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Auguste Kerckhoffs

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Auguste Kerckhoffs

Auguste Kerckhoffs von Nieuwenhof (* 19. Januar 1835 in Nuth (heute Niederlande); † 1903 in Paris) war ein niederländischer Linguist und Kryptologe.

Kerckhoffs als Kryptologe

Seine Schrift La Cryptographie militaire (1883) gilt als Meilenstein der Kryptographie des 19. Jahrhunderts, die sich damals mit vertraulicher Kommunikation über Telegraphenleitungen beschäftigte.

Das Werk beinhaltet das (heute unter seinem Namen bekannte) Kerckhoffs-Prinzip für die "strategische Kryptologie", nach damaligem Verständnis eine militärische Wissenschaft. Es werden weitere Regeln und Anforderungen für vertrauliche Kommunikation aufgestellt:

  • Eine verschlüsselte Nachricht darf ohne Schlüssel nicht effizient zu entschlüsseln sein
  • die Kommunikationspartner dürfen keinen Schaden erleiden, wenn das Verschlüsselungssystem bekannt wird
  • der Schlüssel muss leicht zu merken und auswechselbar sein
  • die Kryptogramme müssen übertragbar, d.h. damals telegraphierbar, sein
  • der Chiffrierapparat und die Dokumente müssen transportierbar sein
  • das System muss einfach (ohne Expertenhilfe) zu benutzen sein
  • das Chiffriersystem sollte von Experten gut untersucht sein

Diese Regeln haben, wenn man eine behutsame Interpretation für Probleme der heutigen Zeit vornimmt, noch immer Gültigkeit. Der leicht zu merkende Schlüssel wäre heute eher ein Passwort bzw. eine PIN. Transportierbarkeit ist für Softwarelösungen natürlich trivial gegeben; bei Hardware (z.B. Implementierung auf Chipkarten) aber auch noch heute eine Herausforderung.

Kerckhoffs als Interlinguist

Kerckhoffs war einige Jahre lang auch Präsident der Volapük-Akademie und propagierte diese Welthilfssprache in mehreren Ländern. Differenzen über eine Reform des Volapük führten zum Bruch mit dessen Schöpfer, den Pfarrer Johann Martin Schleyer, der seine Rechte an der Sprache gewahrt wissen wollte. Dies führte zu einer Spaltung der Volapük-Bewegung.

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