Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Békéscsaba
Aus Kefk.
| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Bekescaba Wappen.gif | Bild:BekesCounty.gif |
| Basisdaten | |
| Staat: | Ungarn |
| Komitat: | Békés |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 46° 41' N, 21° 5' O46° 41' N, 21° 5' O |
| Höhe: | 90 m ü. NN |
| Fläche: | 194 km² |
| Einwohner: | 65.691 (2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 338 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 7% (2001) |
| Postleitzahl: | 5600 |
| Vorwahl: | 66 |
| Offizieller Slogan: | Entwicklung und Tradition |
| Adresse der Stadtverwaltung: | 5600 Békéscsaba Szent István tér 7. |
| Website: | www.bekescsaba.hu |
| E-Mail-Adresse: | varoshaza@bekescsaba.hu |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Gyula Vantara (Fidesz) |
Békéscsaba [ˈbeːkeːʃʧɒbɒ] ist eine Stadt mit Komitatsrecht im Südosten Ungarns und außerdem der Komitatssitz des Komitats Békés.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Ob das Gebiet der heutigen Stadt schon bereits in der Urzeit bewohnt wurde, ist nicht hinreichend bewiesen. Es ist durchaus möglich, das eine oder mehrere Familien sich hier für kürzere oder längere Zeit während ihrer Wanderschaften aufhielten.
Das Dorf namens Csaba wird zuerst 1333-1337 in einem päpstlichen Zehntelschreiben erwähnt, seine Name ist Türkisch, stammt vom gleichnamigen Personennamen und bedeutet Geschenk. Auf dem heutigen Gebiet der Stadt standen damals neben Csaba acht weitere kleine Orte. Während der türkischen Eroberung blieb das Dorf zunächst erhalten, verschwand jedoch während der weiteren Türkenkriege im 17. Jahrhundert gänzlich.
1715 wird Csaba noch als unbewohnt erwähnt, ein Jahr darauf findet sich sein Name jedoch in der Liste Steuern zahlender Städte wieder. Die Neusiedlung ist Baron János György Harruckern zu verdanken, der sich im Kampf gegen die Türken ausgezeichnet hat, so dass er fast das ganze Komitat Békés von der Schatzkammer aufkaufen konnte. Um die Stadt Csaba neu zu beleben, ließ er zwischen 1718 und 1723 213 slowakische Bauernfamielen ansiedeln, die ihre evangelische Konfession beibehalten durften und Steuervergünstigungen erhielten. Auch in den nächsten Jahren kamen jährlich ca. 40 Familien.
1841 erhält Csaba den Rang eines "Mezőváros", da die Organisation der Landesmesse zugelassen wurde. 1847 gehörte sie zu den 20 größten Städten von Ungarn, die Einwohnerzahl betrug 22.000. Trotzdem ähnelte die Stadt mit seinen kleinen Bauernhäusern und den kleinen, schlammigen Straßen eher einem großgewachsenen Dorf. Seit diesem Aufstand wird die Stadt auch "Viharsarok" (Sturmecke) genannt.
1858 wurde Csaba von der Eisenbahn erreicht, was neuen Aufschwung brachte. Neue Häuser und Fabriken wurden gebaut. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Arbeitslosigkeit jedoch zum größten Problem, was 1891 zu einem Arbeiteraufstand führte, der nur mit Hilfe rumänischer Soldaten niedergeschlagen werden konnte.
Der Erste Weltkrieg brachte der Stadt viel Leid. 1919 und 1920 stand die Stadt unter rumänischer Besatzung, was Plünderungen seitens der Besatzer mit sich brachte. Da nach dem Friedensdiktat von Trianon Ungarn die großen südlich gelegenen Städte verlor, musste Csaba die Rolle von Arad und Temeschwar übernehmen.
Die Kämpfe des Zweiten Weltkrieges umgingen die Stadt, bis auf eine Ausnahme: am 21. September 1944 wurde der Bahnhof von alliierten Flugzeugen bombardiert, wobei 96 Menschen starben und weitere 150 schwer verletzt wurden. Die Stadt wurde schließlich am 6. Oktober 1944 von sowjetischen Truppen erobert.
In der sozialistischen Ära errang Békéscsaba aufgrund der Planwirtschaft eine wichtige Bedeutung. Am 1950 wurde sie zum Komitatssitz von Békés ernannt, was der Stadt die bisher größte Entwicklung brachte: es wurden Konserven-, Aufzugs-, Großwerkzeugs- und Maschinenfabriken, ein großes Kühlhaus für die Erstellung von gefroreren Waren und eine große Druckerei gebaut. In Folge dieser Industrialisierung wuchs die Einwohnerzahl in nur 25 Jahren von 42.000 auf 65.000.
Nach der Wende 1990 gelang die Stadt in ähnliche Schwierigkeiten, wie die restlichen ungarischen Großstädte: die "unnötigen" Fabriken schwanden in nur wenigen Jahren, die Lebensmittelindustrie geriet in den letzten Jahren in eine Talfahrt: 1998 verliert die Konservenfabrik wegen der Russlandkrise 90% ihrer Abnehmer (mehr als 1000 Arbeiter werden entlassen), 2006 geht die Geflügelwarenfabrik bankrott und wird geschlossen (ca. 1300 Arbeiter werden entlassen).
Verkehr
Die Stadt liegt am Treffpunkt der beiden Hauptstraßen 44 und 47. Die 44 führt von Kecskemét über Békéscsaba bis zur rumänischen Grenze, die 47 verbindet Debrecen mit Szeged. Die Umgehungsstraße, die diese zwei Hauptstraßen verbindet, wurde 2006 fertiggestellt, somit wurde der Durchgangserkehr im Stadtinneren spürbar reduziert. Die Gesamtlänge der Strassen innerhalb der Stadt beträgt 280 km (davon 208,5 km asphaltiert). Innerhalb der Stadt sorgen 20 Buslinien für den Massenverkehr.
Die Eisenbahnverbindungen bilden in Békéscsaba ebenfalls einen Knotenpunkt. Man kann in alle vier Himmelsrichtungen mit der Bahn abreisen. Die wichtigste Linie bildet dabei jene Richtung Nordwesten nach Budapest bzw. Richtung Südosten nach Arad, auf der internationalen Schnellzüge West- und Mitteleuropa mit Rumänien und Bulgarien verbinden. So ist es möglich, von Békéscsaba aus Wien, Bratislava, Prag, Bukarest oder gar Thessaloniki ohne Umsteigen zu erreichen.
Fünf km vom Stadtzentrum Richtung Gyula befindet sich ein Flugplatz, der bei gutem Wetter Flugzeuge mit einem Gewicht von max. 15 Tonnen (20-25 Personen) empfangen kann. Ein fahrplanmäßiger Flugzeugverkehr - obwohl seit Jahren bestrebt - existiert nicht. Der Flugplatz wird daher nur von Sport- und Segelflugzeugen benutzt und ist jährlich Schauplatz von Segelflug- und Flächenfallschirmmeisterschaften.
Bildung
Békéscsaba entwickelte sich besonders in den letzten 15 Jahren zu einem Bildungszentrum innerhalb des Komitates, da ca. 30-40% der Mittelschüler nicht ortsansässig sind. Aus diesem Grund wird sie auch Schulstadt genannt. Zur Zeit existieren 13 Grundschulen, 14 Gymnasien und Fachmittelschulen und seit 1986 eine Hochschule, die z.Z. die Wirtschaftsfakultät der Sámuel Tessedik Hochschule ist.
Söhne und Töchter der Stadt
- András L. Áchim, Revolutionär und Politiker
- Ottó Boros, Wasserballspieler, zweifacher Olympiasieger
- Dezső Debreczeni, Kick-Boxer, mehrfacher Weltmeister in Semikontakt und Leichtkontakt
- Mihály Gubis, Musiker, Maler und Bildhauer
- Antal Haan, Maler
- Krisztián Kiss, preisgekrönter Judoka, u.a. ungarischer Meister
- Károly Klimó, Maler und Graphiker
- Henrietta Ónodi, Turnerin, Olympiasiegerin (1992), Europa- und Weltmeisterin
Partnerstädte
- Zrenjanin, Serbien
- Lutherstadt Wittenberg, Sachsen-Anhalt
- Odorhellen, Rumänien
- Beius, Rumänien
- Mikkeli, Finnland
- Salonta, Rumänien
- Tarnowskie Góry, Polen
- Trentschin, Slowakei
- Ungwar, Ukraine
Weblinks
Megyeszékhely - Békés megye - Békéscsaba.jpg
Luftaufnahme: Kossuth Platz |
Békéscsaba- Hungary.jpg
Luftaufnahme: KNER-Druckerei |
Lido- Békéscsaba- Hungay.jpg
Luftaufnahme: Strandbad |
