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Auflösung (Fotografie)

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Als Auflösung oder Auflösungsvermögen bezeichnet man in der Fotografie die Fähigkeit eines Objektivs oder Films, bestimmte kleinste Strukturen noch wiedergeben zu können. Das Auflösungsvermögen von Filmen wird in der Modulationsübertragungsfunktion (engl. modulation transfer function]], MTF) angegeben.

Inhaltsverzeichnis

Ermittlung

Zur Ermittlung des Auflösungsvermögens werden Testaufnahmen von Strichmustern angefertigt, die in der Regel schwarz-weiß oder zumindest einfarbig sind. Dazu wird auf den Film ein Strichraster mit zunehmender Ortsfrequenz (in Linien pro Millimeter bzw. Perioden pro Millimeter) und abgestimmter Intensität aufbelichtet und mit einem Mikrodensitometer überprüft, wie stark der Modulationsgrad der Abbildung mit zunehmender Ortsfrequenz prozentual abnimmt. Die Gitterkonstante eines solchen Strichmusters ist nicht konstant, sondern verändert sich kontinuierlich.

Die Ermittlung des Auflösungsvermögens erfolgt durch Abzählen der noch erkennbaren Anzahl von Strichintervallen pro Millimeter. Die durch den MTF-Wert beschriebene Bildqualität eines Films oder Objektivs berücksicht neben anderen Faktoren wie dem reproduzierbaren Bildkontrast auch das Auflösungsvermögen.

Die üblichen Verfahren liefern nur eine Aussage über das Auflösungsvermögen in Bezug auf hell-dunkel-Kontraste. Es kann daraus nicht abgeleitet werden, wie gut die Auflösung von vielfarbigen Strukturen ist. Hierzu ist es notwendig mehrfarbige Vorlagen, wie zum Beispiel Weißlichtinterferogramme oder farbige Rauschmuster zu verwenden.

Abbildung: Testmuster zur Bestimmung des Auflösungsvermögens von fotografischen Objektiven und Filmen.

Bild:Aufloesung testmuster 1 small.png

Körnigkeit und Auflösungsvermögen

Körnigkeit und Auflösungsvermögen einiger Farbnegativ- und Umkehrfilme:

Filmtyp Körnigkeit (RMS) Objektkontrast in L/mm
1,6:1 1000:1
Farbnegativfilme
Fujicolor Reala 100 4 63 125
Agfacolor XRG 100 4,5 50 130
Kodak Gold II 100 - 50 100
Vericolor III prof. Type S - 50 100
Fujicolor 400 Super G 4 50 100
Kodak Gold II 400 - 50 100
Agfacolor XRS 1000 prof. 8 40 100
Kodak Ektar 100 - 40 80
Fujicolor Super HG 1600 10 - -
Kodak Ektapress Gold prof. 1600 11 40 80
Farbumkehrfilme
Fujichrome Velvia prof. (50 ASA) 9 80 160
Fujichrome Provia 100F (100 ASA) 8 60 140
Fujichrome Provia 400 F prof. (400 ASA) 13 55 135
Fujichrome Astia 100F (100 ASA) 7 60 140
Kodachrome 25 9 63 100
Agfachrome RS 50 plus prof. 10 - -
Agfachrome RSX II 50 10 55 125
Agfachrome RSX II 100 10 50 125
Agfachrome RSX II 200 12 50 110
Kodachrome 64 10 63 100
Ektachrome 100 prof. 11 50 100
Kodachrome 200 16 50 100
Ektachrome 400 HC 17 40 80
Agfachrome 1000 RS prof. 26 - -
Ektachrome P800/1600 prof. (bei 400/800 ASA) - 40 80
Ektachrome P800/1600 prof. (bei 1600/3200 ASA) - 32 63
Schwarzweißfilme
Agfa Scala (200 ASA Diafilm) 11 50 120
Agfa APX 25 (25 ASA) 7 - 200
Agfa APX 100 (100 ASA) 9 - 150
Agfa APX 400 (400 ASA) 14 - 110

Angaben nach den Datenblättern der Hersteller und [1].

Vergleichbarkeit von analoger und digitaler Fotografie

Chemischen Kleinbildfilm gibt es in vielen Empfindlichkeitsstufen. Je empfindlicher der Film desto körniger die Emulsionsschicht. Dies bedingt natürlich eine deutliche Reduzierung der Auflösung. Betrachtet man einen typischen recht feinkörnigen Kleinbildfilm der Empfindlichkeit ISO 100 nach ISO 5800, so erzielt eine kleine Digitalkamera mit sechs bis zehn Millionen Bildpunkten in etwa die gleiche Auflösung. Bedingt durch das immer noch sichtbare Filmkorn wirkt das Bild aber im Gegensatz zur digitalen Aufnahme deutlich unsauberer. Um die gleiche Gesamtbildqualität zu erreichen, reichen in der Praxis meist vier bis sechs Millionen Bildpunkte völlig aus um einen vergleichbaren Ausdruck zu produzieren.

Die großen digitalen Spiegelreflexkameras hingegen liefern praktisch rauschfreie Bilder und selbst die Sechs-Megapixel-Klasse ist zumeist besser als der chemische 35-mm-Kleinbildfilm.

Siehe auch

Literatur

  • Joachim Böhringer u.a.: Kompendium der Mediengestaltung, Berlin: Springer, 1. A. 2001, S. S. 84 ff.

Weblink

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