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Glashütte (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen glashuette sachsen.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Weißeritzkreis
Koordinaten: Koordinaten: 50° 51′ N, 13° 47′ O50° 51′ N, 13° 47′ O
Höhe: 340 m ü. NN
Fläche: 41,76 km²
Einwohner: 4540 (29. Sep. 2005)
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01768
Vorwahl: 035053
Kfz-Kennzeichen: DW
Gemeindeschlüssel: 14 2 90 150
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 42
01768 Glashütte
Webpräsenz:
Bürgermeister: Frank Reichel (CDU)

Glashütte ist eine Stadt im Weißeritzkreis in Sachsen und ist unter anderem durch die Herstellung der Glashütte-Uhren weithin bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Glashütte liegt im östlichen Erzgebirge im Müglitztal.

Stadtgliederung

Neben der eigentlichen Stadt Glashütte gliedert sich die Stadt in folgende Ortsteile: Dittersdorf, Börnchen, Neudörfel, Rückenhain, Johnsbach, Bärenhecke, Luchau und Schlottwitz.

Geschichte

Der Ort wurde 1445 erstmals als Glaßehutte urkundlich erwähnt. Nachdem Silbererze gefunden werden, nimmt er einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1506 verleiht der sächsische Herzog Georg dem Ort Glashütte das Stadtrecht.

Jahrhundertelang beherrscht der Erzbergbau die Stadt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind die Erzlagerstätten jedoch weitgehend erschöpft, die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung verschlechtert sich erheblich. Die letzte Grube wird um etwa 1870 geschlossen.

Im Jahr 1845 lässt sich als erster Uhrmachermeister der Sachse Ferdinand Adolph Lange in Glashütte nieder. Er folgt damit einem Aufruf der königlich-sächsischen Regierung, von der er 7.000 Taler Anschubfinanzierung erhält. Lange beginnt mit der Ausbildung der ersten Uhrmacher. Trotz erheblicher Anfangsschwierigkeiten wird ab ca. 1875 die Uhren- und Feinmechanische Industrie zum wirtschaftlichen Rückgrat der Stadt.

Beim Hochwasser 1927 und wieder beim Hochwasser 2002, als das Rückhaltebecken Glashütte brach, erlitt die Stadt schwere Schäden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Glashüttener Uhrenfertigung in einem Gesamtbetrieb VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammengefasst. Die einzelnen Glashütter Uhrenmarken verschwinden vom Markt. Glashütter Uhren gelten jedoch auch in dieser Zeit als die wertvolleren Zeitmesser, etwa im Vergleich zur Massenware aus Ruhla. Bekannte Automatikuhrwerke sind die "Spezimatik" (1960-1978), gefolgt von der "Spezichron" (1978-1985); danach werden nur noch Quarzuhren gebaut.

Bekannte Uhrenmarken, die nach 1990 aus dem ehemaligen Glashütte Uhrenkombinat wieder entstanden oder ganz neu gegründet wurden, sind:

Ein weiterer Meilenstein ist die Ansiedlung des Luxus-Juweliers Wempe aus Hamburg, welcher in der ehemaligen Sternwarte eine Uhrenproduktion aufgenommen hat. Hier findet auch die hauseigene Ausbildung zum Chronometeruhrmacher statt.

Ebenfalls weltweit bekannt sind die Flieger- und Beobachtungsuhren der Marke Tutima, die bis zum Ende des II. Weltkrieges ihren Sitz in der Uhrmacherstadt Glashütte hatte. Dazu kommen noch einige kleine Spezialfirmen für die Fertigung von Uhrenteilen.

Während des SED-Regimes war die Grabstätte des Mauerschützen Peter Göring auf dem Friedhof in Glashütte in der DDR ein Ort feierlicher Zeremonien.

Eingemeindungen

  • 1994: Johnsbach, Luchau
  • 1995: Schlottwitz
  • 1996: Dittersdorf

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember):

bis 1899

  • 1551 - 113 besessene Mann, 37 Inwohner, insgesamt 607 Einwohner
  • 1748/64 - 103 besessene Mann
  • 1815 - 728
  • 1834 - 989
  • 1871 - 1.671
  • 1890 - 2.005

1900 bis 1999

ab 2000

Datenquelle 1551-1957: Zühlke 1966; 1990-2005: Statistisches Landesamt Sachsen

1 3. Oktober
2 30. September

Museen

  • Uhrenmuseum Glashütte

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Seit 1890 ist Glashütte an die 38 km lange Müglitztalbahn angeschlossen, welche die Uhrenstadt durch das Müglitztal mit Heidenau (Sachsen) und dem oberen Elbtal bzw. der Bergstadt Altenberg (Erzgebirge) im oberen Osterzgebirge verbindet. Auf der eingleisigen Strecke fungiert Glashütte als Kreuzungsbahnhof zwischen den berg- und talwärts fahrenden Zügen.

Ansässige Unternehmen

  • Lange Uhren GmbH Glashütte, 345 Beschäftigte
  • Glashütter Uhrenbetrieb GmbH, 270 Beschäftigte
  • PAKA Glashütter Pappen- und Kartonfabrik GmbH, 53 Beschäftigte
  • NOMOS Glashütte / SA Roland Schwertner KG, 51 Beschäftigte
  • Wempe

Literatur

  • Karlheinz Blaschke: Die geschichtliche Entwicklung im Osterzgebirge. In: Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd. 10. Berlin, 1966, S. 187-193
  • Karlheinz Blaschke: Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Beiheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen (hrsg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und dem Landesvermessungsamt Sachsen). Leipzig/Dresden 2003
  • Fritzsch, Erich / Kempe, Lothar (1981): Osterzgebirge. Leipzig
  • Hammermüller, Martin (1961): Lauenstein - Bärenstein - Glashütte. Unser kleines Wanderheft Heft 40. Leipzig
  • KOMPASS Karten GmbH [Hrsg.] (o. J.): Kompass-Wanderkarte 1027 Osterzgebirge (1: 50.000) mit Lexikon Osterzgebirge. Rum/Innsbruck
  • Müller, Gerhardt (1964): Zwischen Müglitz und Weisseritz. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet von Dippoldiswalde/Glashuette. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin
  • Schmidt, Otto Eduard (1927): Zur Siedlungsgeschichte der Flussgebiete der Müglitz und der Gottleuba. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz Heft 9-12/1927. Dresden, S. 367-378
  • Schumann, Rudolf (2003): Manuskripte der Bergbaugeschichte des Osterzgebirges (hrsg. vom Knappenverein Altenberg e.V.). Kleinvoigtsberg
  • Stadtverwaltung Glashütte [Hrsg.] (2006): Glashütte - Sachsen - 1506 bis 2006 - 500 Jahre Stadtgeschichte (ISBN 3-937951-31-8)
  • Zühlke, Dietrich (1966): Stadtsiedlungen im östlichen Erzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin [Hrsg.] (1966): Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd. 10. Berlin, S. 244-257

Weblinks

Wikipedia
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