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Bankier

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Bankier (aus dem französ. banquier) ist die historisch gewachsene Berufsbezeichnung des persönlich haftenden Inhabers einer Privatbank (siehe auch Kreditinstitut) wobei die Bezeichnung mittlerweile teilweise auch (in erweiterten Sinne) für die Vorstandsmitglieder der als Kapitalgesellschaften geführten Banken benutzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Gesetzlicher Rahmen

Im Deutschland des beginnenden 21. Jahrhunderts benötigt ein Bankier zur Berufsausübung neben dem notwendigen Privatvermögen eine schriftliche Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - BAFin - nach §§ 32, 33 KWG und muss seine Eignung und Befähigung nachweisen.

Bankier vs. Banker

Während der Begriff "Bankier" traditionell eher den Eigentümer einer Bank bezeichnet hat sich der Begriff "Banker" zu der allgemeinen Berufsbezeichnung eines Bankangestellten entwickelt.

Dr. h.c. Ludwig Poullain, ehemaliger Chef der WestLB, erläutert den Unterschied in seiner "Ungehaltenen Rede" wie folgt:

„Was den Unterschied zwischen einem Bankier und einem Banker ausmacht? Der Bankier war ein vornehmer Mann, kein Vornehmtuer, er war also ein Herr, der die Kunst und die Geduld des Zuhörens beherrschte und so souverän war, seine eigene Meinung durch das, was er aufnahm, zu korrigieren. Er räumte den Ratgebern Zeit ein, und er nahm die Sorgen derer, die sich ihm anvertrauten, ernst. Er war kein Mann des schnellen Geldmachens, sondern suchte seinen Nutzen in der Beständigkeit einer Beziehung.
Ein Banker dagegen ist ein globaler Universeller. Er weiß nicht nur alles, er weiß auch alles besser; etwa von Abläufen in Produktion und Versand, von Forschung und Entwicklung, also von Dingen, von denen er von Haus aus nur wenig wissen kann. Hat er sich einmal eine Meinung gebildet, steht sie unverrückbar fest. Sie ist nicht mehr diskutierbar. Am liebsten verkehrt er nur unter Gleichgekleideten. Gepflegte Tischsitten und strikte Beachtung der Regeln der Etikette gelten ihm als Ausdruck hochentwickelter Kultur.“ (Dr. h.c. Ludwig Poullain, FAZ vom 16. Juli 2004)

Geschichtliche Entwicklung

Zum Ende des Mittelalters, als die ersten Banken entstanden, war der Beruf des Bankiers in Europa weitgehend Juden vorbehalten, da Zinsen zu nehmen den Christen verboten war. Hier spielte später auch die Tatsache eine Rolle, dass Bankiers nur existieren können, wenn sie in guten Zeiten gute Gewinne machen, weil sie in schlechten Zeiten erhebliche Verluste hinnehmen müssen.

Aus dem dabei entstandenen Reichtum einiger weniger Juden, und dem zwangsweise nicht immer sehr freundlichen Verhalten von Gläubigern gegenüber säumigen Schuldnern, rühren auch einige der Vorurteile, die manche gegenüber Juden hatten und teilweise heute noch haben.

Mit der Verbesserung der Bildungssysteme, der Einführung von teilweise relativ harten Gesetzen zum Schutz von Verträgen, und dem Wegfall vieler religiöser Vorstellungen, wurden allerdings auch vermehrt Nichtjuden in diesem Bereich erfolgreich. Die Vertreibung vieler jüdischer Bankiers durch die Nationalsozialisten dürfte einen für die betroffenen Staaten nicht unerheblichen Brain Drain bewirkt haben.

Privatbanken

Die bekanntesten heute noch tätigen und in Familienbesitz befindlichen deutschen Privatbanken sind:

Die bekanntesten heute noch tätigen Privatbanken der Schweiz sind:

  • Wegelin & Co., St. Gallen; gegründet 1741, älteste Privatbank der Schweiz

Deutsche Privatbanken, die mittlerweile aufgelöst, abgewickelt oder in andere Banken integriert worden sind:

Zudem gibt es auch einige Banken, die sich zwar als Privatbanken bezeichnen, teilweise auch von persönlich haftenden Gesellschaftern geführt werden, aber größtenteils im Besitz großer Aktienbanken sind. Zu diesen gehört zum Beispiel das Bankhaus Delbrück Bethmann Maffei in Frankfurt am Main, das sich im Besitz der ABN Amro Bank befindet.

Personen

Als bekannte Bankiers gelten die Rothschilds, die dadurch, dass sie im 19. Jahrhundert gleichzeitig in Frankfurt, London, Wien, Paris und Neapel aktiv waren, durch Rezessionen bedingte Verluste in einem Land durch Gewinne der anderen Bankhäuser leicht kompensieren konnten. Zudem besaßen sie oft einen Informationsvorsprung, der ihnen bei einigen Geschäften große Gewinne einbrachte.

Weitere Privatbankiers sind u.a.:

Zitate

  • Ein Bankier ist ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne scheint und der ihn sofort zurück haben will, wenn es zu regnen beginnt. (Mark Twain) [1]
  • Bankräuber sind Dilletanten. Wahre Profis gründen eine Bank. (Bertolt Brecht)[2]

Literatur

  • Erich Achterbach, Maximilial Müller-Jabusch (1964): Lebensbilder Deutscher Bankiers aus fünf Jahrhunderten. Frankfurt/M.: Knapp.

Weblinks

wikt:
Wiktionary
Wiktionary: Bankier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Quellen

  1. zitate-welt.de
  2. http://www.zitate.de/autor-Brecht%2C%20Bertolt.htm
Wikipedia
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