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August III. (Polen)
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Leben
Der Sohn August des Starken und Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth kümmerte sich wenig um Politik, solche Probleme überforderten ihn. Er veranstaltete gern Jagden, ging häufig in die Oper, kümmerte sich um seine umfangreichen Kunstsammlungen (Dresdner Gemäldesammlung, unter anderem Sixtinische Madonna) und bewies großen Familiensinn.
Der Kurfürst wurde mit Unterstützung Österreichs und Russlands und den üblichen Bestechungen zum König von Polen gewählt, was den Polnischen Thronfolgekrieg auslöste. August III. wurde am 17. Januar 1734 gekrönt und behauptete die Krone im Frieden von Wien 1738.
Seine Regierung in Polen war angesichts des Streits zwischen den Magnatengruppen der "Czartoryski" und "Potocki" im Reichstag (Sejm) bedeutungslos. Fast alle Reichstage blieben ergebnislos (vergleiche Liberum Veto) und das Königreich Polen löste sich im Gezänk auf. Ein Beispiel waren die Reichstage von 1744 und 1746, in denen die Krone und der Großkanzler vorsichtig definierte Reformen im Wirtschafts- und Militärsektor auf den Weg bringen wollten. Sie waren jedoch außerstande, die verfeindeten Magnatenparteien überhaupt an einen Tisch zu bringen. Letztlich scheiterten sie im Sejm, unter ausländischer Einmischung. Ohne ordnungsgemäß abgehaltene Sejms mussten die Minister auch keine Rechenschaft ablegen, was die Korruption förderte.
Aber erst der Siebenjährige Krieg brachte für Sachsen 1756 den Absturz. Die zu kleine sächsische Armee kapitulierte unter Graf Rutowski kampflos am Lilienstein, August III. und sein Hof zogen nach Warschau um, wo sie bis zum Ende des Krieges in politischer Ohnmacht verblieben. Sachsen, nun behelfsweise von den Preußen und von einigen Kabinettsministern verwaltet, wurde zum Kriegsschauplatz und litt unter den hohen Kontributionen beider Seiten. Es bezahlte zweifellos einen großen Teil der preußischen Kriegskosten ("Sachsen ist wie ein Mehlsack, egal wie oft man draufschlägt, es kommt immer noch etwas heraus." Zitat: Friedrich II. v. Preußen zugeschrieben). Dresden selbst wechselte die Besatzung und wurde von Friedrich II. 1760 belagert, was umfangreiche Zerstörungen zur Folge hatte.
Als der Siebenjährige Krieg im Hubertusburger Frieden 1763 zu Ende ging, war das bis dahin recht wohlhabende Sachsen ruiniert, was der Hof nur ungern zur Kenntnis nahm. Und auf die Vergabe der polnischen Krone hatte Sachsen keinerlei Einfluss mehr. Dauerhafteren Nachruhm bescherte diesem Kurfürst-König seine eingangs erwähnte Liebe zur Kunst.
Baumaßnahmen Sachsen
- Schloss Hubertusburg
- Katholische Hofkirche, Dresden
- Spitzhaus in Radebeul 1749 nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann
Baumaßnahmen Warschau
- Sächsisches Schloss (zerstört 1944)
- Brühlsches Schloss (zerstört 1944)
Nachkommen
Am 20. August 1719 heiratete er in Dresden
- Maria Josefa Benedikta Antonia Theresia Xaveria Philippine (* 8. Dezember 1699 in Wien; † 17. November 1757 in Dresden), Erzherzogin von Österreich. Sie hatten zusammen folgende Kinder:
- Friedrich August Franz Xaver (* 18. November 1720 in Dresden; † 22. Januar 1721 in Dresden), Prinz von Polen und Kurprinz von Sachsen
- Joseph August Wilhelm Friedrich Franz Xaver Johann Nepomuk (* 24. Oktober 1721 in Pillnitz; † 14. März 1728 in Dresden), Prinz von Polen und Kurprinz von Sachsen
- Friedrich Christian Leopold Johann Georg Franz Xaver (* 5. September 1722 in Dresden; † 17. Dezember 1763 in Dresden), Prinz von Polen und Kurfürst von Sachsen
- ein Kind (*/† 23. Juli 1723)
- Maria Amalia Christina Franziska Xaveria Flora Walburga (1724-1760), Prinzessin von Polen und Sachsen - verheiratet mit Karl, Herzog von Parma und Piacenza (I.), König von Spanien (III.), Neapel (VII.) und Sizilien (V.)
- Maria Margareta Franziska Xaveria (* 13. September 1727 in Dresden; † 1. Februar 1734 in Dresden), Prinzessin von Polen und Sachsen
- Maria Anna Sophie Sabina Angela Franziska Xaveria (1728-1797), Prinzessin von Polen und Sachsen - verheiratet mit Maximilian III. Joseph von Bayern
- Franz Xaver Albert August Ludwig Benno (1730-1806), Prinz von Polen und Sachsen, Graf von der Lausitz, Administrator von Sachsen
- Maria Josepha Karolina Eleonore Franziska Xaveria (1731-1767), Prinzessin von Polen und Sachsen - verheiratet mit Ludwig von Bourbon (1729-1765), Dauphin von Frankreich
- Karl Christian Joseph Ignaz Eugen Franz Xaver (1733-1796), Prinz von Polen und Sachsen, Herzog von Kurland und Semgallen
- Maria Christina Anna Teresia Salomea Eulalia Franziska Xaveria (1735-1782), Prinzessin von Polen und Sachsen, Sternkreuzordensdame und seit 1773 Fürstäbtissin in Remiremont
- Maria Elisabeth Apollonia Casimira Francisca Xaveria (* 9. Februar 1736 in Warschau; † 24. Dezember 1818 in Dresden), Prinzessin von Polen und Sachsen, Sternkreuzordensdame
- Albert Kasimir August Ignaz Pius Franz Xaver (1738-1822), Prinz von Polen, Herzog von Sachsen-Teschen und Generalstatthalter der Österreichischen Niederlande
- Clemens Wenceslaus August Hubertum Franz Xaver (1739-1812), Prinz von Polen und Sachsen, Domherr zu Köln, Propst von St. Johann und Ellwangen, Fürstbischof von Freising, Regensburg und Augsburg, Kurfürst und Erzbischof von Trier
- Maria Kunigunde Dorothea Hedwig Franziska Xaveria Florentina (* 10. November 1740 in Warschau; † 8. April 1826 in Dresden), Prinzessin von Polen und Sachsen, Sternkreuzordensdame, Kanonisse zu Münsterbilsen, Fürstäbtissin von Thorn und Essen
Literatur
- Jacek Staszewski: August III. Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Akademie-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-05-002600-6
| Vorgänger | Kurfürst von Sachsen 1733 - 1763 | Nachfolger |
| Vorgänger August II. (bzw. Stanislaus I. als Gegenkönig) | König von Polen und Großherzog von Litauen 1733/34/36 - 1763 | Nachfolger |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | August III. |
| ALTERNATIVNAMEN | Friedrich August II. |
| KURZBESCHREIBUNG | König von Polen und Kurfürst von Sachsen |
| GEBURTSDATUM | 17. Oktober 1696 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 5. Oktober 1763 |
| STERBEORT | Dresden |
