroberung Granadas 1492 durch Ferdinand und Isabella und der dann bald folgenden Unterdrücken der Muslime in Spanien machten muslemische Korsaren, von denen viele aus Spanien geflohene Moriscos waren, Nordafrika zu ihrer Basis und führten von dort aus einen erbitterten Kampf gegen die christlichen Mittelmeermächte, insbesondere deren Schifffahrt und Küsten. Der bekannteste Korsarenführer war Khair ad-Din Barbarossa. Nachdem er Algier erobert hatte, unterstellte er sich und sein Herrschaftsgebiet 1518 dem osmanischen Sultan, der auf diese Weise Oberherr von Nordafrika (mit Ausnahme Marokkos) wurde und eine schlagkräftige Flotte gewann. Algier, Tunis und Tripolis waren formal Provinzen des Osmanischen Reichs, wurden jedoch seit Mitte des 17. Jahrhunderts faktisch unabhängig.

Die Barbareskenstaaten lebten von der Piraterie. Der Kriegszustand mit abendländischen Staaten gab der Piraterie die formale Legitimation der im Krieg üblichen Kaperei.

Es kam wiederholt zu europäischen und US-amerikanischen Interventionen. 1830 eroberte Frankreich Algier und kolonisierte in der Folge diesen Teil Nordafrikas.

Literatur

  • U. Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt (München 1987), S. 502-590.
  • J. M. Mössner: Die Völkerrechtspersönlichkeit und die Völkerrechtspraxis der Barbareskenstaaten (Algier, Tripolis, Tunis 1518-1830) (Berlin 1968).
  • Stephen Clissold: The Barbary Slaves (o.O. 1992).

Siehe auch

Wikipedia
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