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Bösewicht

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Als Bösewichter (oder Bösewichte) bezeichnet man in fiktiven Geschichten, in der Literatur, im Film, oder in Computer- und Videospielen, die Widersacher des oder der Helden. Bösewichte sind in vielen Geschichten die Urheber des Geschehens.

Im Alltag wird der Begriff allgemein eher verharmlosend oder ironisch für Verbrecher jeglicher Art gebraucht. Es existieren zahlreiche Synonyme, darunter: Gauner, Halunke, Schuft, Schurke, Strolch, Übeltäter oder Spitzbube. Personifizierend werden auch nichtmenschliche Objekte als Bösewichter bezeichnet, etwa Krankheitserreger.

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Bösewichte

In der Literatur

Bereits in der frühen neuzeitlichen Literatur existieren Ansätze, die sich einer Reflexion der Problematik des Begriffes annehmen. Als Beispiel lässt sich William Shakespeares Macbeth anführen. Die Titelfigur wird zunächst als mutiger, heldenhafter Krieger und Anführer des schottischen Heers dargestellt, der eine Vielzahl positiver, uneigennütziger Tugenden in sich zu vereinen scheint. Nach einer Begegnung mit drei Hexen, die ihm eine spätere Regentschaft als schottischer König prophezeien, und nicht zuletzt durch den tatkräftigen manipulativen Einfluss seiner Frau werden Ambitionen in ihm wach, die ihn dazu verleiten, den unschuldigen, großherzigen König Duncan im Schlaf zu ermorden. Macbeth verstrickt sich in eine Mordserie, da es nun gilt, potentielle Zeugen und Thronfolger aus dem Weg zu räumen. Nach seiner Krönung zum Staatsoberhaupt übt er eine willkürliche Gewaltherrschaft aus, um die Erhaltung seiner Macht zu sichern. Insgesamt hat sein Handeln die Züge eines typischen Bösewichts angenommen.

Shakespeare zeigt so, dass die Entstehung unmoralischer Tendenzen in einem Individuum nicht zwangsläufig die Folge einer selbstständigen Entscheidung zum unmoralischen Handeln ist, sondern dass durch unkontrollierte Ambition und manipulative äußere Einflüsse selbst ein besonders tugendhafter Mensch vor dem Verderben nicht gewahrt ist.

Im Film

Bösewichte oder Schurken haben im Film eine lange Tradition. Neben stereotypen, klischeehaft gezeichneten oder gar karikaturhaften Vertretern gibt es viele herausragende Beispiele für Filmbösewichte, die den jeweiligen Helden zumindest ebenbürtig sind. Berühmte Beispiele sind Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer, der psychopathische Frauenmörder Norman Bates in Psycho, Darth Vader in Krieg der Sterne, Jack Torrence in Shining, der sadistische Zahnarzt Dr. Szell in Der Marathon-Mann oder Michael Corleone in Der Pate.

Darstellung von Bösewichten

Es gibt verschiedene Darstellungen von Bösewichten. Oft wird ein Bösewicht als ein dunkler Herrscher dargestellt, der ein pompöses Anwesen bewohnt. Diese Darstellung stammt u.a. aus J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe, in dem der Bösewicht Sauron ein dunkler Herrscher ist, der in seinem schwarzen Turm (Barad-Dur) residiert.

Häufig werden Bösewichte aber auch nicht als menschliches Wesen, sondern als Monster oder Dämon dargestellt. Ein Beispiel dafür wäre die Figur Bowser, aus Super Mario, der als gepanzerte, feuerspuckende Schildkröte dargestellt wird.

Nicht sehr häufig angewandt wird die ungewöhnliche Darstellung, in der der oder die Bösewichte körperlich überhaupt nicht in Erscheinung treten, sondern nur ihr Wirken gezeigt wird, wie z.B. die Menschen im Film Bambi von Walt Disney.

Verschiedene Arten von Bösewichten

Der verrückte Wissenschaftler

Bild:Mad scientist.svg Der verrückte Wissenschaftler (engl.: „Mad scientist“) ist einer der Standard-Charaktere in Filmen und Literatur, die leicht dazu neigen, in das total Böse zu verfallen. Oftmals liegt das Miss- oder Nichtverstehen einer „weltbewegenden“ Erfindung vor, die andere also nicht anerkennen wollen, um ihn dazu zu bringen, eben diese „Banausen“ vom Gegenteil überzeugen zu müssen. Bei dieser „Überzeugungsarbeit“ geht der verrückte Wissenschaftler dann auch schon mal über Leichen. Oft hält sich der verrückte Wissenschaftler auch für so genial, dass er die Weltherrschaft erlangen will - natürlich nur zum Wohl aller Menschen (die das aber gar nicht so toll finden und ihn prompt bekämpfen und damit natürlich auch immer Erfolg haben).

Verschiedene tragische „verrückte Wissenschaftler“, wie z.B. „Dr. Jekyll“ oder „Victor Frankenstein“, schufen in ihrer Besessenheit Monster, die entweder an ihrer Stelle morden oder, ohne ihr Wollen, mordend durch die Gegend ziehen und die sie oft selbst nicht mehr loswerden können. Im Endergebnis wird dann sowohl der Wissenschaftler, oder auch die von ihm erschaffene Kreatur, vom Helden der Geschichte getötet - oder der Wissenschaftler erkennt in einem Moment der Einsicht doch noch seine Verfehlung und tötet sich und/oder die Kreatur selbst.

Kriegsherren und Diktatoren

Es gibt Bösewichte, die aus Machtgier z.B. Königreiche an sich reißen und darüber herrschen wollen. Beispiele dafür sind Sauron (aus Herr der Ringe), Ganondorf (aus The Legend of Zelda), Zanto (aus The Legend of Zelda) und Freezer (aus Dragon Ball). Vorbild für diese Bösewichte sind Diktatoren und Eroberer, wie Dschingis Khan und Josef Stalin.

Handlanger

Oft sind diese Bösewichte eigentlich nur Handlanger eines weiteren, viel mächtigeren Charakters (Ober- oder Hauptbösewicht). Dieser Charakter tritt überwiegend eine lange Zeit hinter seinem Handlanger zurück und meist erst gegen Ende einer Geschichte auf. Der Handlanger wird vorher die ganze Zeit als Hauptbösewicht verstanden. Beispiele für diese Handlanger sind Darth Vader (aus Star Wars), wobei dieser nur als Handlanger dient, weil er seinem Leben keinen anderen Sinn abverlangen kann, und Beruga (aus Terranigma).

Geisteskranke

Es gibt eine Reihe von Bösewichten, die überhaupt keinen Grund für ihre Taten haben, bzw. der Grund wird in den erzählten Geschichten nicht offenbart. In solchen Fällen hat es der "Gute" anfangs überaus schwer, einen Ansatzpunkt für das Handeln gegen den Bösewicht zu finden. Er kennt die Gründe für das Morden und die Zerstörungen des Bösewichtes nicht. Beispiele für solche Bösewichte sind Pennywise (aus Es) und Edward Hyde (aus Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde).

Siehe auch

Wikipedia
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