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Azo

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt den mittelalterlichen Juristen Azo, für den chemischen Begriff siehe Azogruppe und Azofarbstoff

Azo (* vor 1190; † 1220) war ein Jurist und Glossator in Bologna. Er war einer der später berühmt gewordenen Studenten von Johannes Bassianus. Sein bekanntestes Werk ist eine lehrbuchhafte Zusammenfassung und Kommentierung, eine so genannte Summe, zum Codex Iustinianus, die 'Summa Codicis'. Daneben verfasste er eine 'Summa Institutionum' zu den Institutionen. In den gedruckten Ausgaben der von Azo als Gesamtwerk geplanten Summen wurden sie mit einer Summe zu den Digesten ergänzt, von der nicht klar ist, ob und in welchem Umfang er an ihr mitgearbeitet hat.

Außerdem ist er Autor mehrerer so genannter Glossenapparate (d.h. Sammlungen von einzelnen Glossen zum Corpus iuris civilis einschließlich der Digesten). Diese Glossenapparate beruhen auf Arbeiten des Johannes Bassianus. Vielleicht haben sie Azos noch berühmterem Schüler Accursius wiederum als Vorlage gedient, dessen Glossenapparat, die Glossa ordinaria, im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit das Standarderläuterungswerk zu den römischen Rechtsquellen war.

Azos Bedeutung wird daran deutlich, dass er der einzige Glossator ist, dessen Werk nicht von der Glossa ordinaria verdrängt wurde. Seine Summen waren das 'Lehr- und Handbuch des römischen Rechts schlechthin' (F. Dorn); sie wurden bis 1610 immer wieder aufgelegt. Das große Ansehen, das Azo selbst über viele Jahrhunderte genoss, lässt sich an dem italienischen Spruch Chi non ha Azzo non vada al palazzo ablesen. Dieser Spruch lässt sich verstehen im Sinn von 'Wer nicht (eine Ausgabe der Summen des) Azo (in seinem Besitz) hat, wird nicht in das Richterkollegium aufgenommen' und im Sinn von 'Wer (die Rechtsmeinung des) Azo nicht (auf seiner Seite) hat, sollte nicht zum Gericht gehen'.

Literatur

  • F. Dorn: Azo. In: Gerd Kleinheyer, Jan Schröder (Hrsgg.): Deutsche und europäische Juristen aus neun Jahrhunderten. 4. Auflage, C.F. Müller, Heidelberg 1996, S. 35–39, ISBN 3-8252-0578-9
  • Hermann Lange: Römisches Recht im Mittelalter. Bd. 1. Die Glossatoren. Beck, München 1997, S. 255–271, ISBN 3-406-41904-6
  • P. Weimar: Azo. In: Michael Stolleis (Hrsg.): Juristen. Ein biographisches Lexikon von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. Beck, München 2001, S. 53f., ISBN 3406-45957-9
  • Horst Heinrich Jakobs: Magna Glossa. Textstufen der legistischen glossa ordinaria. Paderborn 2006, ISBN 3-506-75620-6
Wikipedia
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