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Augusterlebnis
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Der Begriff Augusterlebnis bezeichnet die Stimmung weiter Kreise des deutschen Volkes im August 1914, dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Unter vielen Deutschen und Österreichern herrschte damals Begeisterung für den Krieg gegen Serbien, Russland und später Frankreich. Besonders der erwartete Sieg über Frankreich war für viele Deutsche eine Frage des Nationalstolzes.
Als die Soldaten in den Krieg zogen, standen Menschenmengen Spalier und jubelten. Die Bajonette waren mit Blumen geschmückt. Manche Schriftsteller und Künstler begrüßten den Kriegsausbruch. Thomas Mann sprach vom Krieg als einer "Reinigung" und als einem Ausstieg aus der "satten Friedenswelt". Nationalistisch gesinnte Deutsche sprachen vom "reinigenden Stahlbad der Nation". Innerhalb der sich spaltenden SPD propagierte die Lensch-Cunow-Haenisch-Gruppe Begriffe wie "Kriegssozialismus", "Staatssozialismus" und "nationaler Sozialismus". Viele Menschen in Deutschland, darunter auch Adolf Hitler, empfanden den Kriegsbeginn als "Erweckungserlebnis". Der Gedanke des Imperialismus und das jahrelange Säbelrasseln unter den Staatsoberhäuptern hatten ihre Spuren hinterlassen.
