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Bad Gastein
Aus Kefk.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Wappen at bad-gastein.jpg | Bild:Map at badgastein.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Salzburger Land |
| Politischer Bezirk: | St. Johann im Pongau (JO) |
| Fläche: | 170,6 km² |
| Einwohner: | 5.838 (Stand: 15. Mai 2001) |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 47° 6' 34" N, 13° 8' 1" O 47° 6' 34" N, 13° 8' 1" O |
| Höhe: | 1.002 m ü. A. |
| Postleitzahl: | 5640 |
| Gemeindekennziffer: | 50 403 |
| Verwaltung: | Gemeindeamt Bad Gastein 5640 Bad Gastein |
| Offizielle Website: | http://www.bad-gastein.at |
| E-Mail-Adresse: | gemeinde@bad-gastein.at |
Die Gemeinde Bad Gastein (bis 1996: Badgastein) ist ein Kur- und Wintersportort im Gasteinertal, am Fuß des Graukogels im Naturpark Hohe Tauern. Neben den Kuranwendungen bietet das Tal Gelegenheit zu Erholung und Sport während des ganzen Jahres.
Inhaltsverzeichnis |
Wappen
Das Wappen der Gemeinde ist: „Im blauen Schilde eine silberne Wasserkanne“.
Geschichtliche Auszüge
Badeanlagen und Kurbetrieb
Am Anfang waren die Badeanlagen Gemeinschaftsbäder, in denen sich die Badegäste mit Frühstück und Brettspielen die Zeit vertrieben. Für die erfolgreichen Badekuren des Mittelalters waren lange Badezeiten und auch die allgemein übliche lange Kurdauer von sechs Wochen erforderlich. Auch der Gasteiner Heilstollen bietet im Rahmen der Radonbalneologie natürliche Hilfe bei rheumatischen Erkrankungen.
Schon im Mittelalter verbreitete sich der Ruhm von der Heilkraft der Gasteiner Thermen. Trotz der primitiven Bademöglichkeiten und Unterkünfte nahmen Fürsten und hohe Herren geistlichen Standes weite und beschwerliche Reisen zu den Thermalquellen auf sich. Das Thermalwasser wurde in offenen Holzrinnen von den Quellen zu den Gasthäusern geleitet, später in hölzernen Brunnenrohren. In das benachbarte Bad Hofgastein wurde das Heilwasser mittels Fässern und Pferdegespannen gebracht, bevor 1830 eine Thermalwasserleitung gebaut wurde.
Gasteiner Konvention
1865 wurde die Gasteiner Konvention zwischen Preußen und Österreich beschlossen, die die Verwaltung von Schleswig-Holstein regeln sollte.
Bergbau
Im Ortsteil Böckstein liegen die Zentren des Goldbergbaues in den Hohen Tauern. Wichtigster Goldlieferant war zu allen Zeiten der Radhausberg. Im Jahr 1557 wurden aus Gastein und Rauris 830 kg Gold und das Dreifache an Silber in den salzburgischen Silberhandel (Ankaufsmonopol des Landesherren) eingeliefert. Der Bergbau auf Edelmetalle wurde 1616 verstaatlicht. Dieser nun als „ärarisch“ bezeichnete Betriebsperiode dauerte bis 1865/1868.
Nach der Stilllegung durch den Staat übernahmen Privatinvestoren den Bergbau und gründeten die „Erste Gewerkschaft Radhausberg“. Sie dauerte bis 1904/1905. Dann interessierte sich der Tunnelbauer Ing. Dr. Karl Imhof für den Bergbau, fand in dem Schweizer Tabakproduzenten Fritz Meyer einen Financier und rief die „Zweite Gesellschaft Radhausberg“ ins Leben. Die wirtschaftlichen Erfolge waren gering. Von 1926 bis Herbst 1937 ruhte der Produktionsbetrieb. Nach einem kurzen Engagement des englischen Edron-Trusts betrieb ab Ende März 1938 die deutsche Bergbaufirma Preußag den Berbgau, erzielte aber keine Erfolge, führte aber zur Entstehung des heutigen Heilstollens. Heute erinnert das Böcksteiner Montanmuseum und der Verein „Via aurea“ an die Vergangenheit.
Nachkriegsgeschichte
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde in Bad Gastein aus requirierten Hotels ein DP-Lager eingerichtet für jüdische so genannte Displaced Persons, von denen die meisten aus dem DP-Lager Ebensee nach Bad Gastein verlegt worden waren. Das Lager, in dem zeitweise bis zu 1300 Personen lebten, wurde im März 1946 aufgelöst.
Sehenswürdigkeiten
Bad Gastein bietet eine Vielzahl an naturhistorischen und architektonischen Sehenswürdigkeiten. Herausragend sind die Wasserfrälle im Orstzentum und in Böckstein, die Gletschermühlen, die Hotelanlagen der Belle Époque und die Kirchen (Preimskirche, Nikolauskirche, Kirche Maria zum guten Rat). Geprägt wurde das architektonische Bild Bad Gasteins vor allem durch die bekannten Architekten und Baumeister Wolfgang Hagenauer, Josef Wessicken, Valentin Ceconi, Angelo Comini und Franz Franzmaier.
Gasteiner Wasserfall
Wahrzeichen von Bad Gastein ist der Gasteiner Wasserfall mitten im Ort, der schon Motiv vieler Maler und Dichter war. Die Fallhöhe der Gasteiner Ache in drei Stufen beträgt insgesamt 341 m. Die durch Zerstäubung negativ ionisierte Luft ist ein wichtiges Kurmittel des Ortes.
Grand Hotel de l'Europe
Es wurde 1912 eröffnet und ist mit 10 Stockwerken das größte und prächtigste Gebäude in Bad Gastein. Früher war es die 1. Adresse im Kurort, hier residierten Könige und Fürsten. Heute befindet sich im Komplex das Casino der Casinos Austria und Appartments.
Hotel Weißmayr
Das Haus am Hauptplatz war einst ein Nobelhotel. Jedoch herrscht derzeit noch Hotelbetrieb, obwohl die Fassade des Hotels wie der einztige Ruhm des Hauses stark bröckelt
Hotel Straubinger
Das Hotel Straubinger liegt direkt am Gasteiner Wasserfall. Es war das größte Hotel im Kurort und verfügte zusammen mit seiner Dependance "Hotel Austria" über ca. 200 Zimmer. Das Hauptgebäude wurde von 1840 bis 1842 anstelle der 1509 errichteten "Taverne am Mittereck" erbaut und befand sich von 1602 bis 1980 im Besitz der Familie Straubinger. Im Hotel Straubinger wurde im Jahre 1865 die Gasteiner Konvention unterzeichnet. Eckart Witzigmann absolvierte von 1957 bis 1960 seine Kochlehre im Hotel Straubinger. Heute steht es leer und verfällt allmählich.
Badeschloss
Das Badeschloss wurde von 1791 bis 1794 im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Josef Franz de Paula Hieronymus von Colloredo-Waldsee-Mels erbaut. Hier wohnte der deutsche Kaiser Wilhelm I. (Deutsches Reich) erstmals 1863 und dann bis 1887 jedes Jahr - außer 1866, wenn er sich in Bad Gastein zur Kur aufhielt.
Rathaus
Das Rathaus beherbergt das Gemeindeamt, die Touristen-Information, einen öffentlichen Jugendstil-Lesesaal und das Gasteiner Museum. Das Gebäude wurde im Auftrag der Familie Straubinger erbaut und im Jahre 1898 als "Hotel Austria" eröffnet und war bis zum Verkauf im Jahre 1939 dem Stammhaus "Hotel Straubinger" angeschlossen.
Kongresshaus
Das von Wolfgang Garstenauer geplante Kongresshaus ist ein großer Betonbau aus den 1970er Jahren im Ortszentrum, das an Stelle der alten Wandelbahn erbaut wurde.
Bahnhof Bad Gastein
Der für die k.u.k-Zeit typische Bahnhof befindet sich nahe der Talstation der Stubnerkogelbahn. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der Tauernbahn im September 1905 empfing der damalige Bürgermeister Carl Straubinger den im Salonwagen angereisten Kaiser Franz Joseph.
Skigebiet
Insgesamt gibt es im Gasteinertal, das dem Skiverbund Amadé angehört, circa 200 km präparierte Pisten, 18 Schlepplifte, 19 Sessellifte, neun Kabinenbahnen, eine Luftseilbahn und eine Standseilbahn.
Mit der Stubnerkogelbahn gelangt man auf den Stubnerkogel. Mit der Skischaukel über das Skizentrum Angertal erreicht man die Schlossalm, das zentrale Skigebiet von Bad Hofgastein. Im südlichen Teil von Bad Gastein liegt, erreichbar über eine mautpflichtige Straße, Sportgastein mit dem Skigebiet Kreuzkogel - mit einer Höhe von 2650m zugleich das höchste und schneesicherste Skigebiet im Gasteinertal. Der dritte Bad Gasteiner Skiberg ist der Graukogel. Auf ihm wurden 1958 die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften ausgetragen.
Persönlichkeiten mit Bezug zur Gemeinde
- Angelo Comini *13. September 1839 in Artegna (Friaul), †16. Mai 1916 ebenda; Bedeutendster Baumeister in der Geschichte Gasteins
- Franz Franzmaier * 27. Februar 1927 in Vöcklabruck; Baumeister (Hotelanlagen, Felsenbad)
- Thea Hochleitner * 7. Oktober 1925; ehem. Skirennläuferin
- Karl Heinrich Waggerl, * 10. Dezember 1897 in Bad Gastein; Schriftsteller
- Eckart Witzigmann * 4. Juli 1941 in Bad Gastein; Haubenkoch
- Josef Wessicken 10. August 1837 in Mülln; † 19. Oktober 1918 in Salzburg; Architekt
- Jörg Wörther * 8. Juli 1958 in Badgastein; Haubenkoch
- Maria Zittrauer *10. Jänner 1913 in Bad Bruck; † 6. Juni 1997 ebenda; Dichterin, Georg-Trakl-Preis 1954
Literatur
- Rosalie Koch: Wildbad Gastein. In: Sagen. Leipzig 1847
- Fritz Gruber: Das alte Gastein (Bildband mit ausführlichen Texten)
- Fritz Gruber: Altböckstein und die Jüngere Geschichte der Tauerngoldproduktion. (= Böcksteiner Montana; 1). 2., erweiterte Auflage 2005
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