Attendorn

Aus Kefk

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Attendorn.jpg
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Koordinaten: Koordinaten: 51° 7′ N, 7° 54′ O51° 7′ N, 7° 54′ O
Höhe: 350 m ü. NN
Fläche: 97,86 km²
Einwohner: 25.120 (30. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 257 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57439
Vorwahl: 02722
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kölner Straße 12
57439 Attendorn
Webpräsenz:
Bürgermeister: Alfons Stumpf (SPD)

Attendorn ist eine deutsche Stadt im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bild:Attendorn2006.JPG
Innenstadt aus Südosten

Die Stadt Attendorn liegt im Naturpark Ebbegebirge, direkt am Biggesee im Nordwesten des Kreises Olpe. Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist die Rüenhardt (636 m ü. NN), am Ahauser Stausee sind es nur 248 m ü. NN. Das Stadtgebiet umfasst 97 km² und etwa die Hälfte der Fläche sind von Wald bedeckt.


Stadtgliederung

Attendorn ist in folgende Stadtteile gegliedert:

Albringhausen - Beukenbeul - Biekhofen - Borghausen - Bremge - Bürberg - Dahlhausen - Dünschede - Ebbelinghagen - Eichen - Ennest - Erlen - Fernholte - Hebberg - Helden - Hofkühl - Holzweg - Jäckelchen - Keseberg - Lichtringhausen - Listerscheid - Mecklinghausen - Merklinghausen - Milstenau - Neuenhof - Neu-Listernohl - Niederhelden - Papiermühle - Petersburg - Rauterkusen - Repe - Rieflinghausen - Röllecken - Sankt Claas - Silbecke - Uelhof - Voßsiepen - Weltringhausen - Wamge - Weschede - Windhausen

Geschichte

Die Lage der Stadt wird durch das in der Attendorner Mulde gute Klima, den ertragreichen Boden und die günstigen Verkehrsmöglichkeiten begünstigt und zog schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen an. Eine stärkere Besiedlung ist aber erst seit dem Mittelalter nachzuweisen.

Die Stadt liegt an dem Schnittpunkt zweier Fernverkehrsstraßen, der Heidenstraße und der so genannten "Königsstraße". In der Zeit Karls des Großen entstand dort eine Urpfarrei. Unter dem Boden der St.-Johannes-Kirche sind die Fundamente einer Missionskirche vorhanden. 1072 stiftete der Erzbischof Anno von Köln das Kloster Grafschaft und stattete es u.a. mit Rechten an einem Hof in Attendorn aus. Die Stiftungsurkunde des Klosters Grafschaft stellt die erste urkundliche Erwähnung von Attendorn dar.

Im Jahre 1222 wurden unter Engelbert I. von Berg der Stadt durch Verleihung des Soester Rechts die Stadtrechte zugesprochen. Die um 1200 errichtete Burg Schnellenberg und die Erwerbung der Waldenburg im Jahre 1248 dienten der Sicherung der Interessen der Stadt Köln in der Region.

Attendorn verdankt die Zeit seiner neben den neun Zünften hauptsächlich den Woll- und Leinewebern. Weiterhin brachte die politische und kirchliche Stellung der Stadt als Grenzfeste gegen die Grafschaft Mark und als Sitz einer Dekanate im alten Erzbistum Köln Reichtum und Wohlstand in die Stadt. Als einzige Stadt des Sauerlandes trat Attendorn 1255 dem Rheinischen Städtebund bei. Attendorn war nur mittelbares Mitglied der deutschen Hanse und wurde deshalb auf den großen Hansetagen durch die Stadt Soest vertreten.

Um 1200 war Attendorn bereits erzbischöfliche Münzstätte. Mittelalterliche Münzen aus Attendorn lassen sich von Brüssel bis Lubnice in Polen und zur Insel Gotland nachweisen.

Vom Anfang des 14. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit bestand ein Hospital mit Kirche und Friedhof vor den Mauern der Stadt. 1420 stiftete Heinrich Weke das Kloster Ewig. 1429 schloss er ein Armenhospital an. Zeitweilig war die Stadt so wohlhabend, dass sie selbst dem Kölner Erzbischof Kredite gewähren konnte. Darüber hinaus erhielt er Unterstützung während seiner Auseinandersetzung mit der Stadt Soest. 1444-1445 halfen sie in der sogenannten Soester Fehde bei der Eroberung der Burg und des Landes Bilstein.

1464, 1597, 1598 und 1613 kam viermal die Pest über die Stadt. 1613, 1623, 1656, 1710, 1732, 1742 und 1783 wüteten Großfeuer in der Stadt. 1656 wurde dabei die halbe Stadt vernichtet. Auch litt die Stadt unter Kriegen, Schatzungen und Einquartierungen. Beispielsweise im Limburger Erbfolge-Krieg 1280, in der Soester Fehde 1444-1449, bei den Truchsessischen Wirren 1583-1584 und im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648. Zur Zeit Napoleons erreichte Attendorn seinen tiefsten wirtschaftlichen Stand. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sie sich davon wieder erholt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Attendorn am 28. März durch Bomben und am 15. Juni 1945 durch eine große Munitionsexplosion stark zerstört.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 - 24.126
  • 1999 - 24.267
  • 2000 - 24.460
  • 2001 - 24.688
  • 2002 - 24.791
  • 2003 - 24.776
  • 2004 - 24.836
  • 2005 - 25.153
  • 2006 - 25.120

Politik

Bürgermeister

Da die Stadt 1783 abgebrannt ist, sind von der Zeit vorher keine Informationen mehr erhalten geblieben.

Bürgermeister (1783-1804)

  • 1783-1804: Franz Anton Plange
  • 1783: Johann Eberhard Hoberg
  • 1783-1784: Johann Emmerich Gottfried Joanvahrs
  • 1786-1794: Johann Pieper
  • 1790-1796: Johann Arnold Gertmann
  • 1791-1793: Dr. Theodor Greve
  • 1800-1802: Ferdinand Dingerkus
  • 1802-1804: Johann Greve
  • 1804: [Stephan?] Dingerkus

Stadtschulheiße (1812-1826)

  • 1812-1818: Johann Anton Goebel
  • 1818-1826: Adolf Salomon

Bürgermeister ab 1826

  • 1826-1829: Adolf Salomon
  • 1829-1832: Kaspar Belke
  • 1832-1835: Eberhard Belke
  • 1835-1862: Arnold Becker
  • 1862-1854: Franz Lex
  • 1864-1865: Ferdinand Wurzer
  • 1865-1866: Eberhard Wilmes (Beigeordneter während der Vakanz)
  • 1866-1908: Richard Heim
  • 1908-1911: Heinrich Tück
  • 1911-1919: Dr. Theodor Laymann
  • 1920-1932: Wilhelm Hennemann
  • 1932-1933: Hans Becker (kommissarisch)
  • 1933-1934: Peter Struif (NSDAP)
  • 1934-1945: Josef Schütte (NSDAP)
  • 1945: Dr. Wolfram Ebers (CDU)
  • 1945-1946: Dr. Johannes Weber (CDU)
  • 1946: Josef Mayworm (SPD)
  • 1946-1948: Robert Schmidt (CDU)
  • 1948-1949: Erich Berghoff (CDU)
  • 1949-1950: August Bruse (SPD)
  • 1951-1952: Robert Schmidt (CDU)
  • 1952-1969: Alois Albus (CDU)
  • 1969-1978: Karl Hammer (CDU)
  • 1978-1994: Josef Rüenauver (CDU) - Ehrenbürgermeister
  • seit 1994: Alfons Stumpf (SPD)

Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt das kurkölnische schwarze Kreuz auf weißen Grund, mit einem roten zunehmenden Mond in der linken oberen Ecke. Das älteste erhaltene Stadtsiegel aus dem Jahr 1243 zeigt den heiligen Petrus, Patron des Erzbistums Köln, mit seinem Schlüssel und einem Halbmond neben seinem Kopf, in späteren Siegeln thronend auf dem kurkölnischen Schild. 1910 wurde das Wappen in seiner heutigen Form amtlich genehmigt, und nach der kommunalen Neuordnung wurde 1970 für Fortführung genehmigt. Der Halbmond wird als Symbol für Johannes den Täufer gedeutet, der als Schutzheiliger der Pfarrgemeinde auch in frühen Sekretsiegeln zu finden war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche St. Johannes Baptist:

Die Kirche wird auch Sauerländer Dom genannt. Sie besitzt einen romanischen Turm aus der Zeit um 1200 und ein gotisches Langhaus aus dem 14. Jahrhundert. Auffallend ist die barocke Haube des Turms, die seit 1634 die Kirche ziert.

Rathaus mit Südsauerlandmuseum:

Das alte Rathaus wurde wohl nach der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und im 18. und 19. Jahrhundert stark verändert. 1962-64 wurde das Äußere in Anlehnung an einige Befunde und einer in der Pfarrkirche aufbewahrten Darstellung in der ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt. Es ist ein mächtiger traufständiger Bau mit rekonstruierten Staffelgiebeln. Das in Arkarden geöffnete Erdgeschoss diente ehemals als Kaufhalle. Heute ist das Gebäude als Südsauerlandmuseum eingerichtet. Es zeigt Exponate aus dem Kreis Olpe und das Westfälische Zinnfigurenkabinett.

Bild:BurgSchnellenberg01.jpg
Zeichnung der Burg Schnellenberg (erste Hälfte 18. Jahrhundert)

Burg Schnellenberg:

Über der Stadt thront die Burg Schnellenberg. Sie ist seit 1594 im Eigentum der Familie der Freiherrn v. Fürstenberg. Im Jahre 1594 kaufte der spätere Landdroste des Herzogtums Westfalen, Kaspar von Fürstenberg, diese reichsunmittelbare Burganlage. Sie gilt heute als die größte und mächtigste Burganlage in Südwestfalen. Sie beherbergt heute ein Hotel und ein Restaurant. Beim Rundgang durch die Burg und bei der Besichtigung der Schatzkammer trifft man auf zahlreiche Zeugnisse der Vergangenheit Attendorns.

Burgruine Waldenburg:

Siehe: Waldenburg (Ruine)

Türme der Stadtmauer:

Von der 1812 abgebrochenen Stadtbefestigung sind der Pulverturm und der Bieketurm aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Der Bieketurm wird heute von der Schützengesellschaft Attendorn 1222 e. V. als Zeughaus genutzt. Fahnen, Königsketten, Panzer etc. können von Mai bis Oktober jeweils samstags von 10-12 Uhr besichtigt werden. An der Turmseite zum Feuerteich ist noch die Höhe der ehemaligen Stadtmauer im Maueransatz abzulesen.

Naturdenkmäler

Atta-Höhle:

Die berühmteste Sehenswürdigkeit der im Südsauerland gelegenen Stadt ist die Atta-Höhle, die 1907 beim Kalkabbau freigelegt wurde und das größte zusammenhängende Höhlensystem Deutschlands darstellt.

Biggetalsperre:

Im Süden des Stadtgebietes befindet sich der Staudamm der Biggetalsperre. Zusammen mit der Listertalsperre und dem Ahauser Stausee bildet sie ein großes Naherholungsgebiet für die Stadt und deren Umgebung.

Kulinarische Spezialitäten

Die Attendorner Konditorei Harnischmacher stellt Pralinen her, die so genannten "Attendorner Iserköppe".

Wirtschaft und Infrastruktur

Attendorns gewerbliche Wirtschaft wird von mittelständischen Unternehmen der Metallindustrie geprägt. Diese sind zu einem Großteil auf die Herstellung von Armaturen, Rohre und andere Metallteile spezialisiert. Hierzu zählen: Mubea, Viega, Aquatherm, GEDIA, Isphording und BeulCo.

Verkehr

Bei Attendorn liegt der Flugplatz Attendorn-Finnentrop.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


Literatur

  • Westfälischer Städteatlas; Band: II; 1 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Attendorn, Autor: Heinz Stoob. ISBN 3-89115-344-9; Dortmund-Altenbeken, 1981.

Weblinks

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Attendorn – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Attendorn, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Attendorn, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge