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Astrozyt
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Astrozyten, Sternzellen oder auch Spinnenzellen - von gr. astron (Stern) und kytos (Zelle) - bilden die Mehrheit der Gliazellen im zentralen Nervensystem von Säugetieren und werden deshalb auch als Astroglia bezeichnet. Es sind stern- bzw. spinnenförmig verzweigte Zellen, deren Fortsätze Grenzmembranen zur Gehirnoberfläche (bzw. Pia mater) und zu den Blutgefäßen bilden.
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Einteilung
B - Faserglia
Es sind zwei Typen von Astrozyten bekannt:
- Protoplasmatische Glia (Astrocytus protoplasmaticus - auch: Kurzstrahler) kommt vor allem in der Grauen Substanz vor.
- Faserglia (Astrocytus fibrosus - auch: Langstrahler) ist fibrillenreich und befindet sich vor allem in der Weißen Substanz. Im Elektronenmikroskop sind diese Zellen durch zahlreiche Mikrotubuli und intrazelluläre Faserstrukturen charakterisiert.
Zellkörper
Astrozyten besitzen zahlreiche, radiär vom Zellkörper (10 - 20 μm groß) verlaufende Zellfortsätze zur Bedeckung neuronaler Oberflächen wie Synapsen, Ranviersche Schnürringe, oder nichtmyelinisierte Axone (diskontinuierlich).
Weiterhin bilden sie im ZNS Grenzstrukturen durch dichte Zusammenlagerung der Fortsätze und Zellkörper aus:
- Membrana limitans glialis perivascularis als Schicht um Blutgefäße.
- Membrana limitans glialis superficialis bildet eine Zellschicht an welche die weiche Hirnhaut Pia mater nach außen hin folgt.
Zellmembran
Die Zellmembran enthält Partikelkomplexe (12nm groß), welche unter anderem aus Aquaporin 4 (Wasserkanalprotein) bestehen. Daneben existieren spannungsabhängige Ionenkanäle sowie Rezeptoren und Transporter für Neurotransmitter und Glucose (Glut1).
Zellkontakte
Astrozyten bilden untereinander ein enges Netzwerk durch Nexus, bestehend aus Connexin 43, was der elektrischen Kopplung der Zellen dient sowie mechanische Verknüpfungen durch Adhärenskontakte (Puncta adherentia).
Zellplasma
Das Zytoplasma ist hell, organellarm und enthält als Zytoskelettbestandteile Intermediärfilamente vom Typ "Saures Gliafaserprotein" GFAP. Glykogenpartikel stellen paraplasmatische Komponenten dar.
Funktion
- Astrozyten sind maßgeblich an der Flüssigkeitsregulation im Gehirn beteiligt und sorgen für die Aufrechterhaltung des Kalium-Haushaltes. Die während der Erregungsleitung in Nervenzellen frei werdenden Kalium-Ionen werden vor allem durch eine hohe Kalium-Leitfähigkeit und zum Teil auch durch K+ und Cl- Kotransporter in die Gliazellen aufgenommen. Über das weitmaschige Nexusnetzwerk können die Ionen auf andere Astrozyten übertragen werden, wodurch ein effizientes Puffersystem gebildet wird. Damit regulieren sie auch den extrazellulären pH-Haushalt im Gehirn. Durch Ligandenbindung (Glutamat) kann die Ionenverschiebung zusätzlich beeinflusst werden.
- Sie stehen weiterhin in direkter Interaktion mit Neuronen. Neurotransmitter wie u.a. Glutamat, GABA, Glycin werden durch spezifische Transporter aufgenommen und durch enzymatische Aktivität in Zytoplasma und Mitochondrien modifiziert. Die Spaltprodukte können nach ihrer Abgabe in die extrazelluläre Matrix (ECM) von Neuronen aufgenommen und in den Terminalen wieder in synaptische Vesikel verpackt werden. Vor allem die Glutamatkonzentration, welche auf Neurone, aufgrund postsynaptischer Übererregung zytotoxisch wirkt, wird so niedrig gehalten.
- Durch die Membrana limitans glialis perivascularis wird die endotheliale Blut-Hirn-Schranke induziert und aufrecht erhalten.
- Astrozyten bilden nach Durchtrennung der Axone von Nervenzellen "Glianarben", die maßgeblich daran beteiligt sind, das neuerliche Auswachsen der Axone zu verhindern. Dies stellt ein zentrales Problem für Patienten mit Querschnittlähmung dar.
In Astrozyten kommt als Marker das Intermediärfilament GFAP (Glial fibrillary acidic protein, "Saures Gliafaserprotein") vor, welches somit zum Nachweis von zentralnervösem Gewebe z.B. in Fleischprodukten verwendet werden kann, was insbesondere in Hinblick auf BSE an Bedeutung gewonnen hat. Die Bildung des Proteins wird durch krankhafte Veränderungen im Hirngewebe verstärkt.
Pathologie
Ein Astrozytom ist ein Hirntumor, der sich von den Astrozyten ableitet. Sonderformen stellen das Astroblastom und die Gliomatosis cerebri dar. Beim Glioblastom ist die Herkunft nicht immer bestimmbar. Viele astrozytäre Tumore sind schwer zu behandeln und heute (noch) nicht heilbar.
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