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Atriumhaus

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Bild:Schema Villa Urbana.jpg
Schematische Darstellung eines antiken Atriumhaus (Villa Urbana)

Ein Atriumhaus ist ein Haus, das in seiner Mitte einen zum Himmel geöffneten zentralen Raum, ein Atrium, besitzt. Das Licht wird über eine Öffnung im Dach zu diesen Räumen geführt. Dadurch kann das Haus nach außen auch fensterlos sein. Der Hof kann entweder zum Himmel hin offen oder mit einem Glasdach geschlossen sein.

Dieser Gebäudetyp hat eine lange Tradition und ist in vielen Kulturen der Welt zu finden. Ursprünglich sind Räume, die in Kreisform nach Bedarf angeordnet wurden, um einen leeren zentralen Raum gebaut worden. Dieser leere Raum diente als Verkehrsfläche und Kochstelle für Mensch und Tier. Zusätzlich diente dieser Gebäudetyp als Schutz gegen Umwelteinflüsse und zur Abgrenzung gegen Einblicke der Nachbarn.

Historisch wurde dieser Haustyp in Altägypten zu einer Form ausgereift, um der damaligen anwachsenden Bevölkerung eine Hausform anzubieten, die die Privatheit der Familien gewährleisten kann. In der Antike wurde die funktionale Bedeutung des Hofes als Verkehrsfläche ästhetisch aufgewertet und es entstanden die Arkadengänge im Hof. Der Säulengang diente als wettergeschützter Bereich, um die innere Erschließung der einzelnen Räume trockenen Fußes zu begehen.

Die römische Architektur hat diesen Haustyp zu einer städtischen Blocksiedlung weiterentwickelt, um wiederum eine Aufwertung des Hofbereiches zu erreichen. Zu den Säulen im Hof sind Wasserspiele und Gartenkunst gekommen. In anderen Kulturen findet man diesen Haustyp sowohl bei den chinesischen Kaiserhäusern, japanischen Klöstern wie auch im vorderasiatischen Baustil. In der arabischen Architektur ist sowohl aus klimatischen als auch sozialen Gründen ein ähnlicher Baustil entstanden. Dieser Baustil hat sich seit der Ausbreitung des Islam in Nordafrika und auf der iberischen Halbinsel zu einen Wohnmodell weiterentwickelt, in der die Art der Anordnung und Nutzung der Räume des Atriumhauses in einer vorgeschriebenen Wegeführung der Benutzer ihren Höhepunkt fand. Die Spanier haben später diesen Haustyp im sogenannten Patiohaus aufgenommen und weiterentwickelt. Das Atriumhaus wurde auch in den Kolonien Mittel- und Südamerikas in einer einfachen Form gebaut. Erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts haben Architekten in Zentraleuropa diesen Haustyp wieder aufgegriffen und in verschiedenen Varianten weiterentwickelt.

In der 60er Jahren des letzten Jahrhundert sind in Westeuropa und Nordamerika in der Zeit des wirtschaftlichen Wachstum die so genannten Gartenhofhäuser entstanden. Es sind Häuser in diversen Formen entstanden, deren Ausprägung einen Licht- oder Gartenhof beinhaltet. Seitdem ist dieser Haustyp bei gewerblichen und industriellen Bauten zu finden. Eine Weiterentwicklung des Haustyps findet man auch in Stadien, Kulturhäusern und öffentlichen Bauten wieder.

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