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Aufziehspielzeug
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Unter einem Aufziehspielzeug versteht man ein mechanisches Spielzeug, das durch einen mechanischen Energiespeicher angetrieben wird, meist eine Spiralfeder (Federwerkmotor), manchmal auch ein Gummiband (Gummimotor). Die Feder wird wie bei einem Uhrwerk "aufgezogen", indem man sie durch Drehung eines Aufziehschlüssels spannt. Danach läuft sie ab und versetzt so das Spielzeug in Bewegung.
Es gab eine Reihe verschiedener Aufziehspielzeuge (Autos, Lokomotiven, Puppen, Tiere ...), jedoch sind sie durch die zunehmende Verwendung von Elektromotoren als Antrieb aus der Mode gekommen. Aus diesem Grunde besitzen Aufziehspielzeuge allerdings heute vielfach Sammlerwert.
Aufziehspielzeug: Figuren
Sie hatten ihre Blütezeit in den 50er, 60er und 70er Jahren. Sehr beliebt war die Affenkapelle, die fast jedes Kind zum Spielen hatte. Die meisten Figuren, Tiere oder menschliche Gestalten, besaßen ein Uhrwerk, hergestellt von der Firma Bühler oder Peter Weiss. Dieses Werk war umkleidet von einer in die jeweilige Form gepreßte Pappe (oder Blech), die dann mit Filz oder Plüsch überzogen wurde. Die mittels einer Feder angetriebenen Zahnräder machten es möglich, daß die Figuren tanzen, laufen, sich überschlagen oder Musik machen konnten. Der Ideenvielfalt waren keine Grenzen gesetzt und die Firmen erfanden immer neue Formen und Varianten strumenten.
Hersteller:
Max Carl
Der bekannteste Hersteller solcher Figuren war Max Carl. Bild:Carl Firmenlogo.jpg
Max Carl übenahm 1924 einen Betrieb für Kuschel- und Stofftiere in Judenbach, Thüringen. Schon ab 1920 wurden dort die ersten Tiere mit Laufwerk entwickelt. Diese wurden innerhalb des Sortiments immer mehr zu Verkaufsschlagern. Zwischen 1930 und 1936 gab es dann die ersten musizierenden Affen. Im Jahre 1952 wurde Max Carl vom DDR System enteignet. Mit seinem Sohn Helmuth Carl übersiedelte er in den freien Teil Deutschlands. In einem Keller in Creidlitz begann man mit einer bescheidenen Kollektion von drei Spielzeugen. Das Sortiment wuchs im Laufe der Jahrzehnte auf die stattliche Anzahl von 150 unterschiedlichen Figuren an. 1973 beschäftigte das Unternehmen in den veschiedenen Fertigungstätten in Creidlitz, Coburg und Aschau am Chiemsee etwa 200 Personen. Aus Altersgründen stellte Helmuth Carl 1992 die Produktion ein. Das Firmenlogo, das auf jeder Figur zu finden ist, besteht aus einem Affenkopf, eingebettet in ein Großes C mit einem kleinen m.
Erich Motschmann
Ein weiterer Hersteller dieser Art von Spielzeug war Erich Motschmann (EMO). Bild:Firmenlogo EMO.jpg
Erich Motschmann begründete in seiner Heimatstadt Neustadt bei Coburg, bekannt als eine der Hochburgen der Spielzeugindustrie, nach dem Kriegsende eine Spielzeugfirma. 1949 begann er mit der Produktion von Puppen. Einige fleißige Familienmitglieder, ein paar alte Nähmschinen und ein kleines Gebäude reichten für den Anfang. Bald ließ auch er sein Spielzeug laufen. Die im Volksmund "Hopper" genannten Aufziehtiere waren schnell ein großer Erfolg. 1960 wurde der Hund "Bundl" 30000 mal hergestellt. Eine fast unglaubliche Arbeitsleistung in Anbetracht der kleinen Belegschaft. Typisch für die sitzenden oder stehenden EMO-Figuren war der Buckel. Daran sind sie leicht von denen der Firma Max Carl zu unterscheiden, denn auch EMO produzierte eine Affenkapelle. Ein weiterer Unterschied zu Carl ist der festsitzende Schlüssel. Bei Carl ist er aus Metall, bei EMO aus weißem Kunststoff. Sehr begehrt bei Sammlern sind die Disney-Figuren. Ende der 70er Jahre wurde die Produktion unrentabel und die Firma stellte ihren Betrieb ein.
Mechanische Spielwaren Judenbach Bild:MESJU.jpg
Weitgehend unbekannt ist, wie es in Thüringen, in Judenbach, der Wiege der mechanischen Spielzeugherstellung, nach dem Krieg weiterging. Die kleinen Fabriken, die wieder zu produzieren anfingen, hatten es schwer. Es wurde eine Einkaufs- und Liefergenossenschaft, eine "E.und L." gegründet. So konnten sie bevorzugt mit Material beliefert werden. Nachdem der Staat die Bedeutung dieses Industriezweiges erkannt hatte, wurde das Spielwarenherstellerhandwerk eingeführt. Einige kleine Fabriken schlossen sich mit ihren Werkstätten zusammen. Aus solch einem Treuhandbetrieb entstand 1953 ein volkseigener Betrieb, die "Mechanische Spielwaren Judenbach "MESJU". Zu Anfang produzierte man in einem Wohnhaus. Es waren ca. 20 Personen beschäftigt. Das Sortiment bestand aus mechanischen Kunststoffautos, Karussells, Motorrollern und Figuren. Ein besonderer Schlager war auch hier die Affenkapelle. Im Laufe der Zeit wurden jedoch die kleinen Spielzeugfirmen abeschafft. Sie wurden in die Produktionsgenossenschaft des Handels PGH übernommen. Auch diese fertigten mechanisches Spielzeug, bekannt unter dem Namen SONNI.
http://www.mechanisches-spielzeug.de
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