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Assyrismus

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Der Ausdruck Assyrismus (auf Englisch "Assyrism") bezeichnet eine Variante des christlich-mesopotamischen Nationalismus, die im Gegensatz zum Panarabismus steht und die Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Siehe auch: Assyrische Nationalfrage.

Der Assyrismus als Ideologie, begreift sich als Ergebnis sozialer, geschichtlicher, religiöser und politischer Gedanken und Prinzipien auf Grundlage der Syrischen Sprache, die nicht mit dem syrischen Dialekt des Arabischen zu verwechseln ist.

Sowohl im Bezug auf die Konfessionalität, d. h. die Mitgliedschaft in unterschiedlichen Kirchen, wie auch auf die Interessen der Regierungen der jungen Nationalstaaten des Nahostens stößt der Assyrismus auf Hindernisse.

Zum einen zerfällt die heutige Syrische Sprache in verschiedenen Dialekte. Zum anderen beherrschen durch das Fehlen eines unabhängigen Staates sowie Flucht, Vertreibung und Verfolgung längst nicht alle, die man der assyrischen Volksgruppe zurechnet, diese Sprache. Hier wird, insbesondere in der westlichen Diaspora, versucht, durch Sprachkurse in der Ethnosprache gegenzusteuern.

In der Frage der Religion sind in erster Linie die beiden durch verschiedene Christologien getrennten Altorientalischen Kirchen Kirchen zu unterscheiden, die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien (im Westen auch als "Monophysiten" und "Jakobiten" bezeichnet) und die Assyrische Kirche des Ostens (im Westen auch als "Nestorianer" bezeichnet). Daneben gibt es die verschiedenen mit Rom unierten Kirchen, wie die Kirche der Maroniten, die Syrisch-katholische Kirche und die Chaldäisch-Katholische Kirche.

Nach dem Politiker und Publizisten Raif Toma ist der Assyrismus nicht nur ein Patriotismus im mesopotamischen Sinne, sondern zielt auf die Einheit aller Mesopotamier. Der Assyrismus im eigentlichen Sinne sei ein "Panmesopotamismus", ein unabhängiger Idealismus und eine Sammlung mesopotamischen Gedankengutes – unabhängig von Verbänden, Kirchenzugehörigkeiten und politischen Organisationen. Dieses Gedankengut bildet unter anderem die geistige Grundlage der assyrischen Nationalbewegung, die sich als Folge dessen kristallisierte.

Der politische Assyrismus stellt eine Verbindung her zwischen dem Namen der syrischen Kirchen und der größeren Geschichte des als Einheit begriffenen Volkes dieser Kirchen. Dabei wird eine Trennung von "Religion" und "Politik" gefordert, aber der Verdacht des Anti-Klerikalismus zurückgewiesen.


Organisationen

1968 bildete sich die Assyrische Universalallianz (Assyrian Universal Alliance - AUA), eine weltweite Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen halbautonomen Staat in der alten Heimat zu erkämpfen. Im Zuge des 2. Golfkrieges verschlimmerte sich 1991 die Situation der Assyrer. Nach Angaben der AUA verließen mehr als 250.000 den Irak.

Im Jahre 1978 gründete sich im Libanon die Shuraya. Diese politische Organisation tritt für die Gründung eines eigenen assyrischen Staates Mesopotamien ein.

Andere Organisationen: ADM, ADO, ADP, APP, BNDP,Furkono und andere

Weblinks

Quellen und Literatur

  • Gabriele Yonan: Assyrer heute: Kultur, Sprache, Nationalbewegung der aramäisch sprechenden Christen im Nahen Osten; Verfolgung und Exil. Mit e. Vorbem. von Tilman Zülch. Hamburg, Wien: pogrom, 1978.
  • Ibrahim Gabriel Saume, „Buch der Vorträge in der syrischen Nation“,Sao Paulo, Eigner Verlag, 1979.
  • Professor K. Matijev (Beth Matai), "Assyrer und die assyrische Frage im Gegenwart"
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