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Börsenverein des Deutschen Buchhandels

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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist ein eingetragener Verein (e. V.) mit Sitz in Frankfurt am Main, der die Interessen aller drei Handelsstufen (Verlag als herstellender Buchhandel, Zwischenbuchhandel als Großhandel, verbreitender Buchhandel als Sortimentsbuchhandel) vertritt.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Nachfolgeorganisation des 1825 in Leipzig gegründeten Börsenverein der Deutschen Buchhändler. Da dieser in der sowjetischen Besatzungszone lag, kam es zur Abspaltung und im Jahr 1948 zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verleger- und Buchhändler Verbände in den westlichen Besatzungszonen. Der Name wandelte sich später in Börsenverein Deutscher Verleger- und Buchhändler Verbände um. 1955 kam es im Zuge einer Umorganisation zu dem Namen Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die persönliche Mitgliedschaft wurde 1972 auf die Firmenmitgliedschaft umgestellt. Im Januar 1991 wurde der Leipziger Börsenverein der Deutschen Buchhändler angeschlossen.


Aufbau

Der Börsenverein besteht aus dem Bundesverband mit Sitz in Frankfurt am Main sowie 11 Landesverbänden. Die Hauptversammlung ist das höchste Organ. Sie findet jährlich statt. Die Entscheidungen für den Gesamtverein werden von dem Länderrat getroffen. Er vereint alle drei Handelsstufen unter einem Dach. Das Vereinsorgan ist das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Die Mitgliedschaft ist Buchhandelsunternehmen, Verlagen, Verlagsvertretern und ähnlichen branchennahen Körperschaften vorbehalten. Die Zahl der Mitglieder liegt bei 6.570 (Stand: 1. Januar 2003). An die Mitglieder vergibt der Börsenverein die sogenannte Verkehrsnummer. Eine Öffnung für internationale Märkte bietet die Internationale Lokationsnummer (ILN). Der Börsenverein hat ein Nummernkontingent für Buchhandlungen.


Aufgaben

Der Börsenverein vertritt die Interessen seiner Mitglieder und fördert die Erfüllung der Aufgaben des Herstellenden, des verbreitenden und des Zwischenbuchhandels. Sein Zweck ist nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftbetrieb gerichtet.


Kulturelle und Politische Aktivitäten

Der Börsenverein veranstaltet jährlich die Frankfurter Buchmesse. Seit 1950 verleiht er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er ist ideeller Träger der Leipziger Buchmesse und verleiht hier den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Der Börsenverein verleiht unter anderem auch noch den Deutschen Bücherpreis und den Corine Buchpreis. Seit 1959 organisiert er den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels und seit 2001 den Wettbewerb „Ohr liest mit“. Die Jury für den Alfred-Kerr-Preis wird vom Vorstand des Börsenvereins berufen. Mit anderen ist der Börsenverein Träger der Stiftung Buchkunst. Er ist an der Errichtung der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main beteiligt und ist hier in Verwaltungsrat und Beirat vertreten. 1952 übernahm er die 1946 in Köln gegründete Buchhändlerschule, die heute Schulen des Deutschen Buchhandels heißen. Der Börsenverein unterhält eine eigene Fachbibliothek zum Buchwesen und ein historisches Archiv und engagiert sich bei der Buchmarktforschung.

Auf politischer Seite vertritt der Börsenverein eine offensive Politik im Bereich des Urheberrechts, hinsichtlich der Mehrwertsteuer, der Buchpreisbindung und der Mittelstandsförderung. Er kümmert sich um politische Lobbyarbeit und verbandspolitische Themen.


Die Wirtschaftsbetriebe des Verbandes

Politik und Wirtschaft sind im Börsenverein getrennt. Die Wirtschaftsaktivitäten des Börsenvereins tätigt die Börsenverein Beteiligungsgesellschaft mbh (BBG). Diese Holding ist über die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat mit dem Börsenverein verbunden. Hier arbeiten die Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB), die Ausstellungs- und Messe-GmbH (AuM) und die Buchhandels-Service-Gesellschaft (BSG). Die BAG Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft, der Informationsverbund Buchhandel (IBU) und die Buchhändlerische Kredit-Garantiegemeinschaft (BKG) gehören nicht zu dieser Beteiligungsgesellschaft.


Mitgliedschaften

Der Börsenverein ist Mitglied in der Internationalen Verleger-Union (IVU), der Internationalen Buchhändler-Vereinigung (IBV), dem Europäischen Verlegerverband (FEE) und der European Bookseller Federation (EBF).


Literatur

  • Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels 1825-2000 - Ein geschichtlicher Aufriss, hrsg. im Auftrage der Historischen Kommission von Stephan Füssel, Georg Jäger und Hermann Staub in Verbindung mit Monika Estermann, Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt/Main 2000. ISBN 3-7657-2297-9
  • Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hrsg. von der Historischen Kommission. Band 1: Das Kaiserreich 1871-1918. Teil 1 hrsg. von Georg Jäger in Verbindung mit Dieter Langewiesche und Wolfram Siemann, Teil 2 hrsg. von Georg Jäger, K. G. Saur, München 2001-2003
  • Wirtschaftsunternehmen Sortiment. Klaus-W.Bramann, C.Daniel Hoffmann. 2.Auflage. Braman, Frankfurt am Main 2004.

Weblinks

Wikipedia
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