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Aufforstung
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Aufforstung bedeutet in der Forstwirtschaft das Anpflanzen von Bäumen oder die Aussaat von Samen mit dem Ziel einer Bewaldung, oft als Wiederherstellung einer früheren, durch Abholzung, Sturmschäden, etc. verschwundenen Bewaldung. War die aufzuforstende Fläche bereits vorher mit Wald bestockt, spricht man von einer Wiederaufforstung, ansonsten von einer Erstaufforstung. Aufforstung und Naturverjüngung sind wesentliche Kerngedanken der forstlichen Nachhaltigkeit. Die verschiedenen Aufforstungstechniken sind Gegenstand der forstwissenschaftlichen Waldbaulehre.
Die durch die Aufforstung erhoffte Wirkung ist regional und zeitlich unterschiedlich:
- Verringerung der Bodenerosion durch Wind und Wasser, Erhalt der Fruchtbarkeit umliegender landwirtschaftlicher Flächen. (z. B. Chinas Grüne Mauer, Dust Bowl im Mittleren Westen der USA)
- Erhöhung des Grundwasserspiegels
- Schutz von Grundwassereinzugsgebieten
- Wiederherstellung der Biodiversität
- Aufhalten einer drohenden Desertifikation
- Vorbeugung gegen Überschwemmungen durch die hohe Wasserspeicherkapazität von Wald.
- In Gebirgsregionen der Schutz vor Lawinen
- Holzverwertung oder Verwertung der Früchte, Blätter etc.
- Bindung und Speicherung von CO2 zur Verringerung des Treibhauseffektes (CO2-Sequestrierung)
In der Regel sollen durch Aufforstungstätigkeiten aber alle diese Waldfunktionen erreicht werden.
Die erste geschichtlich belegte erfolgreiche Methode zur Aufforstung mit Nadelholzsaaten in großem Stil entwickelte 1368 der Nürnberger Rats- und Handelsherr Peter Stromer (um 1315-1388) im Nürnberger Reichswald. Damit wurde dieses Waldgebiet zum ersten Kunstforst der Welt und Stromer zum „Vater der Forstkultur“.
In Deutschland ist die Wiederaufforstung abgeholzter oder geschädigter Waldflächen nach dem Bundeswaldgesetz Pflicht (BWaldG § 11).
Siehe auch
Literatur
- Ernst Röhrig, Norbert Bartsch, Burghard von Lüpke, Alfred Dengler (Begründer): Waldbau auf ökologischer Grundlage. 7., vollständig aktualisierte Auflage. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2006, 479 S., ISBN 3-8252-8310-0 (UTB) oder ISBN 3-8001-4595-2 (Ulmer)
- Hans Hausrath: Geschichte des deutschen Waldbaus. Von seinen Anfängen bis 1850. Schriftenreihe des Instituts für Forstpolitik und Raumordnung der Universität Freiburg. Hochschulverlag, Freiburg im Breisgau 1982, ISBN 3-8107-6803-0
