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Arri Arriflex D-20
Aus Kefk.
Die Arri Arriflex D-20 ist eine digitale Filmkamera, die ARRI in mehrjähriger Kooperation mit der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelte.
Das ARRI Technologie-Project D-20 verfolgte das Ziel, eine digitale Filmkamera mit größmöglicher Annäherung an konventionelle Filmtechnik zu produzieren; der erstmals auf der IBC 2003 vorgeführte Prototyp verfügte über einen CMOS-Vollformatsensor (24x18 mm) mit einer Auflösung von sechs Megapixeln, einen optischen Sucher sowie einen rotierenden Spiegelverschluß; an der Kamera können alle Objektive für for 35-mm-Filmkameras mit PL-Anschluss verwendet werden.
- »Die Kamera hat eine gute Auflösung, naturgetreue Farbwiedergabe und eine variable Bildaufzeichnungsrate, die vor allem bei Zeitrafferaufnahmen wichtig ist« (Hans Bloß, Leiter der Fraunhofer-Allianz Digital Cinema in [1]).
Die Hauptvorteile der bisher einzigartigen digitalen Filmkamera sind:
- film-typische geringe Schärfentiefe durch Ein-Sensor-Technik;
- direkte Verwendbarkeit von Cine-Objektiven und anderem Filmkamerazubehör, die dabei die gewohnte Charakteristik (Brennweite, Schärfentiefe) beibehalten;
- optischer Sucher.
Die D-20 kann verschiedene Bildraten auslesen; es stehen 32 parallele Ausgänge zur Verfügung. Der interne Hochgeschwindigkeits-Datenbus erlaubt die Verarbeitung von Datenraten von über 10 Gbit pro Sekunde; intern soll die Kamera bis zu 150 fps erzeugen und verarbeiten können, es gibt aber derzeit noch keine praktikable Möglichkeit, die dabei anfallenden, hohen Datenraten zu speichern [2]. Über zwei HD-SDI Verbindungen erfolgt mit einer Datenübertragung von je 1,5 Gbit pro Sekunde die Ausgabe der Bilddaten.
Eine einzige Minute digitalen Kinofilms erzeugt 40 Gigabyte Daten [2]. Als Speichersysteme empfiehlt ARRI HDCAM-SR-Recorder sowie festplatten- oder festspeicherbasierte Systeme:
- Sony SRW-1, ein portabler Recorder, der im HDCAM-SR-Format aufzeichnet;
- S.Two DFR, ein festplattenbasiertes System,
- Grass Valley FlashMag, ein OEM-Produkt auf Festspeicher-Basis, mit dem 10 Minuten in 4:4:4 oder 15 Minuten in 4:2:2 gespeichert werden können [3].
Die Kamera kann Videodaten in drei Auflösungen ausgeben:
- Sensorformat mit 2880x2160 Pixeln,
- HD-Format 1.080p mit 1920x1080 Pixeln in 10 Bit,
- Standard-Videoformat mit 720x576 Pixeln.
Die D-20 wurde in Kooperation zwischen dem Fraunhofer IIS, Erlangen, mit ARRI Cine Technik, München, entwickelt. Seite der IBC 2005 produziert ARRI die D-20 in Kleinserie für den eigenen Mietpark [4].
Strategisch sieht ARRI die D-20 als Ergänzung zu konventionellen Filmkameras:
- »Digital wird Film ergänzen, nicht ersetzen [...] DI bietet eine gemeinsame Plattform für Material das auf Film oder digital aufgenommen wurde« (Bill Lovell, Produktmanager bei ARRI, auf der IBC 2005, zit. in [5]).
Konkret bedeutet dies, dass ARRI die D-20 eher als Ersatz für Filmproduktionen im Format Super 16mm oder für Fernsehaufnahmen empfiehlt, die D-20 jedoch nicht als Ersatz für höchstwertige 35-mm-Aufnahmen ansieht.
Siehe auch
Weitere digitale Filmkameras:
Netmarks
- ARRI.com: D-20 Technology Project D-20. Digital Film-style Camera for TV-oriented Applications (White Paper; PDF-Datei, englischsprachig) [05-Okt-2005]
- Fraunhofer-Gesellschaft: Themenportal Digital CINEMA,
- Film-TV-Video.de: IBC2005: Arri produziert D20 und beschleunigt Scanner (News: Messe), 15.09.2005 [Benutzerregistrierung erforderlich].
- The Digital Video Information Network: ARRI D-20 HD camera - fundierte Diskussionen zur D-20 (englischsprachig).
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