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Atlantischer Dreieckshandel
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Der Begriff Atlantischer Dreieckshandel bezeichnet ein Erklärungsmodell für den über den Atlantischen Ozean betriebenen Warenhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika in der Frühen Neuzeit. Der Beginn des Dreieckhandels war etwa 1680, Ende etwa 1808 durch Verbot des englischen Sklavenhandels (Die Sklaverei hielt jedoch auch danach an).
Idealtypisch geht das Modell von drei Stationen des Handels aus, die eine geschlossene Kette bildeten:
Von Europa aus fuhren im Oktober, die mit Feuerwaffen, Gold , grobem Tuch, Salz, Tand und Flitterkram bzw. Manufakturwaren beladenen Schiffe an die westafrikanische Küste (Küstenabschnitt zwischen heutigem Kamerun und Liberia), wo die Ladung gegen Sklaven eingetauscht wurde. Die Sklaven wurden auf Sklavenmärkten von lokalen Händlern gekauft um lange Schiffsliegezeiten zu vermeiden.
Danach ab etwa Anfang Dezember steuerten die Schiffe die Karibik an, wo aus dem Erlös der Sklaven landwirtschaftliche Erzeugnisse wie groben Zucker, Rum und Melasse erworben wurden. Der Baumwollhandel und -anbau der amerikanischen Südstaaten beginnt erst ab 1805 somit nach Einstellung des atlantischen Dreieckhandels.
Ab April segelten die Schiffe überwiegend mit Zuckerprodukten beladen in ihre Heimathäfen zurück, um die Ladung auf dem europäischen Markt mit Gewinn zu verkaufen. Die Schiffe kamen im europäischen Frühsommer zu Hause an.
Tatsächlich liefen nur rund zwei Drittel der europäischen Afrikafahrten im Rahmen des Dreieckshandels ab. Zudem war vor 1700 Gold und nicht Sklaven das wichtigste afrikanische Exportgut.
Zudem ist in den meisten Fällen nicht ein Schiff alle drei Routen gefahren, sondern meist spezialisierten sich die Handelsschiffe auf einen Teil des Dreieckshandels.
Literatur
- Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion, Band 4: Wirtschaft und Handel der Kolonialreiche, hrsg. von Eberhard Schmitt, München 1988, ISBN 3-406-30661-6
- Christian Degn: Die Schimmelmanns im atlantischen Dreieckshandel: Gewinn und Gewissen, 3. unveränderte Auflage, Neumünster 2000, ISBN 3-529-06148-4
- Le commerce colonial triangulaire au Vorlage:XVIIIe siècle et Vorlage:XIXe siècle Editeur PUF, collection « Que sais je ? »
- La traite des noirs Editeur PUF, collection « Que sais je ? »
- La Férocité Blanche, des nons noirs au non aryens, de Rosa Amelia Plumelle-Uribe, éditions Albin Michel.
- J. Meyer (1998) Esclaves et Négriers, Gallimard-Découvertes
