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Ausdrucksmuster

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Als Ausdrucksmuster werden zwei verschiedene Dinge bezeichnet.

  1. In der Ausdruckspsychologie bezeichnet es die Eigenschaft eines organismischen Bewegungsablaufes, nur bei einer bestimmten, sehr restriktiven Ausführung nonverbale Information transportieren zu können. Es handelt sich physiologische Bewegungsabläufe im Zeitfluss. Jeder mögliche Ausdruck an Mensch und Tier lässt sich auf sein spezielles Ausdrucksmuster zurückführen. Deshalb wird hier nur ein Teil des Verhaltens als ausdrucksmusterhaft angesehen.
  2. In der Kommunikationspsychologie bezeichnet der Begriff eine allgemeine Eigenschaft jeder beliebigen organismischen Bewegung, ihr Informationen entnehmen zu können. (siehe Paul Watzlawick; Man kann nicht nicht kommunizieren). Nach dieser Definition ist jegliches Verhalten ausdrucksmusterhaft, unabhängig von anderen Aspekten.
Bild:Kea-ausdruckskraft01.jpg
Das Ausdrucksmuster ist sehr restriktiv. Es kann nicht verlassen werden, ohne dass die Ausdrucksstärke sinkt.

Inhaltsverzeichnis

Ausdrucksmuster in der Ausdruckspsychologie

Die linke Abbildung zeigt das korrekte Ausdrucksmuster der erblichen Geste des Hinweisens, welche die Arme in der gezeigten Weise anwinkelt und die Handflächen dem Betrachter zudreht. Man kann den Ausdruck verstehen, solange dieses Muster eingehalten wird. Bereits eine Drehung der Handflächen bewirkt, dass das Ausdrucksmuster und somit der Ausdruck selbst zerstört wird.

Kommunikativität und Ausdrucksmuster

In der Ausdruckspsychologie spielt die Kommunikativität keine Rolle für das Aussrucksmuster. Ausdrücke werden von Menschen auch gezeigt, wenn niemand zugegen ist, der sie beobachten könnte. So lachen oder schimpfen Personen auch dann, wenn sie beispielsweise allein vor dem Computer sitzen. Auch der Gang zur Toilette erfolgt in aller Regel allein (stilles Örtchen), und doch werden bei dieser Gelegenheit ausgeprägte Willensmienen gezeigt.

Die Kommunikativität spielt aber eine große Rolle in der Kommunikationspsychologie.

Bild:Kea-ausdruckskraft02.jpg
Die Lateralität ist Bestandteil des Verhaltens, nicht jedoch Bestandteil des Ausdrucksmusters.

Lateralität

Als Lateralität bezeichnet man in der Ausdruckspsychologie den Umstand, dass alle Ausdrücke mit beiden Körperseiten ausgeführt werden können. (gespiegelt)

Die Lateralität ist Bestandteil des Verhaltens, aber nicht Bestandteil des Ausdrucksmusters. Es spielt keine Rolle, mit welcher Körperseite ein Ausdruck gezeigt wird, denn man drückt immer exakt das selbe damit aus. Auch die Ausdrucksstärke bleibt von der Lateralität unberührt.

Zwei Formen von Ausdrucksmustern

Es ist grundsätzlich zwischen den zwei Formen zu unterscheiden:

  1. Ausdrucksmuster im Ausdrucksverhalten sowie
  2. Ausdrucksmuster im Ausdrucksverständnis

Die erste Leistung ist motorisch, die zweite kognitiv. Beide werden durch unterschiedliche Gene vererbt bzw. an unterschiedliche Lokalitäten gelernt.

Erblichkeit von Ausdrucksmustern

Zahlreiche Ausdrucksmuster werden vererbt. Dies betrifft sowohl das Ausdrucksmuster im Ausdrucksverhalten, als auch das Ausdrucksmuster im Ausdrucksverständnis.

Die Mechanismen der Vererbung von Ausdrucksverhalten sind im Bereich der Emotionsausdrücke identisch mit jenen emotionaler Prozesse und durch Paul Ekman im Rahmen seiner neurokulturellen Theorie untersucht worden. Die Mechanismen der Vererbung von Ausdrucksverständnis sind unbekannt.

Die meisten Ausdrucksmuster sind kulturell erworben. Ihre Verbreitung erfolgt durch verschiedene Lernformen, wie beispielsweise Lernen durch Nachahmung. Es kommt hier durch die Medien (Fernsehen, Kino usw.) zur modehaften Verbreitung von erworbenen Ausdrücken.

Bild:Kea-gebieten01.jpg
Das Ausdrucksmuster des Gebietens zeigt mit Hand oder Finger in Richtung Boden vor die Person.

Weitere Beispiele

Zum Ausdrucksmuster der erblichen Geste des Gebietens gehört es, dass die Person den Arm gestreckt vor sich hält und mit dem Finger auf den Boden zeigt. Dieses Muster kann auch in gegenstandsnutzenden Formen vorkommen, etwa wenn mit Stiften oder ähnlichem geboten wird.

Ebenfalls gegenstandsnutzend ist eine Variante, bei der mit dem Finger auf eine Unterlage, Tisch o.ä. getippt wird. Hierbei ist dann die Unterlage der Gegenstand. (siehe Ausdrucksverstärkungsverhalten) Alle gegenstandsnutzenden Formen sowie Formen sind nicht erblich, sondern erworben und kulturspezifisch.

Bild:Kea-denkeinfall02.jpg
Das Ausdrucksmuster des gestischen Denkeinfalls führt die flache Hand zum Kopf und legt oder schlägt auf die Stirn.

Als weiteres Beispiel sei der gestische Denkeinfalls angeführt. Die Geste ist kulturspezifisch und nicht überall auf der Welt verbreitet. "Leichte Schläge an den Kopf erhöhen das Denkvermögen."

Ausdrucksmuster in der Kommunikationspsychologie

Abweichend zur Ausdruckspsychologie, versteht die Kommunikationspsychologie unter Ausdrucksmuster eine allgemeine Eigenschaft jeden Verhaltens, hinsichtlich der Informationsaufnahme durch den Beobachter. Die Musterhaftigkeit wird vielfach nicht beachtet, da sie keinen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung von Kommunikationsprozessen liefern kann.

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