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August III. (Polen)

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Bild:Largilliere-Auguste keurvorst von saksen 1715.jpg
Bildnis des Kurprinzen August im Harnisch aus dem Jahre 1715, gemalt von Nicolas de Largillière
Friedrich August II. (* 17. Oktober 1696 in Dresden; † 5. Oktober 1763 ebd.), Sohn Augusts des Starken; war Kurfürst von Sachsen und als August III. auch König von Polen und Großherzog von Litauen. In Polen auch August der Fette (August Gruby) oder August der Sachse (August Sas) genannt. Gehörte zu den größten Kunstmäzen seiner Zeit, stürzte jedoch durch seine Interessenlosigkeit an Staatsaufgaben einerseits und die extreme Fortführung der väterlichen Außenpolitik durch seine Minister andererseits den Kurstaat ins Unglück.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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August III. von Polen (Zeichnung von Jan Matejko)

Der Sohn August des Starken und Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth kümmerte sich wenig um Politik, solche Probleme überforderten ihn. Er veranstaltete gern Jagden, ging häufig in die Oper, kümmerte sich um seine umfangreichen Kunstsammlungen (Dresdner Gemäldesammlung, unter anderem Sixtinische Madonna) und bewies großen Familiensinn.

Der Kurfürst wurde mit Unterstützung Österreichs und Russlands und den üblichen Bestechungen zum König von Polen gewählt, was den Polnischen Thronfolgekrieg auslöste. August III. wurde am 17. Januar 1734 gekrönt und behauptete die Krone im Frieden von Wien 1738.

Seine Regierung in Polen war angesichts des Streits zwischen den Magnatengruppen der "Czartoryski" und "Potocki" im Reichstag (Sejm) bedeutungslos. Fast alle Reichstage blieben ergebnislos (vergleiche Liberum Veto) und das Königreich Polen löste sich im Gezänk auf. Ein Beispiel waren die Reichstage von 1744 und 1746, in denen die Krone und der Großkanzler vorsichtig definierte Reformen im Wirtschafts- und Militärsektor auf den Weg bringen wollten. Sie waren jedoch außerstande, die verfeindeten Magnatenparteien überhaupt an einen Tisch zu bringen. Letztlich scheiterten sie im Sejm, unter ausländischer Einmischung. Ohne ordnungsgemäß abgehaltene Sejms mussten die Minister auch keine Rechenschaft ablegen, was die Korruption förderte.

Bild:Louis 1714.jpg
Ludwig XIV. von Frankreich empfängt den späteren König von Polen und Kurfürsten von Sachsen, August III. im Schloss Fontainebleau 1714
Angesichts dieser Sachlage hofften sich der König und sein Premierminister Brühl in Polen mit dem „Ministerialsystem” sachsentreuer Magnaten (die in Schlüsselpositionen gesetzt wurden) über Wasser zu halten und beide Länder politisch verbinden zu können. Sie erlangten im Siebenjährigen Krieg sogar die Zustimmung ihrer drei Verbündeten für eine erneute Thronkandidatur Sachsens, aber die Erfolge waren nur scheinbar und nicht von Dauer. Ein bescheidener Wirtschaftsaufschwung war in Polen weiterhin bemerkbar, später beeinträchtigt durch die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges (preuss. Münzfälschung, Kontributionen).
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August III. von Polen zu Pferde (Stich nach Johann Elias Ridinger)
In Sachsen führte Heinrich von Brühl nach dem Sturz Graf Sulkowskis von 1738 bis 1756 die alleinige Regierung, 1746 wurde er formell Premierminister. Brühl hatte von Wirtschaft keine Ahnung. Er war ein erfolgreicher Diplomat und festigte die Verwaltung, wurde aber wegen falscher Finanzpolitik im Landtag 1749 scharf angegriffen. Trotz rücksichtsloser finanzieller Maßnahmen Brühls steuerte Sachsen in eine Staatskrise. Der Zwangsumtausch von Vermögenswerten in staatliche Schuldverschreibungen erschütterte die Wirtschaft, die ohnehin zu kleine Armee musste abgerüstet und ein bedeutender Anteil der Steuern verpfändet werden. Dazu kam der Druck von außen, denn der sächsische Export wurde durch die preussische (Zoll-)Politik jener Zeit stark behindert.
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August III. von Polen und Sachsen in polnischer Tracht

Aber erst der Siebenjährige Krieg brachte für Sachsen 1756 den Absturz. Die zu kleine sächsische Armee kapitulierte unter Graf Rutowski kampflos am Lilienstein, August III. und sein Hof zogen nach Warschau um, wo sie bis zum Ende des Krieges in politischer Ohnmacht verblieben. Sachsen, nun behelfsweise von den Preußen und von einigen Kabinettsministern verwaltet, wurde zum Kriegsschauplatz und litt unter den hohen Kontributionen beider Seiten. Es bezahlte zweifellos einen großen Teil der preußischen Kriegskosten ("Sachsen ist wie ein Mehlsack, egal wie oft man draufschlägt, es kommt immer noch etwas heraus." Zitat: Friedrich II. v. Preußen zugeschrieben). Dresden selbst wechselte die Besatzung und wurde von Friedrich II. 1760 belagert, was umfangreiche Zerstörungen zur Folge hatte.

Als der Siebenjährige Krieg im Hubertusburger Frieden 1763 zu Ende ging, war das bis dahin recht wohlhabende Sachsen ruiniert, was der Hof nur ungern zur Kenntnis nahm. Und auf die Vergabe der polnischen Krone hatte Sachsen keinerlei Einfluss mehr. Dauerhafteren Nachruhm bescherte diesem Kurfürst-König seine eingangs erwähnte Liebe zur Kunst.

Baumaßnahmen Sachsen

Bild:Hyacinthe Rigaud 002.jpg
Friedrich August von Sachsen als Kurprinz im Harnisch und mit einem Mohr, gemalt von Hyacinthe Rigaud, 1715, Öl auf Leinwand, 250 × 173 cm, Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden

Baumaßnahmen Warschau

Nachkommen

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Friedrich August von Sachsen

Am 20. August 1719 heiratete er in Dresden

Literatur

  • Jacek Staszewski: August III. Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Akademie-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-05-002600-6


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