Avalon (Mythologie)
Aus Kefk
Avalon (verwandt mit der idg. Wortwurzel aballo für Apfel), auch Avalun genannt, ist ein mystischer Ort, der aus der Artussage bekannt ist. Auch bekannt als Ynis Avalach, was so viel bedeutet wie die Apfelinsel (auf Walisisch = Ynys yr Afallon = Insel der Äpfel). Der Artussage oder Gralsgeschichte nach war Avalon der Aufenthaltsort des Königs Artus nach seiner Verwundung.
Inhaltsverzeichnis |
Avalons Bedeutung (religiös)
Avalon gilt heute als das spirituelle Zentrum um den Kult für die großen Naturgottheiten, vor allem den Archetypen der großen Göttin und des gehörnten Gottes.
Lokalisierungsversuche
Es ist ein im „Nebel verborgener“ Ort in Britannien. Die Ankunft auf Avalon ist nur Eingeweihten möglich, welche die Macht haben, die heilige Barke zu rufen und den Weg durch die Nebel finden. Alle anderen erreichen die Abtei von Glastonbury. Als „Übergangspforte“ zählt im Volksglauben oft auch der Glastonbury Tor. Der Ort Glastonbury in England erhebt daher auch den Anspruch, das sagenhafte Avalon zu sein. Man kann dort, als Beweis quasi, das Grab von König Artus und seiner Gattin Guinevere besichtigen, ebenso wie weitere Gräber verschiedenster Heiliger. Es wurden Grabplatten eines Lucius Artorius Castus in Kroatien nahe Split gefunden. Dort ließen sich seine Taten und König von Britannien entziffern, was mit der Personalie übereinstimmt.
Avalon als Sujet
Die bekannteste Nacherzählung der Neuzeit ist der historische Fantasy-Roman Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley, der eine unbekannte Parodistin zur Fantasy-Satire Die Schnäbel von Avalon (angeblich von einer Magerion Zimmer-Bradwurst) inspirierte. Auch recht bekannt ist der Pendragon Zyklus von Stephen Lawhead.
Darüber hinaus befasst sich G. Arentzen in seinem 2003 erschienenen Buch Der Kelch von Avalon mit der Avalon-Legende, transportiert den Stoff jedoch in die Neuzeit. Ähnlich vertritt das der Fantasy-Autor Hohlbein, dem dies etwa in Das Avalon-Projekt oder auch Indiana Jones und das Erbe von Avalon und "die Legenden von Camelot 1-3" gelang. Auch der Autor Stephen Lawhead behandelt dieses Thema in dem Buch Avalons Rückkehr, welches im Anschluss an den ebenfalls von ihm geschriebenen Pendragon Zyklus die Mythen von Avalon und König Artus ebenfalls in die Moderne Welt transferiert.
Im 2001 gedrehten japanischen Spielfilm Avalon (Reg. Mamoru Oshii) wird das Thema um die sagenumwobene Insel Avalon in einer Melange aus virtuellen Realitäten und Mythologie aufgegriffen. Avalon ist eine virtuelle Realität, in der Spieler Kämpfe austragen, um zur letzten Stätte, Avalon, der letztlichen Realität, wie wir sie kennen, vordringen zu können.
Avalon ist auch der Name des alles beherrschenden Biotech-Konzerns in dem 2006 produzierten, graphisch experimentellen Sci-Fi-Film "Renaissance" von Christian Volckman.
Auf ihrem 2006 Album "In every waking moment" besingt die Schweizerband Lovebugs zusammen mit Lene Marlin den Mythos "Avalon".
Literatur
- Geoffrey Ashe: Artikel Avalon, in: Norris J. Lacy (Hg.), The new Arthurian encyclopedia, New York & London 1996, Seite 25-26 ISBN 0-8153-2303-4
- Artikel Avalon, in: Christopher W. Bruce, The Arthurian name dictionary, New York & London 1999, Seite 50-51 ISBN 0-8153-2865-6
- Norris J. Lacy und Geoffrey Ashe: The Arthurian handbook, (= Garland reference library of the humanities, Volume 1920), 2. Auflage New York & London 1997 ISBN 0-8153-2081-7
Weblinks
Siehe auch
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Avalon_%28Mythologie%29, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
